14-köpfiger Chor Cantabile: Auf die Advents-Tradition besinnt

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
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Unter der Leitung von Gregor Josephs gehört der 14-köpfige Chor Cantabile zu den herausragenden Vokalensembles in der Region Aachen. Zum dritten Advent sang Cantabile wieder etliches Advents- und Weihnachtslieder aus verschiedenen Epochen. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Stimmungsvolle Adventslieder und Chorsätze bot der Chor Cantabile am dritten Adventssonntag in der Kirche Herz Jesu. Die Zuhörer in der fast voll besetzten Kirche ließen sich mit einer Fülle sanfter Melodien beschenken und bedankten sich mit rauschendem Beifall.

Der von Gregor Josephs geleitete Chor Cantabile, gegründet 2001 als Kammerchor der Musikschule Eschweiler, gehört zu den herausragenden Vokalensembles in der Region Aachen. Glasklarer Klang, eine eindrucksvoller Dynamik und große Sicherheit selbst in komplizierten mehrstimmigen Chorsätzen zeichnen die 14 Sängerinnen und Sänger aus.

Aber nicht stimmliche Brillanz standen bei dem Konzert am vergangenen Sonntag im Vordergrund, sondern das andachtsvolle Hinführen auf den Advent. In der manchmal hektischen Vorweihnachtszeit zur Ruhe zu kommen und sich auf das zu besinnen, was Advent in der christlichen Tradition bedeutet: das Einstimmen auf die Ankunft des Herrn, also die Geburt Jesu – das ist wie ein überraschendes Geschenk.

Vierteiliges Programm

Ein solches Präsent war das Konzert von Cantabile, und das nicht nur, weil dieser Chor in Herz-Jesu wie immer bei freiem Eintritt sang. Chorsprecher Peter Adrian führte durch das vierteilige Programm, das mit adventlichen Liedern aus England eröffnet wurde. Bekannte Advents- und Weihnachtslieder sang der Chor im zweiten Teil.

So andachtsvoll, zart und anrührend, wie sie in der Kirche von Eschweiler-Ost erklangen, sind diese Lieder selten zu hören: eine moderne Fassung des alten Liedes „Still, still, still, weil‘s Kindlein schlafen will“, die Fassungen der Lieder „O Jesulein zart“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“ von Johann Sebastian Bach; auch „Maria durch ein Dornwald ging“ in einem Satz von Chorleiter Gregor Josephs – das alles sollte öfter als nur einmal im Jahr in einem Konzert zu hören sein. Über ein Album auf CD würden sich sicher viele Zuhörer freuen.

Liedfassungen großer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts sang der Chor im dritten und vierten Teil des Adventskonzertes. „Es ist ein Reis entsprungen“ in der Fassung von Alban Berg, ein „Ave verum“ von Camille Saint-Saëns, „Macht hoch die Tür“ in der Vertonung vom Max Reger, „Ich brach das dürre Reiselein“ von Hugo Distler, ein von Heitor Villa-Lobos geschaffenes „Ave Maria“ – lauter musikalische Kostbarkeiten, eindrucksvoll ausgebreitet von den Cantabile-Sängerinnen und -Sängern.

Bonhoeffer-Gedicht

Das wohl beeindruckendste Stück war eine selten gehörte Vertonung des Gedichts „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ des in der Nazi-Zeit ermordeten evangelischen Pfarrers Dietrich Bonhoeffer. Es ist zwar kein Adventslied, aber der Text macht in seinem Vertrauen und seiner Hoffnung deutlich, worum es Christen in der Adventszeit geht.

Mit ihrem Schlusslied „O du stille Zeit“ als eine von zwei Zugaben entließ der Chor seine Zuhörer in einen kalten Dezember-Abend. Die Wärme und die Andacht des Konzerts werden viele Besucher mit nach Hause genommen haben und sich vielleicht auch bewahren können für den Rest der Adventszeit.

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