Am alten Indestadion rücken bald die Bauarbeiter an

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Dass der Kindergarten am ehemaligen Indestadion gebaut werden soll, darüber sind sich alle einig. Allerdings das Wie spaltet die Gemüter. Die Oppositionsparteien UWG, CDU, FDP sowie der parteilose Ratsherr Wolfram Stolz halten die Planung für zu kostspielig.

Davon abgesehen beschweren sich die Kommunalpolitiker darüber, dass es keine Alternative zum aktuellen Plan gebe. „Das geschieht nach dem Motto: Friss oder stirb”, wetterte der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Schmitz.

Die Pläne der Architektengruppe sieht einen Bau in leichter L-Form für drei Millionen Euro vor. Darin sollen fünf Kindergartengruppen Platz finden, sowohl integrative, als auch U3-Gruppen. Dies erfordert besondere Raumaufteilungen und Zuschnitte. So zählen auch zwei behindertengerechte Toiletten dazu. Die Gesamtfläche des Flachbaus soll 1155 Quadratmeter betragen, das Grundstück umfasst 4300 Qua­dratmeter. Die Planer verteidigen die Kosten für die Umsetzung des Entwurfs: Es handele sich um einen Funktionsbau und nicht um Luxus.

Wie hoch die Kosten für die Stadt letztlich sind, steht allerdings noch nicht fest. Es fehlt die klare Aussage über die Höhe des Landeszuschusses. Auch das Inventar ist in der Kostenberechnung noch nicht enthalten. Allerdings haben sich die Kommunalpolitiker vor Monaten schon darauf verständigt, wer die Einrichtung betreiben soll, nämlich die Arbeiterwohlfahrt.

Alternative fehlt

Bei der finanziellen Berechnung setzt die Kritik an: Es sei unverantwortlich, etwas zu beschließen, ohne die genauen Kosten zu kennen, argumentiert zum Beispiel der FDP-Fraktionschef Ulrich Göbbels. Auch sein UWG-Pendant Erich Spies fordert genaue Zahlen und zudem eine planerische Alternative vor dem Hintergrund, Kosten zu sparen. „Wir können die finanzielle Situation dieser Stadt nicht einfach so aus den Augen lassen”, meint der „Unabhängige”. Die Christdemokraten sprechen sich für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aus. Es drängt jedoch die Zeit, denn zum Kindergartenjahr 2013/2014 will die Einrichtung ihre Pforten öffnen. Um dies zu schaffen, muss der Baubeginn spätestens im Sommer erfolgen.

Also werden die Bagger trotz aller Kritik bald anrollen, weil die Mehrheit aus SPD und Grüne dem Bau ihre Zustimmung gab. „Dieser neue Kindergarten ist enorm wichtig für den gesamten Bereich dort”, betont SPD-Fraktionschef Leo Gehlen. Anfang März werden genauere Zahlen vorliegen, wenn der Jugendhilfeausschuss tagt. Dann allerdings sind die Fakten nur noch zur Kenntnis zu nehmen.

Wenn heute der Rat ab 17.30 Uhr im Ratssaal tagt, steht der Neubau des Kindergartens nicht mehr auf der Tagesordnung. Den Beschluss fassten die Kommunalpolitiker schließlich im Planungs- und Umweltausschuss.
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