35 Jahre Segelklub Eschweiler See: Hoffnung auf ein eigenes Vereinsheim

Von: Tobias Röber
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Segeln macht schon den Jüngsten viel Spaß, und häufig kommen über die Kinder auch die Eltern in den Verein, der immer wieder viele Unternehmungen anbietet, wie die Fotos aus den ersten Jahren zeigen. Foto: Tobias Röber, SKES
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Bei der Pflege der Boote packen die Mitglieder selbstverständlich an. Das Bild mit dem damaligen Vorsitzenden Kico Schmidt (links) ist bei der Eröffnung der Steganlage 2003 entstanden. Foto: Tobias Röber, SKES

Eschweiler-Dürwiß. „Wir sind kein Klub der oberen Zehntausend oder ein Klub der weißen Hosen – wir sind für jedermann offen“, sagte Klaus-Dieter Bartholomy im Jahr 1980. Der Segelklub Eschweiler See (SKES) war gerade geboren und feiert somit in diesem Jahr den 35. Geburtstag. Und er schreibt seine Erfolgsgeschichte weiter fort. Nach zwischenzeitlichem Mitgliederschwund, wächst der Verein immer weiter.

Hans-Werner Schmidt (vielen als ehemaliger Leiter der Eschweiler VHS bekannt) gibt damals den Anstoß, und einige Mitstreiter sind schnell gefunden. Im Hinterkopf haben die Gründungsväter die Blausteinsee-Pläne. Anfangs hat der Verein zwei Boote auf der Maas, die Jugendabteilung trainiert am Lucherberger See. Bereits im März 1980 hat der Verein 40 Mitglieder, von denen viele ihrem Verein lange treu bleiben. 16 Gründungsmitglieder sind noch heute dabei. Schon im ersten Jahr unternehmen zwölf Mitglieder eine Segeltour nach Südfrankreich, in den kommenden Jahren folgen weitere Törns (Griechenland, Türkei etc.)und die Mitgliederzahl steigt immer weiter. Mitte der 80er Jahre gibt es jedoch einen Bruch, die Aufbruchsstimmung scheint vorbei.

80 Kinder und Jugendliche

Der Verein fängt sich jedoch. Die Jugendabteilung wird eigenständig – und wächst. Im Jahr 2000 wird der Blausteinsee offiziell eröffnet, und im Mai 2003 eröffnet der Segelklub seine eigene Steganlage. Die Mitgliederzahlen steigen stetig an. Waren es im Jahr 2007 noch rund 150, sind es 2014 etwa 280, davon 80 Kinder und Jugendliche. Weitere Anfragen gibt es schon jetzt.

Und wie erklärt sich der Verein diesen Erfolg? Immerhin haben viele Vereine mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. „Segeln kann man auch im fortgeschrittenen Alter“, nennt Jutta Pletz, Beisitzerin und für die Geschäftsstelle zuständig, einen Grund. Zudem sei der SKES kein „elitärer Jachtclub, sondern ein Verein für die ganze Familie“, wie der Vorsitzende betont.

Der Fortbestand des Vereins scheint für die kommenden Jahre gesichert. Inzwischen hat der Verein auch genug Trainer in den eigenen Reihen. „Anfangs kamen noch zwei Trainer aus Köln“, erinnert sich der SKES-Vorsitzende Wolfgang Peeters. Jetzt stellt der Verein sieben Trainer, davon fünf Jugendcoaches.

Der Verein hat sich inzwischen einen Namen nicht nur in der Region gemacht. „Vom Bodensee bis nach Kiel kennt man uns“, sagt Wolfgang Peeters und lacht. Jutta Pletz ergänzt: „Sogar in Tschechien kennt man uns.“ Das liegt an Veranstaltungen wie „Open Bic“, bei denen Teilnehmer aus ganz Deutschland (und eben darüber hinaus) den Weg nach Dürwiß antreten.

Im Winter sind die Segler zwar nicht auf dem Wasser aktiv, zu tun gibt es dann jedoch auch einiges. So steht im Winter die Erwachsenenausbildung an, bei der jedes Jahr rund 20 Vereinsmitglieder gerne den Sportbootführerschein erwerben. Auch das Material muss immer wieder gepflegt werden, damit es zum Saisonstart am 1. April (Saisonende ist im Oktober) einsatzbereit ist. Sämtliche Boote sind vereinseigen. Es gibt die verschiedensten Typen, sogar einige Holzboote sind dabei. Die machen optisch einiges her, sind aber auch recht pflegeintensiv.

Für das Jahr 2015 steht neben dem Fortführen des regen Vereinslebens vor allem eins auf der Agenda: das gewünschte Vereinsheim. An dieser Stelle blicken die Segler auf die Fußballvereine und deren Heime. Ein Modell für ein SKES-Gebäude am See existiert bereits. Es nimmt, wie die anderen Gebäude auch, die Form des Platzes auf. Der Entwurf stammt vom Architekten Ralf Scholl, der auch für das kürzlich eingeweihte Restaurant am See verantwortlich zeichnet.

Das Problem – wie man sich denken kann – ist die Finanzierung. Einen Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro von der Stadt gibt es bereits, allerdings kostet das geplante Heim ein Vielfaches. „Wir haben jedes Jahr allein um die 1000 Euro Schäden, weil Mäuse in unseren Containern etwa die Segel anfressen“, erklärt Jutta Pletz. Und sie hofft gemeinsam mit den Mitgliedern des SKES, das das Vereinsheim bald realisiert wird.

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