Eschweiler - „Agility”-Turnier: Mit sechs Beinen übers Spielfeld

„Agility”-Turnier: Mit sechs Beinen übers Spielfeld

Von: Dirk Müller
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Wie an einer unsichtbaren Lein
Wie an einer unsichtbaren Leine werden die Hunde über den Parcours geführt. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. Das Vereinsgelände der Eschweiler Hundefreunde gleicht aus der Ferne einem Campingplatz, denn zunächst fällt die Zeltlandschaft auf, die den Platz säumt. Der zweite Blick auf den Parcours erinnert an ein „kleines Chio” - ein naheliegender Vergleich, erklärt Walter Rother, Vorsitzender der Eschweiler Hundefreunde.

„Wie beim Springreiten muss in der Hundesportart ,Agility ein Hindernisparcours innerhalb einer vorgegebenen Zeit absolviert werden. Allerdings gilt es nicht nur Hürden zu überspringen.”

So gibt es auch eine kurze Slalomstrecke und Tunnel, Wand, Wippe, Steg und Tisch wollen bewältigt werden. Vor dem Ziel springen die Hunde noch durch einen Reifen.

Bei dem siebten „Agility”-Turnier des Eschweiler Vereins treten 160 aktive Starter an, von denen 80 Hunde sind. „Es ist ein Teamsport, den die Tiere und die Halter gemeinsam ausüben. Wenn Fehler gemacht werden, dann immer von beiden”, beschreibt Rother.

20 Hindernisse zwischen Start und Ziel müssen die Vierbeiner meistern, und zwar in korrekter Reihenfolge und Richtung. Sie sind nicht angeleint und dürfen von ihren Haltern nicht berührt werden; lediglich verbale Anweisungen, Handzeichen und bisweilen auch die ganze Körpersprache von „Herrchen” oder „Frauchen”, denen ebenfalls Agilität abverlangt wird, lenken die Hunde.

Eine Besonderheit an der Sportart sei, dass auch kleinere Hunde sie ausüben können, erläutert Rother: „Anfänger starten in der Kategorie A1, Hunde, die bereits erfolgreich waren, in den Kategorien A2 oder sogar A3, und Tiere, die älter als sechs Jahre sind, starten als Senioren.

Innerhalb dieser Schwierigkeitsgrade wird zwischen den Größen Mini, Midi und Maxi oder Standard unterschieden.” Für Chancengleichheit zwischen Mops, Border Collie und Co ist also gesorgt, da die Hürdenhöhe an das Körpermaß angepasst wird, und selbstverständlich werden auch „Nicht-Rassehunde” nicht diskriminiert und dürfen gern an den „Agility”-Wettkämpfen teilnehmen.

Dass auf dem Parcours alles sportlich fair zugeht, darüber wacht Richterin Anke Ketzberg, auf den „Rängen” sind keine Ordner nötig, obwohl so viele Hunde aufeinandertreffen. Zu echten Streitigkeiten kommt es nicht, es bleibt beim Beschnuppern und gelegentlichem Gebell.

„Die Voraussetzung, um an einem ,Agility-Wettbewerb teilnehmen zu können, ist die Begleithundprüfung. Die Hunde hier sind sozialisiert und dank ihres Grundgehorsams kommt es nicht zu ernsten Zwischenfällen, auch wenn manche sich vielleicht nicht so gut riechen können”, sagt Rother. Unter den menschlichen Teilnehmern und Besuchern herrscht ohnehin eine sehr freundschaftliche Atmosphäre - die Liebe zu den Tieren scheint sie zu verbinden.

Weitere Gründe für die Beliebtheit des Turniers der Eschweiler Hundefreunde sind sicherlich die professionelle Organisation und Durchführung des Wettbewerbs und die schmackhaften Angebote an Speisen und Getränken, die die vielen ehrenamtlichen Helfer auftischen.

Teams aus rund 20 Vereinen sind an die Auestraße gekommen, und einige Teilnehmer haben längere Anreisen in Kauf genommen, um dabei zu sein. Sie bauen am späten Nachmittag ihre Zelte in Eschweiler ab und machen sich auf die Rückfahrt nach Neunkirchen, Frankfurt am Main, Bad Neuenahr, Düsseldorf, Krefeld oder Köln.
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