460 marode Meter werden Vorzeigestraße

Von: Rudolf Müller
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Die Peter-Paul-Straße vor dem Städtischen Gymnasium (rechts, außerhalb des Bildes) und dem, Jugendheim der Pfarre St. Peter und Paul (links): Hier soll demnächst ein attraktiver Platz als Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität entstehen. Foto: Rudolf Müller
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Dringend überarbeitungsbedütrftig: die Peter-Paul-Straße mit „Rasen“-Stellplätzen an der Rückfront des einstigen Teppichmarkts. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Eigentlich sollte in diesem Jahr der Marktplatz umgestaltet werden. Damit aber lässt die Stadt sich noch Zeit: weil sie auf einen zeitnahen Verkauf von Hertie-Immobilie und City-Center hofft. Und die Planung des „neuen“ Marktplatzes dann den Plänen für dieses bisherige Geschäftsareal anpassen will.

Also beginnt die Sanierung der nördlichen Innenstadt ein Stück nördlicher: mit der 835.000 Euro teuren Kanalsanierung in der Peter-Paul- und der Parkstraße sowie mit der Umgestaltung der Peter-Paul-Straße auf 430 Metern Länge zwischen Jülicher und Kolpingstraße. Kosten hierfür: rund 1,2 Millionen Euro, von denen ein knappe halbe Millionen aus Städtebauförderungsmitteln stammt.

Ein Stück Grün für Bello

Die aus dem Jahr 1908 stammende Hauptkanäle in der Peter-Paul-Straße sind ebenso wie die halb so alten Kanäle in der Parkstraße in marodem Zustand; 30 bis 40 Prozent der Hausanschlussleitungen sind beschädigt. Die betroffenen Eigentümer werden von den WBE darauf hingewiesen, sind aber nicht zur Sanierung verpflichtet.

In der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses am Donnerstagabend stellte ein Vertreter der beteiligten Planungsbüros – Berg und Partner sowie Baum Architekten – den Kommunalpolitikern vor, wie sie die „neue“ Peter-Paul-Straße sehen, die heute kaum attraktive Ecken aufweist. „Wild“ in die Gegend gepflanzte Fahrradständer, Trafostationen, Altkleider- und Altglascontainer tragen nicht gerade zur Verschönerung bei.

Das beginnt bereits gleich hinter der Einmündung Jülicher Straße/Peter-Paul-Straße: Hier verderben die schäbigen Fassaden eines seit etlichen Jahren leerstehenden Geschäftslokals, eines früheren Teppichmarkts, das Bild.

Vorschlag der Planer: die vorhandenen Parkplätze von der Freifläche vor dem Markt in Schrägstellung an die Fahrbahn verlegen, die Freifläche begrünen, mit einer Hecke abgrenzen und die Fassade mit Spalierbäumen kaschieren. Die Grünfläche selbst könnte als Angebot an Hundehalter dienen – Tütenspender und Abfallbehälter inklusive.

Das könnte Herrchen und Frauchen dazu bringen, ihre Vierbeiner nicht länger auf der Grünfläche an Englerthsgärten ihre anrüchigen Geschäfte machen zu lassen: Die nämlich soll ebenfalls komplett umgestaltet werden und auf einer ins heutige Grün hineinragenden Platzfläche künftig einiges an Aufenthaltsqualität bieten – Ruhebänke, Spielgeräte, eine Boulebahn.

Eine attraktive Platzatmosphäre schaffen wollen die Planer auch vor dem Hauptgebäude des Städtischen Gymnasiums. Hier ist die einst klar gegliederte Fläche – ein Foto aus den 1920er-Jahren zeigt sie – längst einer „wilden“ Nutzung gewichen. Das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude des städtischen Gymnasiums mit dem angrenzenden wertvollen Baumbestand und dem gegenüber liegenden hochwertigen Baumbestand und dem gegenüber liegenden Pfarrjugendheim wird zu einem attraktiven Treffpunkt gestaltet.

Hier wie auch an der Einmündung Englerthsgärten wird die Fahrbahn angehoben (Beispiel: die Marienstraße im Bereich Fußgängerzone), was aber nicht zu einer Temporeduzierung auf Schrittgeschwindigkeit führt: Auch nach dem Umbau gilt durchgängig Tempo 30, betonte die Verwaltung.

Mehr Stellplätze, mehr Bäume

Die „neue“ Peter-Paul soll generell der neuen oberen Grabenstraße gleichen: Mit Pflasterflächen und Asphaltfahrstreifen. Mit in der Regel 2 bis 2,5 Meter breiten Gehwegen, 2,25 Meter breiten Parkstreifen und auf 5,5 Meter Breite reduzierten Fahrbahnen. Mit neun zusätzlichen Parkplätzen (damit gibt es dort künftig 100 Stellplätze) und 15 zusätzlichen Bäumen.

Die gut 40 Jahre alte Straßenbeleuchtung muss erneuert und nicht zuletzt an den Kreuzungen und vor den zahlreichen öffentlichen Gebäuden Barrierefreiheit hergestellt werden. Dazu gehörten auch Leit- und Orientierungssysteme für sehbehinderte Menschen. FDP-Sprecher Christian Braune regte zudem an, hier E-Mobil-Tankstellen einzurichten.

Die laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Leo Gehlen „sehr positive“ Planung soll schon in den nächsten Tagen den Bürgern vorgestellt werden. Über das Ergebnis dieser Bürgerversammlung und den sich möglicherweiser daraus ergebenden Planänderung wird dann der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am 22. Mai informiert. Mit den Bauarbeiten, so schätzt die Verwaltung, könne dann im Oktober begonnen werden. Wie viele Monate lang dann in diesem Bereich mit Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet werden muss, ist derzeit noch offen.

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