Alle drücken Jogis Jungs die Daumen!

Von: Patrick Nowicki
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Fussball-Emotionen pur: Beim „Rudelgucken“ wird gehofft, gebangt, gejubelt und gefeiert. Foto: privat/Röhseler/Essers
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Auch die Kleinen fiebern mit: Hier lächelt uns Fußballfan Judith Thielen an. Foto: privat/Röhseler/Essers
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Im Ago-Seniorenzentrum fiebern die älteren Bewohner mit der deutschen Natonalelf mit. Foto: privat/Röhseler/Essers
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Fußballbegeistert sind auch die Familien Jansen und Jäger in Dürwiß. Foto: privat/Roselers/Essers
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Was nach einem Sieg passiert: Dann geht es im Autokorso durch die Stadt! Foto: privat/Röhseler/Essers

Eschweiler. Montag gilt‘s! Wenn Jogis Jungs gegen Algerien um den Einzug ins Viertelfinale kicken, dann drückt 10.607 Kilometer entfernt ganz Eschweiler die Daumen. Der Marktplatz wird am Montagabend wieder zum Treffpunkt Hunderter Fußball-Fans. Auch in den Wohnzimmern, bei Grillpartys und in Gaststätten werden viele Indestädter mitfiebern.

Zwei Eschweiler Männer waren bei den Gruppenspielen der deutschen Nationalmannschaft hautnah dabei: Jens Baumann und Christian Müller. Sie verbrachten zunächst sechs Tage in Fortaleza und ließen dann drei Tage in Recife folgen. Am Samstag kehrten sie aus Brasilien zurück – und sind immer noch begeistert: „Die Leute vor allem in Fortaleza sind wahnsinnig gastfreundlich“, sagt Jens Baumann. Das Klima machte allerdings auch den beiden Eschweilern zu schaffen. Es sei extrem schwül gewesen. Aber selbst die Regenbrüche am Abend verbinden sie mit positiven Erlebnissen: „Hunderte tanzten im Regen auf den Straßen.“ Die beiden Eschweiler mittendrin.

Bei aller WM-Euphorie und Gastfreundlichkeit erlebten sie auch die Kehrseite der Titelkämpfe: An fast jeder Ecke befanden sich Polizisten, immer wieder fuhren Militärlastwagen an ihnen vorbei. „Wir haben Straßen gemieden, auf denen kein anderer Mensch war“, räumt Baumann ein. Auf Demonstranten trafen sie auch: In Fortaleza forderten Menschen, die Investitionen für die Weltmeisterschaft in Bildung zu stecken. Der Protest sei aber friedlich gewesen.

Bemerkenswert sei auch der Schwarzmarkt gewesen: Karten für das Achtelfinale Kolumbien gegen Uruguay seien für 1500 Euro angeboten worden. „Oft wurde der fünffache Ticketpreis bezahlt“, berichtet Sven Baumann. Vor allem in Recife werden sich einige Fans besonders geärgert haben, denn wegen des Starkregens vor der Partie Deutschland gegen USA schafften es manche gar nicht ins Stadion. Sämtliche Straßen waren überschwemmt. „Wir haben noch ein fahrbares Taxi mit einem pfiffigen Fahrer gefunden, der uns noch rechtzeitig bis zum Stadion geschifft hat“, sagt er.

Natürlich ließ sich das Duo von der WM-Begeisterung packen. Zwei Spiele Deutschlands verfolgten sie im Stadion, zudem schauten sie sich die Partie der Elfenbeinküste gegen Griechenland an. In den zehn Tagen in Brasilien hatten sie so Gelegenheit, viele Kontakte zu knüpfen, auch zu Menschen aus Ländern, deren Mannschaften gar nicht bei der WM vertreten sind: zu Fußballfans aus Schweden, Israel und Venezuela.

Kurz vor dem Abflug kamen Jens Baumann und Christian Müller nochmal ins Zaudern: Sie hatten die Möglichkeit, ein sogenanntes „Follow German Ticket“ zu erwerben. Dies bedeutet, dass sie der Nationalmannschaft im Falle der Qualifikation bis ins Finale hätten folgen können. Natürlich live, vor Ort, in den jeweiligen Stadien. „Wir haben tierisch gegrübelt, aber uns dann doch für die Heimreise entschieden“, sagt Baumann. Wohl auch, weil die nächste Reise am Mittwoch ansteht. Allerdings zur beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, nach Mallorca. Dort werden sie sicherlich auch jedes Spiel Deutschlands mit anderen Fußballfans verfolgen – sollten Jogis Jungs den Sprung ins Viertelfinale schaffen. Die Brasilianer wünschen sich übrigens ein Finale gegen Deutschland. Das ist allerdings nicht mehr möglich, weil die Mannschaften schon im Halbfinale aufeinandertreffen würden.

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