Alle einig: Die MQN-Praxis soll bleiben

Von: ran
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Eschweiler. Die drohende Schließung der Notfallpraxis am St.-Antonius-Hospital hat am Mittwoch erneut die Mitglieder des Stadtrats beschäftigt. Bürgermeister Rudi Bertram berichtete zum Stand der Dinge: „Es wurden und werden zahlreiche Gespräche über die Region hinaus geführt. Das Thema entwickelt sich landesweit zu einer großen Baustelle.“

Wichtig sei, dass Dr. Jürgen Küpper als Koordinator des Medizinischen Qualitätsnetzwerks in Eschweiler, Elmar Wagenbach als Geschäftsführender Vorstand des Hospitals und er an einem Strang zögen.

Am kommenden Montag lädt die Eschweiler Bürgerinitiative für den Erhalt der Notfallpraxis um 18 Uhr zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in den Talbahnhof ein. „Und ich werde in einem Brief Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, informieren, dass sich der Rat der Stadt Eschweiler erneut ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat“, sagte Bertram.

Die anschließende Diskussion ließ Zweifel aufkommen, ob die gesamte indestädtische Kommunalpolitik in Sachen Erhalt der Notfallpraxis in die gleiche Richtung agiert: Willi Bündgens, Fraktionsvorsitzender der CDU, betonte zunächst, dass sich wohl alle Mitglieder des Stadtrats für den Erhalt einsetzten, sprach dann jedoch Stefan Kämmerling, Ratsmitglied der SPD und Abgeordneter des NRW-Landtags, direkt an: „Sie haben sowohl in Eschweiler als auch in Stolberg an den Demonstrationen für den Erhalt der Notfallpraxen teilgenommen. Plädieren Sie für Eschweiler oder Stolberg?“

Der Sozialdemokrat entgegnete, in Stolberg bekräftigt zu haben, dass es zu keinem Wettbewerb zwischen Nachbarstädten kommen dürfe. „Vor allem habe ich Kritik daran geübt, dass die Kassenärztliche Vereinigung pauschal eine Zahl von Notfallpraxen nennt, die geschlossen werden sollen, ohne dabei Kriterien zu nennen, warum die Schließungen erfolgen würden. Wenn sie nun einen Wettkampf unter den Städten ausrufen, gehen Sie der Kassenärztlichen Vereinigung auf den Leim“, sagte Stefan Kämmerling in Richtung Willi Bündgens.

Albert Borchardt (Die Linke) warnte im Falle einer Schließung der Notfallpraxis vor „amerikanischen Verhältnissen“, bei denen im medizinischen Bereich ausschließlich der Wettbewerb im Vordergrund stehe. Dietmar Widell (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte vor allem das Auftreten Dr. Lothar Nosseks: „Dieser Herr erzählt überall, was seine jeweiligen Zuhörer gerne hören wollen, ohne Gründe für etwaige Entscheidungen zu nennen.“

Ausführungen, die bei Willi Bündgens keinen Beifall fanden. „Ich wundere mich über den Umgang mit ihm. Und für mich ist klar, dass der Erhalt der Notfallpraxen in Eschweiler und Stolberg kaum realisierbar sein wird“, erklärte er.

Nachdem Erich Spieß (UWG) und Ulrich Göbbels (FDP) zu Protokoll gegeben hatten, ebenfalls den Erhalt der Praxis zu unterstützen, appellierte die SPD-Fraktionsvorsitzende Nadine Leonhardt, durch geschlossenes Auftreten Druck auf die Kassenärztliche Vereinigung auszuüben.

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