Afrikas Trommeln ertönen am Seeufer des Blausteinsees

Von: Patrick Nowicki
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Akrobatik mit acht großen Metallschüsseln: Daniel Okyere zeigt eine Kostprobe seines Könnens. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Es mag sein, dass manches Kunststück schon im Ratssaal vollbracht wurde, aber die Vorstellung von Daniel Okyere ist sicherlich in ihrer Form unübertroffen. Der Ghanaer jonglierte gleich acht Metallschüsseln mit einem Durchmesser von etwa 40 Zentimetern.

Seine Aktion war nicht etwa politisch motiviert, sondern der Artist gab eine kleine Kostprobe dessen, was jeder am Wochenende am Seezentrum erleben kann: Dort findet am Samstag und am Sonntag zum 3. Mal das Afrika-Festival mit zahlreichen Künstlern statt. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter ist der Verein Afrika mit Sitz in Düren, der für das Festival in Eschweiler mit Kulturmanager Max Krieger kooperiert. Joe Mvurah vom Verein gab sogleich ein Lob an die Stadt: „Wir fühlen uns in Eschweiler sehr willkommen.“ Das Festival am Blausteinsee findet nun zum dritten Mal statt. Zwar ging vor Jahren auch schon ein Afrika-Festival auf dem Drieschplatz über die Bühne, allerdings unter einem anderen Veranstalter. Die jetzigen Organisatoren sind sich alle einig: Am Blausteinsee herrschen optimale Bedingungen, ein solches Kulturfest zu veranstalten.

Als Schirmherr tritt Bürgermeister Rudi Bertram auf. Der Verwaltungschef kennt das Festival bereits von den ersten beiden Veranstaltungen: „Die Resonanz war gut, viele Menschen waren dort – dies ist auch ein Zeichen in die Region“, meinte er. So erwartet der Verein auch zahlreiche Menschen, deren Wurzeln in Afrika liegen, aus den benachbarten Niederlanden und Belgien. Diese nutzen die Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt, was Joe Mvurah bestätigt: „Wir haben einige Anfragen bekommen.“

Freier Eintritt

Das Angebot des Festivals wächst, so dass die Veranstalter auch schon über eine dreitägige Veranstaltung nachdenken. Dafür müssen allerdings noch einige Gespräch geführt werden, denen man im Eschweiler Rathaus jedoch offen entgegensieht: „Auch wenn mir die afrikanische Kultur manchmal fremd erscheint, so kann man doch eine Fröhlichkeit beobachten, die mich an den Eschweiler Karneval erinnert“, sagt Bertram. Dementsprechend wird das Festival auch unterstützt, indem die Stadt den Platz zur Verfügung stellt und auch bei der Erstellung der Infrastruktur hilft. „Auch dies ist Imagepflege für die Stadt“, betont Bertram.

Die Besucher bekommen bei freiem Eintritt ein buntes Programm geboten (siehe Box unten). Auf der Seebühne geben sich Bands die Mikros in die Hand, es wird getanzt und gesungen. Jeder kann auch selbst tätig werden: Am Samstag finden zwei Workshops für Kinder und Erwachsene statt: Zunächst werden in 40 Minuten Rhythmen an afrikanischen Trommeln geübt, dann schließt sich ein Tanzworkshop, ebenfalls über 40 Minuten, an. Daniel Okyere, der im Ratssaal eine Kostprobe seines Könnens gab, zählt zum Ensemble des Afrika-Zirkus. Er jongliert nicht nur mit großen Metallschüsseln, sondern balanciert auch übereinandergestapelte Bälle und Flaschen. Die Zuschauer werden Zeuge von Feuerspuckern, Stelzenläufern und mehr.

Der Verein Afrika hat Wert darauf gelegt, dass die Künstler nicht nur aus Zentralafrika stammen, sondern auch die nordafrikanische Kultur gezeigt wird. Allerdings nicht jede Anfrage konnte berücksichtigt werden. „Es wollten so viele Künstler mitmachen, das hätten wir nicht an zwei Tagen schaffen können“, sagt Joe Mvurah. Menschen aus Ghana, Benin, Simbabwe, Kenia, Äthiopien, Lybien und mehr gestalten das Bühnenprogramm. Moderiert wird es von Mercy Maurice aus Kenia.

Bunter Markt

Der gesamte Platz des Seezentrums wird sich am Wochenende in einen bunten Markt verwandeln, auf dem handgemachte Kunst, Essen und Kleidung aus Afrika angeboten werden. Eine Modenschau ist für Samstagnachmittag vorgesehen. Abends nimmt das Fest weiter Fahrt auf: Am Samstag geht die Dschungel-Party über die Bühne. Der Sonntag endet ebenfalls mit einem Discjockey, Tanz und allen Artisten auf der Bühne.

Es lohnt sich auch, den Gottesdienst zu besuchen, der am Sonntag von Reverend Dr. Joseph Edmond Clottey zelebriert wird. Selbstverständlich gestaltet ein Gospelchor die Messe ab 11.30 Uhr mit. Der Geistliche ist auch von der Atmosphäre in Eschweiler angetan und lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung: „Ich habe mich sehr gefreut, als wir die Zusage aus Eschweiler erhalten haben. Ein Verein allein kann es nicht schaffen, Brücken zu bauen und integrativ tätig zu werden.“

Schirmherr und Bürgermeister Rudi Bertram ist sich sicher, dass das Festival ein Erfolg wird: „In Eschweiler leben Menschen aus über 100 Nationen zusammen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir in einer Stadt wohnen, die weltoffen ist.“ Der Beweis dafür wird am Samstag und Sonntag sichtbar werden, wenn zahlreiche Menschen aus der ganzen Region wieder zum Blausteinsee pilgern, um dort die Vielfalt, das Temperament und die Lebensfreude der afrikanischen Kultur zu erleben.

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