Eschweiler - Alles die gleichen Jecken - manche mit Doktorhut

Alles die gleichen Jecken - manche mit Doktorhut

Von: ran
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Aufgenommen in eine illustre Runde: Marc Engelhardt erhielt aus den Händen von Korporalschaftsführer Helge Dickmeis (links) und dessen Stellvertreters Sascha Deutschle Doktorhut die große Urkunde. Foto: Röchter

Eschweiler. Er zählt (erst) 3x11 Lenze, trägt die Schuhgröße 4x11, ist karnevalistisch ein Blauer durch und durch, verfügt (politisch) über eine schwarze Seele und ist für „de Gröne” auf dem Sportplatz Patternhof dem runden Leder nachgejagt.

Seit Freitagabend gehört Marc Engelhardt, Präsident der KG Blaue Funken Artillerie Eschweiler, nun einer honorigen und illustren Runde an: Vor zahlreichen Gästen wurde ihm in der „Lersch-Arena” von den Mitgliedern der 11. Korporalschaft der Rote Funken Artillerie Eschweiler der nichtakademische Titel „Dr. humoris causa” samt Doktorhut und großer Urkunde verliehen.

Mit einem sowohl roten als auch blauen Bum-Bum begrüßte Korporalschaftsführer Helge Dickmeis die bunte karnevalistische Runde, zu der neben zahlreichen Doktorhutträgern und ehemaligen Prinzen auch die designierte Tollität Stephan Lenzen und sein Zeremonienmeister Hans-Leo Arnold, aber auch so mancher nicht blaublütige Fastelovendsjeck gehörte.

„Diese Veranstaltung soll keine Sitzung sein, sondern ein gemütlicher Abend, der Karnevalisten jeglicher Coleur zusammenführt und zeigt, dass wir alle die gleichen Jecken sind”, betonte Helge Dickmeis die Intention der Doktorhut-Verleihung, die seit nunmehr zwei Jahrzehnten fester Bestandteil des karnevalistischen Kalenders in der Indestadt ist.

Die Entscheidung, Marc Engelhardt den Doktorhut zu verleihen, begründete Helge Dickmeis ebenfalls: „Dein Mut und die Bereitschaft, schon in jungen Jahren und damit ohne Vorschussloorbeeren Verantwortung als Präsident eines Traditionscorps zu übernehmen, ehrt dich. Und auch der Mut der Gesellschaft, dir diese Chance zu geben, ist bemerkenswert.”

Zu Beginn der Veranstaltung hatten es sich die Musiker des Regimentsspielmannszuges der Blauen Funken unter der Leitung von Lambert Sauerbier nicht nehmen lassen, ihrem Präsidenten und allen versammelten Jecken mit „Das sind die Funken”, „Schön ist das Leben”, „Wenn d„r Prinz kütt in d„r Saal” und natürlich dem Laridah das eine oder andere Ständchen zu präsentieren.

Büttenass Alfred Wings von der Dürwisser Narrengarde machte anschließend deutlich, wie schlimm es für einen Vater ist, wenn die Tochter „flügge” wird. „Und ich habe vier davon”, schwant ihm Böses. So könne es schon einmal passieren, dass die Tochter, bei ersten Geh- beziehungsweise Fahrversuchen in Papas geliebtem Auto verbal in die Trickkiste greife: „Ich bin nicht Schuld, das ist doch klar, der Baum war gestern noch nicht da.”

Als Laudator ließ Franz-Josef Dittrich, der Vorsitzende der Blauen Funken, sich nicht lumpen: „Marc Engelhardt ist jung und dynamisch, ein Fliegenträger und Beherrscher des Eischwiele Platt. Er ist ein Röthgener Knabe, der mit Indewasser getauft wurde. Seine Eltern haben stets versucht, ihm die Brauchtumspflege ans Herz zu legen. Mit Blootwoosch konnte der Kölschtrinker jedoch zunächst nichts anfangen”, klärte Franz-Josef Dittrich die Gästeschar auf.

„Darüberhinaus trainiert Marc Engelhardt seinen Körper beim stundenlangen Stehen an Delios Theke und beim Gehen, wenn er nicht allzu spät kommen möchte.” Dass es sich beim neuen Doktorhutträger um einen Fan von Borussia Mönchengladbach handele, müsse zur Kenntnis genommen werden. Sein Werdegang bei den Blauen Funken lasse aber nichts zu wünschen übrig. „Seine Karriere begann als Funkenkind sowie als Kinderpräsident, bevor er vor 15 Jahren als Funke „Cool” in das Corps aufgenommen wurde”, blickte der Laudator zurück.

Als Trompeter im leider nicht mehr bestehenden Fanfarencorps sowie als Büttenredner „Et Engelche” habe er sich ebenfalls verdient gemacht, bevor er 2008 das Amt des Präsidenten übernahm und somit zum erst sechsten Frontmann in der Geschichte der Blaue Funken Artillerie Eschweiler wurde. „Vom Funkenkind zum Präsidenten, das zeigt seine durch und durch jecke, aber verantwortungsvolle Einstellung”, bilanzierte Dittrich.d.

Schließlich schritten Helge Dickmeis und sein Stellvertreter Sascha Deutschle zur Tat und setzten Marc Engelhardt den Doktorhut aufs Haupt. Der Geehrte bedankte sich bei all seinen Mitstreitern. „Es ist eine große Ehre für mich, in den Kreis dieser honorigen Herren aufgenommen zu werden”, erklärte er, bevor er aus den Händen seines „Mitdoktors” Dieter Sawall den Traditionskrug entgegennahm.
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