Eschweiler - 2285 Euro Schulden pro Einwohner

2285 Euro Schulden pro Einwohner

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Glaubt man dem Statistischen Landesamt, so hat Eschweiler im vergangenen Jahr Schulden abgebaut. Dies geht zumindest aus den Zahlen hervor, die jetzt veröffentlicht wurden: Danach sank die Pro-Kopf-Verschuldung in Eschweiler auf 2285,36 Euro im Vergleich zu 2379,44 Euro im Jahr 2009.

Damit steht Eschweiler aber in jedem Fall besser da als das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3202,35 Euro.

Dennoch drückt die Stadt Eschweiler eine enorme Schuldenlast. Mit 126,6 Millionen Euro, so rechnete das Landesamt aus, steht die Kommune in der Kreide. Allerdings geht die Behörde von einer Kassenkredithöhe von 47 Millionen Euro aus. In ihrem Haushaltsentwurf für das laufende Jahr hatte die Stadtverwaltung noch rund 59,8 Millionen Euro in diesem Bereich angegeben.

Die Kassenkredite sind vergleichbar mit einem Dispokredit, allerdings sind die Zinskonditionen für die Öffentliche Hand deutlich günstiger. Wegen der Niedrigzinsphase hatte Stadtkämmerer Manfred Knollmann mehrfach angekündigt, diese Kredite bald in langfristige Darlehen umzuwandeln.

Laut Statistisches Landesamt machen die Kassenkredite in Eschweiler rund ein Drittel aller Verbindlichkeiten aus. Für Investitionen schuldet die Stadt ihren Gläubigern noch 77,3 Millionen Euro. Dies deckt sich auch mit der Zahl aus dem Haushaltsentwurf. Eingerechnet sind auch die Verbindlichkeiten der städtischen Betriebe. Damit liegt Eschweiler im Durchschnitt der Städteregion, allerdings liegt eben der Schwerpunkt auf die Investitionskredite, für die auch ein Gegenwert besteht.

Ganz anders stellt sich zum Beispiel die Situation im benachbarten Stolberg dar: Dort haben die sogenannten Liquiditätssicherungskredite mit knapp 114 Millionen Euro die dauerhaften Schulden von 95,4 Millionen Euro überstiegen. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist in der Kupferstadt mit 3630,44 Euro sogar noch höher als in Aachen (3540,99 Euro), Monschau (3387,26) und Würselen (3077,78).

Sozialkosten steigen

Bürgermeister Rudi Bertram ist weit davon Entfernt, angesichts der Zahlen in Euphorie auszubrechen: „Wir bauen in der Tat Schulden ab, müssen aber immer wieder die Kassenkredite erhöhen.” Dies rechnet sich nur wegen des niedrigen Zinsniveaus für die Stadt. „Ich bin heute dankbar für jeden alten Kredit, den wir durch einen neuen ablösen können.” Nach wie vor ist die Stadt aber enorm belastet, weil die Sozialkosten trotz sinkender Arbeitslosigkeit steigen: „Immer mehr Menschen gehen zur Arge, weil sie vom Lohn alleine nicht leben können.”
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