Abwrackprämie: Freie Werkstätten sind die Verlierer

Von: Silvia Kurth
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Ältere Autos sind das Geschäft der freien Werkstätten: Herbert Froesch (links) und Karl-Heinz Fink sehen die Verlängerung der Abwrackprämie gar nicht gern. Foto: Silvia Kurth

Eschweiler. Dass der Staat die Zahlung der Abwrackprämie fürs Verschrotten älterer Autos verlängert, sieht Herbert Froesch gar nicht gerne. Er gehört zu den Verlierern bei der Milliarden-Finanzspritze für die Autoindustrie. Denn von der profitieren nur einige Große.

Die freien Werkstätten haben einen nicht unerheblichen Teil ihres Kundenpotenzials verloren. „Sonst hatten wir den Hof voll”, sagt Herbert Froesch vom FF-Team an der Uferstraße. Er rechnet mit einem Rückgang von „mindestens 30 Prozent”.

Diejenigen, die sich jetzt einen neuen Wagen gekauft haben, werden die Werkstätten erfahrungsgemäß in den ersten zwei, drei Jahren nicht mehr sehen. Und die alten Autos zwischen zehn und 20 Jahren, die die Werkstätten reparierten und fit für den TÜV machten, sind jetzt einfach nicht mehr da.

Für zwei Millionen Autos reicht das Geld, dass die Bundesregierung aus dem Schuldenhut zaubert, nachdem am Mittwoch die Verlängerung der Abwrackprämie beschlossen worden ist. Zwei Millionen Autos, die nicht nur in den Werkstätten fehlen, sondern auch als Nachschub für die Gebrauchtwagenhändler. Theoretisch jedenfalls.

Denn die Nachfrage hat sich durch die staatliche Subvention vor allem auf neue Kleinwagen verschoben. Tagelang sieht Gebrauchtwagenhändlerin Monika Mareien keinen Kunden auf dem Gelände, wo immer 20 bis 25 Autos stehen. Sie hat sich besonders auf Kleinwagen spezialisiert. Die Käufer schnappt ihr und ihren Kollegen nun das Berliner Geldgeschenk weg. „Ich kann die 2500 Euro nicht bieten.”

Verschrottungsrausch und die Politik, die dahinter steckt: „Das ist weggeworfenes Geld. Ich weiß nicht, was die Leute im Kopf haben. Das muss denen doch einleuchten.” Am Ende wird sich das Problem nur verschieben, glauben Monika Mareien und Herbert Froesch. Womit sie ganz auf der Linie der Experten liegen, die fürs nächste Jahr ein Heulen und Zähneknirschen in der Automobilindustrie vorhersagen. Die kleinen Werkstätten und Geschäftsleute aber haben keine Lobby.
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