2,6 Millionen Kinder sterben jedes Jahr vor Hunger

Von: tob
Letzte Aktualisierung:
9255739.jpg
Treffpunkt Ratssaal: Hier komen jedes Jahr die Eschweiler Sternsinger auf Einladung des Bürgermeisters zu einer kurzweiligen Dankesfeier zusammen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Der Film stimmte doch sehr nachdenklich. Willi Weitzel (Willi will‘s wissen...) erklärt seit einigen Jahren Kindern und auch Erwachsenen die Welt. Jetzt war er in die Philippinen gereist und hatte neben schönen Bildern auch viele Szenen voller Armut und Trauer mitgebracht.

Die 57. Aktion Dreikönigssingen stand unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein – Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit“. Auch in Eschweiler haben sich viele Kinder und Jugendliche beteiligt. Mit einer Feierstunde im Rathaus wurden sie am Mittwochabend für ihren Einsatz belohnt.

„Es ist schön, dass sich ganz junge Menschen für andere einsetzen“, sagte Bürgermeister Rudi Bertram bei der Begrüßung und dankte auch den zahlreichen Betreuern. Es war die 14. Feierstunde im Rathaus und zum 14. Mal war auch Werner Linnartz dabei, der das Dreikönigssingen in der Pfarre St. Peter und Paul seit 27 Jahren organisiert. „Wir sind eine Spontangruppe“, sagte er in Richtung des Bürgermeisters und fuhr fort: „Sie laden ein und wissen dann gar nicht, wer alles kommt.“ Aus fast allen Pfarren waren Kinder dabei. Es wurde gemeinsam gesungen und besagter Film angesehen.

In dem Film von Willi Weitzel lernten die Sternsinger Jerec kennen. Jerec ist elf Jahre alt und das Kind, das auf den Plakaten für die Aktion Dreikönigssingen 2015 zu sehen ist. Mit seinen Eltern und vier seiner Geschwister lebt er in einer einfachen Hütte in Lobaton, einem kleinen Dorf im Norden der Philippinen-Insel Negros. Jerecs Vater arbeitet gemeinsam mit dem ältesten Sohn als Saisonarbeiter auf den Zuckerrohrfeldern der Insel, außerhalb der Saison verkaufen die beiden Fisch. Die Familie hatte einen kleinen Garten, in dem Papayas, Bohnen und andere Obst- und Gemüsesorten wuchsen. Bei der Gartenarbeit haben die Kinder immer gern mitgeholfen, bis der Taifun Haiyan den Garten zerstört hat. Jerec hilft seiner Mutter beim Wäschewaschen und beim Kochen auf der offenen Feuerstelle vor der Hütte.

Jerec ist fröhlich, kann spielen und lernen. Doch jedes dritte Kind auf den Philippinen ist mangelernährt. Viele Familien können eine gesunde Ernährung für ihre Kinder einfach nicht bezahlen. So gibt es täglich Reis, der zwar satt macht, aber nicht genügend Nährstoffe liefert. Jerecs Schule ist eins von mehreren Sternsinger-Projekten auf den Philippinen, die mit einfachen Mitteln für eine gesunde Ernährung der Kinder sorgen: Es gibt einen Schulgarten mit Obst und Gemüse; jeden Tag kochen Lehrer und Eltern eine gesunde Mahlzeit für die Schülerinnen und Schüler. Jerec hilft bei der Gartenarbeit und ist begeistert: „Die Schule macht mir großen Spaß, vor allem der Gartenunterricht. Später möchte ich selbst Lehrer werden und alle Fächer unterrichten.“

Jerec ist eins von vielen tausend Kindern, die von den Sternsinger-Projekten weltweit profitieren.

842 Millionen Menschen weltweit leiden Hunger. Jeder achte Mensch hat nicht genügen zu essen, um ein gesundes Leben zu führen. Zwei Milliarden Menschen weltweit sind mangelernährt. Rund 2,6 Millionen Jungen und Mädchen unter fünf Jahren sterben jedes Jahr an den Folgen von Unterernährung. Mehr als 162 Millionen Kinder sind zu klein für ihr Alter, etwa 50 Millionen sind zu dünn für ihre Größe – beides sind Zeichen von Mangelernährung.

Die Eschweiler Sternsinger haben jetzt erneut ihren Beitrag geleistet, damit zumindest einigen Kindern geholfen werden kann. Dafür dankte auch Thomas Römer vom Kindermissionswerk, der aus Eschweiler stammt und für die Sternsinger deutschlandweit unterwegs ist. so war er erneut unter anderem bei der Bundeskanzlerin und beim Bundespräsidenten zu Gast. Natürlich immer gemeinsam mit einigen Sternsingern. Auch in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt durfte er vorbeischauen – und den WM-Pokal anfassen. Ein besonderer Moment. „Kinder sind Botschafter und tun Gutes. Euer Dienst ist besonders wertvoll“, lobte er.

Pfarrer Dr. Rainer Hennes war es in Vertretung des erkrankten Pfarrer Josef Wienand dann vorbehalten, das Ergebnis der Sammlung in der Indestadt zu verkünden. 44.611,13 Euro kamen zusammen – 1200 Euro mehr als im Vorjahr. Den Applaus hatten sich alle redlich verdient. Genau wie die Urkunden und Armbänder für ihre Teilnahme an der Aktion sowie die Stärkung, die im Rathaus vorbereitet war.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert