Aktion gegen Respektlosigkeit und Aggression am Arbeitsplatz

Von: Laura Laermann
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Gegen respektloses Verhalten am Arbeitsplatz: Jürgen Schoenen, Stefan Kämmerling, Claudia Schleip und Horst Mendes (von links) trafen sich im Jobcenter. Foto: Laura Laermann

Eschweiler. Wenn Kunden des Jobcenters handgreiflich werden, gilt das als Einzelfall. Denise Mrkovic, Mitarbeiterin des Jobcenters an der Rosenallee, geriet in diese Situation. Ein frustrierter Kunde, dem Leistungen gekürzt wurden, beleidigte die Mitarbeiterin, wurde aggressiv und schlug zu. Respektloses Verhalten am Arbeitsplatz, aber auch im Alltag, bleibt ein Thema. Mit der„Woche des Respekts“ will die nordrheinwestfälische Landesregierung ein Zeichen setzen.

Bei 50 Terminen in Schulen, Jugendorganisationen, Polizei und Jobcentern machten Politiker nun auf das Thema aufmerksam. Rund 100 weitere Aktionen wurden von der Zivilgesellschaft organisiert. Für die Region Aachen setzte Stefan Kämmerling (SPD) den Schwerpunkt auf Verwaltungsstellen und besuchte unter anderem das Jobcenter in Eschweiler.

Aggressiver Kunde

Mitarbeiterin Denise Mrkovic war zunächst geschockt vom Verhalten des aggressiven Kundens, nimmt den Vorfall aber nicht persönlich. „So etwas ist mir vorher noch nie passiert. Gutes Zureden und Deeskalation haben in diesem Fall nicht mehr geholfen.“ Die Mitarbeiter werden geschult im Umgang mit Kunden und Situationen. Gegenseitiger Respekt spielt dabei eine wichtige Rolle. Bewusst spricht man nicht mehr vom Hilfeempfänger, sondern vom Kunden.

Das Jobcenter, das früher noch Arbeitsagentur oder Arbeitsamt hieß, legt Wert darauf, dass Menschen, die den Service beanspruchen, sich anerkannt und geschätzt fühlen. „Wir bieten dem Kunden Terminvereinbarung, telefonischen Service, einen Wartebereich mit Marken und eine gute Infrastruktur im Jobcenter“, erklärt Horst Mendes, Pressesprecher des Jobcenters. „Wir erwarten, dass wir den gleichen Respekt zurück bekommen, den wir zeigen.“

Bei sprachlichen Barrieren

Auch auf die Flüchtlingssituation hat sich das Jobcenter eingestellt und bietet einen externen „Integration Point“, unterstützt von Dolmetschern bei sprachlichen Barrieren. Der richtige Umgang ist auch hier eine besondere Herausforderung. „Die Mitarbeiter müssen viel Geduld haben und Feingefühl zeigen“, erklärt Jürgen Schoenen, Leiter des Jobcenters. „Kulturelle und religiöse Unterschiede können Hürden darstellen.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren, die als marktfern gelten aufgrund besonderer Vermittlungshemmnisse. Fallmanagerin Claudia Schleip erklärt die Schritte bei der gemeinsamen Arbeit mit den Jugendlichen. „Zunächst stellt man eine Vertrauensbasis her, dabei ist ein respektvoller Umgang absolut notwenig, damit eine Zusammenarbeit gelingen kann.“

Vermittlungshemmnisse, also Motivationsprobleme, fehlende Schulbildung oder Süchte sollen im nächsten Schritt abgebaut werden. Danach suchen die Mitarbeiter des Fallmanagements gemeinsam mit den Jugendlichen Wege und legen Ziele für die berufliche Zukunft fest. „Wir sprechen mit den Jugendlichen auf Augenhöhe und machen klar, dass wir ihnen nur Gutes wollen“, erklärt Schleip.

So wie es nur selten im Jobcenter passiert, kommt man als Polizist täglich in unangenehme Situationen. Daher besuchte Kämmerling auch das Polizeipräsidium Aachen, die Finanzverwaltung des Kreises und fünf Kommunen der Region. Weitere Infos unter www.respekt.nrw.

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