Eschweiler - 1,65 Meter großes Krokodil auf dem Weg zur Meisterschaft

1,65 Meter großes Krokodil auf dem Weg zur Meisterschaft

Von: Patrick Nowicki
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Dominick Pluntke (44) in Aktion: Der Eschweiler steht mit der U19 der Cologne Crocodiles im Halbfinale des Juniorbowls. Foto: Karsten Klostermann
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American Football ist seine Leidenschaft: Dominick Pluntke steht im Halbfinale der U19-Meisterschaft. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Von Fans bejubelt werden, die Arme nach einem Sieg in die Höhe recken und als Profi seinen Sport zum Beruf machen – davon träumt fast jeder Junge. Auch Dominick Pluntke aus Bergrath. Er möchte einmal mit American Football sein Geld verdienen. Der 16-Jährige kommt diesem Ziel wieder etwas näher.

Er steht mit seiner Mannschaft, den Cologne Crocodiles, im Halbfinale der U19-Meisterschaften. Am Sonntag sind die Berlin Adler zu Gast in Köln-Widdersdorf, und Köln ist klarer Favorit.

Dominick Pluntke will davon allerdings noch nichts wissen. Sein Ziel ist zunächst die Deutsche Meisterschaft. Schließlich musste er sich in seiner Sportart alles erkämpfen, verfügt er doch mit einer Körperhöhe von 1,65 m nicht gerade über ein Gardemaß für Amercan Football. Aber dort, wo meist menschliche Kleiderschränke in Schutzpolstern stecken, hat er seinen Weg gemacht: zunächst nach Aachen, dann in NRW-Auswahlmannschaften und schließlich nach Köln.

Bis zu drei Trainingseinheiten

Zwei- bis dreimal in der Woche trainiert er in der Domstadt. In Eschweiler bleibt er auch nicht ruhig, sondern schwitzt zusätzlich fast täglich im Fitnessstudio. Zeit für Schule? „Ich bin kein guter Schüler“, gibt er zu. Lieber streift er das grün-gelbe Dress seiner Crocodiles über. Nach den Sommerferien beginnt seine Zeit im Berufskolleg Eschweiler. Tätowierer möchte er einmal werden. Aber am liebsten Football-Profi.

Dass er zu dieser recht ungewöhnlichen Sportart kam, hat er seiner Großmutter Brigitte Kraweschinski zu verdanken. Enkel Dominick kickte bei der ESG, als sie eine Anzeige der Aachen Vampires in unserer Zeitung entdeckte. Der damals Zehnjährige kannte American Football nur aus Filmen, in denen am Schluss der Held auf dem Spielfeld von allen gefeiert wird. „So will ich auch einmal sein“, hoffte Dominick damals.

Allerdings begann sein erstes Training mit einer Enttäuschung: Man dachte ihm nicht die Rolle des Spielmachers, des Quarterbacks, oder des Läufers, des Wide Receivers, zu, sondern des Linebackers. Damit übernimmt er eine defensive Rolle und hindert gegnerische Spieler daran, bis zur Punktezone durchzulaufen oder einen Ball zu fangen. Das gelingt ihm trotz seiner Größe erstaunlich gut: „Die anderen im Team nennen mich oft Bowling-Kugel – da wo ich mich reinschmeiße, fliegt alles zur Seite“, sagt der junge Eschweiler.

Erste Einladungen zur NRW-Auswahl waren die Folge. Um sich weiter zu verbessern, wechselte er schließlich zu einem der ältesten und renommiertesten Football-Clubs Deutschlands, den Cologne Crocodiles, die bereits 1980 gegründet wurden. Dort fühlt er sich seit drei Jahren pudelwohl: „Wir sind wie eine große Familie, da hilft jeder jedem – auch privat“, berichtet er. Dass er als großes Vorbild keinen Star aus der amerikanischen Liga nennt, sondern seinen eigenen Trainer Patrick Köpper, beweist den Team-Geist in der Kölner Mannschaft. Allenfalls ist er Anhänger der US-Profimannschaft Green Bay Packers. Deren Dress ist auch grün und gelb – das verbindet.

American Football ist mit Sicherheit nichts für seichte Gemüter. „Manchmal denke ich, das ist die härteste Sportart überhaupt, aber manchmal ist sie das auch nicht“, meint Dominick. Blaue Flecken, gequetschte Rippen und die ein oder andere Schürfwunde zählt er nicht zu Verletzungen. Das gehöre einfach dazu. Zwölf Trainer bereiten sein Team auf die nächsten Gegner vor. Spielzüge werden auch am Video aufgearbeitet und einstudiert. Jeder Schritt muss sitzen. Viele Sportfans nennen American Football gerne auch Rasenschach.

In dieser Saison läuft es bestens für die Kölner Krokodile. Die U19-Mannschaft frisst sämtliche Gegner auf, hat bisher nicht eine einzige Niederlage hinnehmen müssen. Auch die Darmstadt Diamonds waren am Wochenende ohne Chance: 49:0 hieß es am Ende des Viertelfinals um die Meisterschaft. Jetzt fehlt noch ein Sieg bis zum Finale. Dominick Pluntke kann sich der Unterstützung seiner Familie sicher sein. Vor allem, wenn es klappen sollte mit dem Endspiel. Der Juniorbowl XXXII findet am 27. Juli in Düsseldorf statt.

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