Zweites Babyglück: Wieder am jecksten Tag

Von: Max Stollenwerk
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Die glückliche Familie Paustenbach aus Rollesbroich: Nadine Paustenbach neben Ehemann Arno, der die kleine Leni sicher auf dem Arm hat. Sohn Henry schlägt die Trommel. Foto: Max Stollenwerk
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Leni neben ihrer Geburtskarte. Einen Orden des Kesternicher Karnevalsprinzen Sascha Schmitz, der ihr Patenonkel ist, hat sie auch schon.

Rollesbroich. Es hört sich an wie ein verfrühter Aprilscherz, wie eine Fantasie-Geschichte, die es in der Realität eigentlich gar nicht geben kann. Doch so unmöglich die Geschichte auch erscheint, so wahr ist sie tatsächlich: Nadine und Arno Paustenbach aus Rollesbroich, beide leidenschaftliche Anhänger der Karnevals-Kultur in der Nordeifel, sind am höchsten Feiertag der zu Ende gegangenen Karnevalssession zum zweiten Mal Eltern geworden.

Aber der Rosenmontag alleine hat dabei nicht ausgereicht. Auch der Zeitpunkt hätte passender nicht sein können: Die neue Erdenbürgerin Leni hat es auch noch geschafft, pünktlich um 11.11 Uhr das Licht der Welt zu erblicken. „Ich habe schon zwei Wochen vor der Geburt daran gedacht, dass der Geburtstag bestimmt wieder auf den Rosenmontag fällt, obwohl das ja auch noch immer zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin war“, hatte Arno Paustenbach bereits eine leise Vorahnung. Und er sollte recht behalten, denn Leni, die per Kaiserschnitt auf die Welt kam, hat sich genau diesen Tag ausgesucht.

Seine Vorahnung hatte der Vater nicht ohne Grund: Auch Sohn Henry, der inzwischen drei Jahre alt ist, ist an einem Rosenmontag geboren. Auch wenn es bei ihm nicht um 11.11 Uhr war, ist es schon ein riesiger Zufall, dass beide Kinder am höchsten rheinischen Feiertag geboren worden sind. Am Tag der Geburt von Tochter Leni habe er die Uhrzeit überhaupt nicht mehr im Blick gehabt. Erst als die Krankenschwestern ihn darauf aufmerksam gemacht hätten, habe er das realisiert, erzählt Arno Paustenbach. „Die Ärzte und Schwestern im OP haben irgendwann schon darauf spekuliert, auf die Uhr geschaut und dann hat es wirklich um 11.11 Uhr funktioniert“, muss die 36-Jährige Mutter zwei Wochen nach der Geburt immer noch ein wenig schmunzeln.

14 Tage vor der Geburt habe sie mit einer befreundeten Hebamme gesprochen, die im Simmerather Krankenhaus arbeite. „Ich habe sie aus Spaß gefragt, wer am Rosenmontag Dienst hat. Als sie dann sagte, dass sie an dem Tag arbeiten muss, sagte ich, dass ja selbst für den Fall der Fälle alles perfekt wäre“, erzählt sie amüsiert. Sogar die Anästhesistin, die bei der Geburt dabei war, hatte passend zum Rosenmontags-Baby „Kölsche Ohrringe“ an, erzählt die Mutter.

Doch so schön der Tag und die Uhrzeit auch passen, sind sich Nadine und ihr Mann Arno einig: „Da es sich um einen spontanen, notwendigen Kaiserschnitt gehandelt hat, wäre der Zeitpunkt der Geburt natürlich absolut zweitrangig gewesen. Wir sind froh, dass insgesamt alles so gut funktioniert hat. Denn das Wichtigste ist, dass alle gesund sind.“ Man habe im Vorfeld nicht versucht, den Zeitpunkt der Geburt zu beeinflussen. Nadine Paustenbach, Ehemann Arno und Sohn Henry waren am Tulpensonntag, dem Tag vor der Geburt, noch Kamelle beim Karnevalsumzug in Simmerath sammeln, und Arno war sogar noch mitgegangen. Nach dem Zug gab es dann die ersten Anzeichen der bevorstehenden Geburt und Nadine Paustenbach suchte die Geburtshilfestation im Simmerather Krankenhaus auf, wo dann alles recht schnell ging.

Dass Leni sich dann den Rosenmontag ausgesucht hatte, kommt nicht von ungefähr, denn der Karneval steht bei den Paustenbachs dick im Terminkalender.

„Henry steht total auf Karneval und am liebsten singt er das Lied Stadt met K“, erzählt Mutter Nadine. Er hat auch bereits eine kleine Blechtrommel geschenkt bekommen, auf der er kräftig trommelt und mit seinen drei Jahren bereits ein gutes Taktgefühl beweist. „Bei Oma und Opa will er immer zur dicken Trommel, denn sein Großvater spielt in der BMV Strauch“, sagt Nadine Paustenbach. Als nächstes wünsche Henry sich nun ein Schlagzeug, um noch mehr Musik machen zu können. Beim Thema Karneval rennt er in der Familie offene Türen ein, denn Nadine und Arno Paustenbach sind beide Mitglieder in der Karnevalsgesellschaft Klev Botze Rollesbroich und waren bereits fünfmal im Gefolge des Prinzen. „Wenn er sieht, dass wir unsere Uniformen anziehen, will er direkt mitkommen“, erzählt die Mutter.

Auch die Musik scheint ihm im Blut zu liegen. Kein Wunder, denn die Eltern spielen im Trommler- und Pfeiferkorps Rollesbroich. Nadine spielt dort Querflöte, während Arno Korpsführer ist. „Henry ist dort das jüngste inaktive Mitglied“, schmunzelt seine stolze Mutter. Da ist es schon vorprogrammiert, dass die jetzt gut zwei Wochen alte Leni ein wenig karnevalistisch erzogen wird. „Das bleibt bei den Auftritten und Karnevalsumzügen, in denen wir jedes Jahr mitgehen, nicht aus“, so Arno Paustenbach. Eine karnevalistische Note besitzt die kleine Leni bereits mit ihren zarten zwei Wochen, auch wenn sie davon wohl noch gar nichts weiß: Der diesjährige Kesternicher Karnevalsprinz und Ortsvorsteher Sascha Schmitz ist ihr Patenonkel. „Sie hat von ihm auch schon einen Karnevalsorden geschenkt bekommen“, verrät Nadine. Dieser hängt inzwischen sicher an ihrer Baby-Wiege.

Ob es nun schon Gedanken an ein drittes Kind gibt, das vielleicht wieder an Rosenmontag zur Welt kommt? „Nein, ein Dreigestirn ist im Moment nicht in Planung. Zurzeit machen wir uns noch keine Gedanken über ein drittes Kind“, sagt Nadine Paustenbach lachend.

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