72-Stunden-Aktion: Helfen im Garten, in der Kita und auch beim Minigolf

Von: Sonja Essers und Tobias Röber
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Sie setzen durch ihre Teilnahme an der 72 Stunden-Aktion ein Zeichen. 27 Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule arbeiten ehrenamtlich in fünf verschiedenen Projektgruppen und leisten so ihren Beitrag zur deutschlandweiten Aktion „Uns schickt der Himmel“. Foto: Sonja Essers
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Die Sanierungsarbeiten auf dem Minigolfplatz in Dürwiß machen den Schülerinnen Charlotte Janose (links) und Rita Stolbnikova sichtlich Spaß.
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Strahlende Gesichter in Kinzweiler. Ein neues Podest entsteht an der Rutsche, und es werden neue Pflanzen eingesetzt.
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Eine Gruppe kümmert sich um vernachlässigte Kindergräber. Diese werden von den Schülern erst gesäubert und anschließend neu bepflanzt.

Eschweiler. Im Rahmen der 72-Stunden-Jugendaktion „Uns schickt der Himmel“ engagieren sich bis Sonntag Jugendliche deutschlandweit bei sozialen und gemeinnützigen Arbeiten und zeigen so Einsatz für ihre Mitmenschen. Auch 27 Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule nehmen an dem Projekt teil und beweisen, dass die Jugend durchaus Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen kann. Im katholischen Kindergarten Kinzweiler gibt es ebenfalls eine Aktion.

Nachdem die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe der Liebfrauenschule mit ihrem Stufenleiter René Schippers und Schulseelsorger Frank Klinkenberg am Donnerstagnachmittag eine Auftaktveranstaltung in der Aachener Citykirche besucht hatten, wurde es am Freitagmorgen für die 15- und 16-Jährigen ernst. In der Kapelle der Schule stimmten sich die Jugendlichen mit Gebeten und Musik auf den Tag ein und machten sich gegen 10 Uhr an die Arbeit. In fünf Projektgruppen erledigen die Schüler, die sich freiwillig an der Aktion beteiligen, verschiedene Aufgaben und setzen so ein eindeutiges Zeichen.

Über so viel Engagement und Ehrgeiz freuen sich vor allem Schippers und Klinkenberg, die ihren Schützlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie in den Projektgruppen besuchen. Für die Schüler ist die Teilnahme an einer Aktion wie dieser selbstverständlich. „Ich hätte auf jeden Fall teilgenommen“, erklärt Moritz Gerhards und fügt hinzu: „Wenn wir die Möglichkeit nicht über die Schule gehabt hätten, dann hätte ich mich über die Pfarre engagiert.“

Der 16-Jährige hat sich mit seiner Mitschülerin Nicole Parreid dafür entschieden, einem älteren Ehepaar bei der Gartenpflege zu helfen. „Wir mähen den Rasen und jähten Unkraut“, sagt Parreid, die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit hat. „Normalerweise kümmere ich mich eher um die Schule oder um mich selbst, deshalb ist diese Aktion mal etwas ganz anderes“, meint die 15-Jährige.

Auch das handwerkliche Geschick der Teilnehmer ist in diesen Tagen sehr gefragt. Eine Gruppe von Schülern baut Insektenkästen und bringt diese in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station der Städteregion auf Pfählen an einer Obstwiese am Blausteinsee an. Herbert Theißen von der Biologischen Station erklärt den Schülern, wie wichtig die Nistkästen für die Fortpflanzung der Wildbienen sind. Außerdem bringen die Schüler Nistkästen für verschiedene Vögelarten an und beseitigen Stockausschläge an den Bäumen.

Ein großes Projekt ist die Sanierung des Minigolfplatzes in Dürwiß. Säubern, Schleifen und Streichen der Bahnen steht im Vordergund und wird von den Jugendlichen mit viel Ehrgeiz erledigt. „Es ist toll, wenn man sieht, dass man etwas geschafft hat. Man kann etwas Gutes tun und auch noch ein Ergebnis sehen“, sagen Charlotte Janosa und Rita Stolbnikova. Auch Jugendarbeiter Christian Meuskens ist von dem Engagement der Schüler begeistert. „Als Dankeschön für ihre Hilfe werden wir von der Mobilen Jugendarbeit ein Grillen veranstalten.“ Außerdem habe man die Möglichkeit, mit dieser Aktion zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. „Wir koppeln dieses Projekt mit der Aktion „Generation Jugend“ und werden mit den Schülern über ehrenamtliches Engagement sprechen und sie fragen, was ihnen in Eschweiler für Freizeiteinrichtungen fehlen.“

Die Gruppe von Diakon Andreas Züll und Jutta Schoenen von der Friedhofsverwaltung kümmert sich um ein weiteres Projekt. Sieben Schüler haben sich dazu bereit erklärt, auf dem Friedhof an der Dürenerstraße Kindergräber zu pflegen, um die sich niemand mehr kümmert. Die Jugendlichen reinigen diese, entfernen Unkraut und bepflanzen sie schließlich neu. Den Schülern macht die Arbeit so viel Spaß, dass sie sich dazu entschlossen haben, im Herbst erneut die Pflege zu übernehmen.

Auch die Arbeit bei der Eschweiler Tafel bereitet den Schülern Freude. Dort sortieren sie die Lebensmittel und helfen am Nachmittag im Verkauf mit.

Nachdem die Jugendlichen die Arbeit in den verschiedenen Projekten beendet haben, treffen sie sich auf dem Minigolfplatz in Dürwiß, um dort noch ein letztes Mal anzupacken. Für Schulseelsorger Frank Klinkenberg fördert diese Aktion nicht nur das Engagemant der Jugendlichen, sondern hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt. „In diesen Tagen können sich die Schüler untereinander besser kennenlernen und kommen ins Gespräch. Gruppen wie diese hätten im normalen Schulalltag vielleicht nie zueinander gefunden.“

Neues Podest und Maigrün

In Kinzweiler dürfen sich die 48 Kindergartenkinder der Einrichtung St. Blasius freuen. Die Jugend der St.-Blasius-Schützen packt dort nämlich kräftig mit an. Seit rund zwei Monaten dürfen die Mädchen und Jungen nämlich die große Rutsche nicht mehr benutzen. Der Grund: Rund um die Rutsche hat sich Lonicera pileata ausgebreitet. Das ist eine Pflanze, an der Beeren wachsen, die giftig sein können. Also muss die Pflanze weg. Auf dem Hügel rund um die Rutsche wird nun eine Verwandte gepflanzt: Lonicera nitida, auch Maigrün genannt. Zudem wird das Podest direkt an der Rutsche neu gemacht.

Sponsoren haben diese Aktion möglich gemacht, denen Pfarrer Josef Wienand, Michael Müller von den St.-Blasius-Schützen und natürlich das Kita-Personal herzlich dankten. So hat die Kirchengemeinde Eschweiler-Nord die neuen Pflanzen gestiftet. Die Kinder freuen sich schon jetzt darauf, in Kürze wieder auf dem gesamten Gelände spielen zu können. Die 72-Stunden-Aktion hat es möglich gemacht.

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