800 Jahre alte Glocken von St. Cäcilia im Museum entdeckt

Von: ran
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Uberraschende Entdeckung: Pfarrer Josef Wienand mit den beiden mittelalterlichen Fundstücken, die vom 13. Jahrhundert bis in das Jahr 1890 den Turm der Pfarrkirche St. Cäcilia schmückten, im Glockenmuseum Gescher. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Sie sind ein tönendes Zeugnis, das in die Urzeit der Pfarre zurückweist.” Josef Wienand, Pfarrer der Gemeinde St. Cäcilia, schüttelt immer noch ein wenig „ungläubig” den Kopf, wenn er an seine jüngste Entdeckung denkt. Im Glockenmuseum Gescher bei Coesfeld sind zwei Glocken aus dem 13. Jahrhundert zu bewundern, die bis 1890 den Turm der Hehlrather Pfarrkirche schmückten.

Es war ein Zufall, der das Wiederfinden der beiden mittelalterlichen Kirchenglocken begünstigte. Der Alsdorfer Werner Saterdag war bei einer Beerdigung in Hehlrath zu Gast und berichtete, dass er Mitte der 90er Jahre eine Glockenausstellung im Landesmuseum Münster besucht und dort zwei Glocken aus Hehlrath gesehen habe.

Als Pfarrer Josef Wienand davon hörte, setzte er sich telefonisch mit dem „Entdecker” in Verbindung. „Herr Saterdag machte auf mich einen absolut glaubwürdigen Eindruck. Dennoch hatte ich ehrlich gesagt meine Zweifel, ob alle seine Ausführungen stimmten, schließlich liegt sein Museumsbesuch schon einige Jahre zurück”, erklärt der Geistliche. Trotzdem beschloss Josef Wienand, der Sache genauer nachzugehen.

Ein Anruf im Landesmuseum Münster brachte zwar noch nicht den endgültigen, aber bereits einen Teilerfolg, denn Dr. Gerd Dethlefs verwies den Spurensucher an das Glockenmuseum in Gescher. Und dort bestätigte man auf Nachfrage die Existenz der Glocken.

„Die Sache war mir aber immer noch etwas zweifelhaft”, denkt Josef Wienand einige Wochen zurück. Deshalb machte sich der Pfarrer auf den Weg nach Gescher. „Dort stand ich dann auf einmal vor den Glocken, deren Herkunft Hehlrath auf einer Tafel bestätigt wird”, freut sich der ehemalige Dechant, der vor Ort auch den Klang der beiden Glocken testete. „Sie wurden als Zweier-Geläut gegossen, sind im Ton aufeinander abgestimmt und klingen auch heute noch gut. Die Glocken sind eine Übergangsform von der so genannten Zuckerhutglocke zur so genannten gotischen Rippe, der heutigen Glockenform”, berichtet Josef Wienand.

Warum die mittelalterlichen Glocken Ende des 19. Jahrhunderts von der Firma Edelbrock in Gescher erworben wurden, ist bisher nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass im Jahr 1875 drei Glocken bei der Firma Edelbrock gegossen wurden, die auf unterschiedlichen Wegen Hehlrath erreichten.

„Aus der Chronik Josef Granraths ist ersichtlich, dass die 1787 gegründete Pfarre St. Cäcilia Hehlrath im Jahr 1890 zwei dieser Glocken erhielt. Vielleicht sind diese mit den Glocken aus dem 13. Jahrhundert bezahlt worden”, stellt Josef Wienand eine Vermutung an.

„Wie weit die Geschichte der beiden Glocken aus dem 13. Jahrhundert zurückzuverfolgen sein wird, bleibt dahingestellt. Ein Versuch sollte aber auf jeden Fall unternommen werden”, setzt der Pfarrer seine Hoffnungen auf die Historiker der Indestadt.

Die Hoffnung, die beiden Glocken womöglich in ihre ursprüngliche Heimat nach Hehlrath zurückzuholen, ist jedoch gering. „Bei den beiden Glocken handelt es sich um eine Dauerleihgabe”, erklärt Josef Wienand.
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