390 Einsatzkräfte fast 20 Stunden im Einsatz

Letzte Aktualisierung:
nothberger2_
Binnen Minuten völlig überflutet: die Nothberger Straße. Schon am frühen Abend galt hier: „Land unter”. Foto: Hans-Joachim Eichhorn

Eschweiler. Zunächst sah es am Freitagabend so aus, dass die Stadt Eschweiler vom Unwetter verschont blieb, da lediglich um 18.22 Uhr eine Meldung über eine Überflutung der Kölner Straße einging. Aber während die Kräfte der Hauptwache zunächst bei trockenem Wetter von der Wache am Florianweg ausrückten, regnete es in Weisweiler bereits in Strömen.

Da die Fahrbahn in Richtung Düren erneut auf mehreren hundert Metern überflutet war, wurde die Straße komplett gesperrt und verschlammte Kanaleinläufe wurden gereinigt.

Um 19.12 Uhr brach dann das Unglück in Form des Unwetters über die Stadt herein und löste insgesamt - bis Samstag 14 Uhr - rund 420 Einsätze aus.

Unaufhörlich gingen in der Einsatzzentrale am Florianweg die Hilfeersuchen aus dem Stadtgebiet ein, insbesondere aus Kinzweiler, Hehlrath, St. Jöris, Stadtmitte, Ost, Nothberg, Dürwiß, Pumpe.

Hilfe aus der ganzen Region

Aufgrund der Vielzahl der Einsätze musste die Feuerwehr der Stadt Eschweiler umfangreiche überörtliche Hilfe in Anspruch nehmen. So eilten Kräfte aus Langerwehe, Düren, Simmerath, Monschau, Aachen, Würselen, Inden, Aldenhoven, Baesweiler sowie vom THW Eschweiler zur Hilfe. Trotzdem mussten viele Bürger lange Wartezeiten von teilweise mehreren Stunden in Kauf nehmen, bevor Einsatzkräfte vor Ort erschienen, was nicht überall auf Akzeptanz stieß.

Die Einsätze wurden von der Einsatzzentrale sowie dem Abrollbehälter Einsatzleitung in der Feuer- und Rettungswache koordiniert. Dort wurde auch ein politisch administrativer Verwaltungsstab unter der Führung von Bürgermeister Bertram gebildet, der die Feuerwehr wirkungsvoll unterstützte.

Ein Einsatzschwerpunkt lag im Krankenhaus Eschweiler, wo die Aufzugsschächte sowie die Technikräume durch Wassereinbrüche in Mitleidenschaft gezogen wurden. Trotz massiven Personal- und Materialeinsatzes musste ein befristeter Aufnahmestop für das Krankenhaus ausgerufen werden. Nach Abschluss der Hilfeleistungs-maßnahmen konnte dieser allerdings in den späten Abendstunden wieder aufgehoben werden.

An der Wollenweberstraße stand eine Tiefgarage komplett unter Wasser und eine Person wurde hilflos in einem geparkten Pkw vermutet. Hier dauerten die Pumpmaßnahmen bis weit nach Mitternacht, eine Person wurde Gott sei Dank dort nicht gefunden.

Straßen völlig überflutet

In Kinzweiler und Hehlrath standen zahlreiche Keller komplett unter Wasser, so dass auch dort bis 3 Uhr in der Frühe gepumpt werden musste.

Zahlreiche Straßen wurden ebenfalls überflutet und mussten zeitweise gesperrt werden, da ein Passieren nicht mehr möglich war. Dies traf u.a. auf die Kölner Straße, die Heisterner Straße, die Talstraße sowie die Indestraße zu. Nach Ablaufen der Wassermassen wurden diese von Feuerwehrkräften mit Unterstützung des WBE gereinigt.

Ansonsten wurden im gesamten Stadtgebiet zumeist Wohnungen und Häuser von massiven Wassereinbrüchen heimgesucht, die ein Tätigwerden der Einsatzkräfte erforderlich machten. Aber auch die Stadtverwaltung blieb von Schäden nicht verschont, so kam es u.a. in zahlreichen Schulen zu Wassereinbrüchen. Auch das Rathaus verzeichnete diverse Wasserschäden im gesamten Gebäude, die zwar am Samstag bereits von zahlreichen Mitarbeitern beseitigt wurden, allerdings kann es trotzdem am Montag zu leichten Einschränkungen beim Besucherverkehr kommen.

Neben Wassereinsätzen, umgestürzten Bäumen u.a., waren sechs kleinere Brände zu verzeichnen, die zumeist durch Wassereinbrüche in Elektroverteilungen ausgelöst wurden und relativ schnell gelöscht werden konnten.

Die rund 390 Einsatzkräfte wurden, nach den stundenlangen Einsätzen, durch eine Betreuungseinheit der Johanniter-Unfallhilfe Eschweiler, in der Feuer- und Rettungswache, verpflegt.

Niemand verletzt

Das Einsatzgeschehen beruhigte sich erst in den frühen Morgenstunden, so dass die letzten Einsatzkräfte erst gegen 4.30 Uhr die Heimfahrt antreten konnten.

Am Samstagmorgen setzten sich dann die Einsätze fort, so dass die Löschzüge Weisweiler, Kinzweiler, Lohn und Röhe erneut alarmiert wurden, um weitere Keller leer zu pumpen. Hier mussten u.a. die Kellerräume der Autobahnpolizei Eschweiler vom Wasser befreit werden. Bis gegen 13 Uhr wurden so weitere 15 Einsatzstellen abgearbeitet.

Glücklicherweise wurden bei den Einsätzen keinerlei Personen verletzt, allerdings dürfte der entstandene Sachschaden enorm sein. Prognosen über die Höhe lassen sich allerdings noch nicht treffen.

Die Feuerwehr rät auch zur Überprüfung der Keller verreister Nachbarn, falls Schlüssel vorhanden sind, damit diese nicht nach der Rückkehr aus dem Urlaub eine unliebsame Überraschung, in Form eines nassen Kellers erleben.

Axel Johnen, Leiter der Feuerwache: „Wir bedanken wir uns bei allen Wehren aus den Kreisen Aachen, Düren sowie der Stadt Aachen und dem THW für die tatkräftige Unterstützung bei dieser enormen Unwetterlage, die Eschweiler in dieser Form noch nicht erlebt hat.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert