Eschweiler - 744 Pflegeplätze für Senioren in der Indestadt

744 Pflegeplätze für Senioren in der Indestadt

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Die größte Senioreneinrichtung in Eschweiler: Das Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion Aachen bietet nach eigenen Angaben etwa 240 Plätze. Foto: Irmgard Röhseler

Eschweiler. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Eschweiler steigt: Nach der aktuellsten Statistik aus dem Jahr 2013, die der Pflegeplanung der Städteregion zugrunde liegt, gelten fünf Prozent der Indestädter als pflegebedürftig, also 2778 Menschen.

Dies sind 237 Menschen mehr als noch vier Jahre zuvor. In keiner anderen Kommune der Städteregion ist die Quote so hoch.

Gute Chancen

Ein Grund dafür liegt auf der Hand: Mit 744 vollstationären Plätzen (Stand Mitte 2015) liegt Eschweiler auch dort im ehemaligen Kreis Aachen vorne. Lediglich die Stadt Aachen weist mit 2441 mehr Plätze aus. Wer also in der Indestadt einen Heimplatz sucht, der hat gute Chancen, zumal in Weisweiler eine weitere Einrichtung entstehen soll, die im nächsten Jahr ihre Pforten öffnen soll.

Die Pflegeplanung sieht vor, dass Mitte dieses Jahres in sieben Einrichtungen 817 vollstationäre Plätze zur Verfügung stehen – diese Prognose wird sich nicht erfüllen. Die größte Einrichtung steht in Trägerschaft der Städteregion Aachen: Das Senioren- und Betreuungszentrum an der Johanna-Neuman-Straße bietet etwa 240 Plätze an.

In Weisweiler baut die Residenz-Gruppe Bremen für eine Investitionssumme in Höhe von 20 Millionen Euro eine Einrichtung mit 80 Pflegebetten. Über 100 Arbeitsplätze sollen so entstehen. Das Projekt unter dem Titel „Neues Zentrum Weisweiler“ sieht auch Praxen, einen Einkaufsmarkt sowie ein Café vor.

Auf dem Areal befinden sich heute die Schützenhalle und das -heim der St.-Sebastianus-Bruderschaft sowie der Schützenplatz in Weisweiler. Für den Betrieb der Seniorenwohnungen und Pflegeeinrichtung holte sich die Bremer Gruppe die Itertalklinik ins Boot, die unter anderem in Walheim, Stolberg und Roetgen Senioreneinrichtungen betreibt.

Die Pflegeplanung betrachtet auch die Altersentwicklung in den Kommunen. Sie sieht für die kommenden Jahre einen wachsenden Anteil älterer Menschen auch in Eschweiler vor. So sollen 12.217 Indestädter im Jahr 2020 älter als 65 Jahre sein. Dies entspricht einem Anstieg um 8,7 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Noch deutlich soll die Zahl der Menschen steigen, die das 80. Lebensjahr überschritten haben. Die Städteregion geht nach ihren Berechnungen davon aus, dass in vier Jahren 3502 Hochbetagte in Eschweiler leben – 17,4 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

In Eschweiler besteht ein deutliches Überangebot an Pflegeplätzen, auch für die nahe Zukunft. Nach den Prognosen der Experten stehen Ende des Jahres 2018 270 Plätze mehr zur Verfügung, als nach derzeitigen Erkenntnissen benötigt werden. Dies führt allerdings nicht zwangsläufig dazu, dass ältere Menschen nach Eschweiler ziehen. Schließlich decken die meisten Kommunen in der Städteregion den Bedarf an Pflegeplätzen. Lediglich in Baesweiler (prognostizierte Unterdeckung in Höhe von 62 Plätze in 2018) und Alsdorf (46) fehlen ausreichend vollambulante Pflegeplätze.

Auch die Stadtverwaltung war um Stellungnahme zu der Pflegeplanung gebeten worden. Der Städteregionstag hat in seiner Sitzung am 10. Dezember des vergangenen Jahres beschlossen, eine verbindliche Bedarfsplanung einzuführen und keinen Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen in der Städteregion für 2016 auszuweisen. Dies hat Konsequenzen für Investoren, da Pflegeplätze von der Städteregion genehmigt werden müssen. Im Herbst soll dann der Bedarf für das kommende Jahr ermittelt werden.

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