300 Tonnen auf Reisen: Start mit Hindernissen

Von: Peter Schöner
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Hier ist Augenmaß gefragt: In den späten Abendstunden zum Pfingstsamstag setzte die Gebr. Quast GmbH & Co KG einen industriellen Schwertransport in Bewegung, den Eschweiler so wohl noch nicht erlebt hat. Foto: Peter Schöner

Eschweiler. Was sich da einigen schaulustigen Nachtschwärmern auf Eschweilers Straßen bot, war schon beeindruckend. Vom Firmengelände der Gebrüder Quast GmbH & Co KG in Eschweiler-Stich setzte sich in den späten Abendstunden zum Pfingstsamstag ein industrieller Schwertransport in Bewegung, den Eschweiler so wohl noch nicht erlebt hat.

Mit einer Gesamtlänge von mehr als 80 Metern, einer Höhe von 5,70 Meter und 4,50 Meter Breite wurde im gelblich-rotierenden Signallicht ein 300 Tonnen schwerer Konvoi, beladen mit einem 62 Meter langen industriellen Edelstahlbehälter, auf die beschwerliche Reise nach Mannheim geschickt, der dort auf dem Gelände eines Chemie-Unternehmens seine endgültige Lagerstatt einnehmen soll.

Logistische Vorarbeit

Zuvor hatten Spezialkräfte der Firma Bohnet, ein seit Jahrzehnten führender Anbieter im Schwertransport-Geschäft mit dem Firmenhauptsitz in Kirchdorf/Bayern, ihre umfangreiche logistische Vorarbeit aufgenommen. Dazu zählt nicht nur das Einholen aller erforderlichen Genehmigungen wie für das vorübergehende Abbauen von Verkehrszeichen, Ampeln oder Leitplanken, sondern auch die Auswahl der endgültigen Streckenführung, die von der europaweit tätigen Firma festgelegt und lasergestützt vermessen wurde.

Im Schneckentempo vorwärts

Beschwerlich war die Reise von Anfang an. Schon gleich zu Beginn der Fahrt kam das Vehikel an der Einmündung in die Phönixstraße und später am Bahnübergang in der Röher Straße zum Stillstand oder bewegte sich lediglich im Schneckentempo vorwärts.

Die beiden 4-Achs-Spezial-Zugmaschinen mit Leistungen von bis zu 700 PS mussten wegen der beengten Streckenführung mehrmals ab- oder umgekoppelt werden.

Wie ein gigantischer gummibereifter Tausendfüßler rollten phasenweise die per Joystick selbstfahrenden Achsmodule mit den kombinierbaren Achslinien über Randsteine und Bahnübergänge.

Mit einem immensen personellen Aufgebot (Polizeikräfte auf Motorrädern und in Einsatzfahrzeugen für die erforderlichen Straßensperrungen, Hilfskräfte auf zwei Fahrzeugen mit speziellen Hubarbeitsbühnen für das Abmontieren störender Objekte am Transportweg sowie spezialgeschultes „Fußvolk mit Funkgeräten” der Firma Bohnet) wurde das Stahlvehikel Meter um Meter an Baumkronen und Häusergiebeln vorbei in Richtung Innenstadt bugsiert.

Die für die Nacht noch geplante Autobahnüberquerung und Weiterfahrt über Alsdorf bis Übach-Palenberg - eine logistische Meisterleistung - scheiterte. Bis zu einer erneuten Genehmigung des Transports durch die Bezirksregierung Köln steht der Schwertransport deswegen noch in einer Sackgasse an der Rue des Wattrelos.
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