Eschweiler - Am Jägerspfad gehts nicht rund

Am Jägerspfad gehts nicht rund

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Das Eschweiler Parkleitsystem ist in die Jahre gekommen. Die SPD möchte ein neues Konzept erstellen lassen. Kosten: 38 000 Euro. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Rolle rückwärts bei der SPD. Wenn am Mittwoch der Haushalt des laufenden Jahres im Ratssaal debattiert wird, dann steht ein Zankapfel der vergangenen Monate plötzlich nicht mehr zur Diskussion: der Kreisverkehr auf der Wilhelminenstraße, an der Einmündung des Jägerspfad.

Die Eschweiler Genossen verständigten sich inzwischen darauf, dort die Fahrbahn lediglich zu verengen, um die Straße zu entschärfen.

Als Zugeständnis an die Kritik der Oppositionsparteien will die Mehrheit den Schwenk jedoch nicht verstanden wissen: „Wir müssen uns den finanziellen Gegebenheiten stellen, obwohl wir nach wie vor davon überzeugt sind, dass der Kreisverkehr dort die beste Lösung sei”, betont SPD-Fraktionschef Leo Gehlen. In Zahlen ausgedrückt: War der Kreisverkehr mit etwa 156 000 Euro veranschlagt, so reduziert sich der Umbau des Verkehrsknotenpunktes nun auf 50 000 Euro.

Viel Handlungsspielraum haben die Sozialdemokraten ohnehin nicht, ist das Korsett des Jahresetats doch eng geschnürt. Bei der Klausurtagung vor einer Woche wurden dennoch kleine Akzente im Zahlenwerk beschlossen, die unter dem Strich sogar Geld sparen. Gleich zwei Parkplätze stehen auf der Streichliste: Der Parkplatz an der Indestraße, am Fuße des Kinderspielplatzes, wollen die Genossen ebenso belassen, wie er ist, wie den Parkplatz am Blausteinsee. In der Gesamtsumme macht dies eine Plus von 295 000 Euro aus. Auch die Kanalerneuerungen am Elektrowerk Weisweiler wird zunächst verschoben: Die 90 000 Euro sollen frühestens im nächsten Jahr anfallen, wobei die Genossen prüfen lassen wollen, ob dies überhaupt von städtischer Seite aus erfolgen muss.

Die Parkplatzsuche soll in Zukunft in Eschweiler vereinfacht werden. Das erhoffen sich zumindest die Sozialdemokraten, die für 38 000 Euro ein neues Parkleit- und Parkraumbewirtschaftungskonzept auf den Weg bringen wollen. Die derzeit bestehenden Hinweisschilder stammen aus den 90er Jahren und weisen zum Teil auf Parkplätze hin, die deutlich an Attraktivität verloren haben.

Der Weisweiler Park soll deutlich aufgewertet werden. Für 12 000 Euro will die SPD-Fraktion dort ein Beachvolleyball-Feld bauen. „Der Park wird von Kindern und Jugendlichen gut angenommen, deswegen werten wir ihn weiter auf”, begründet Leo Gehlen diese Investition. Um auch die Bäder stärker zu bewerben, sollen 1000 Euro im Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Auch der Citymanagement-Verein kann sich über einen Zuschuss freuen: Ihm wollen die Genossen 5000 Euro zur Verfügung stellen. Damit sollen unter anderem die Stadtfeste mitfinanziert werden.

Beim nächsten Stadtfest steht übrigens ein besonderes Ereignis an: Am 31. März wird die Städtepartnerschaft zwischen dem türkischen Dalaman und Eschweiler per Unterschriften besiegelt. Dem entsprechend stockt die SPD den Etat für die Städtepartnerschaften auf: Insgesamt 20 000 Euro stehen dafür im Haushalt dieses Jahres bereit.

Parallel mit der Unterzeichnung gehen zahlreiche Indestädter auf die Straße, um gegen die rechte Demo ein Zeichen zu setzen. Der Bedrohung durch rechtsradikalen Organisationen will die SPD eine Resolution zum verbot der „Kameradschaft Aachener Land” entgegensetzen. Die Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis” wird im Gegenzug gestärkt. 5000 Euro soll sie erhalten.

Das Loch im Jahresetat 2012 ist übrigens inzwischen etwas geschrumpft. Aktuell spricht man „nur” noch von 24 Millionen Euro. Die Konzessionsabgabe der Stadt Stolberg an Eschweiler und steigende Einnahmen bei der Gewerbesteuer verringerten das Defizit.
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