Zwei Windparks und noch mehr Schwarzstörche

Von: hes
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Der „Windgipfel“ mit Investoren und allen beteiligten Behörden offenbart die Hindernisse für den Windpark Höfen.

Monschau. Vor Monaten noch schien der Windpark im Höfener Wald unbeirrt seinen Genehmigungsweg gehen zu können. Abseits des Getöses um das Aachener Windkraftvorhaben vor den Toren Roetgens waren im Planverfahren keine größere Einwände aufgetreten und hatte auch das Artenschutzgutachten keine unüberbrückbaren Hindernisse für die Energiewende im Höfener Forst offenbart.

Dann aber drehte sich der Wind, „entstand eine neue Sensibilität“, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter es im Monschauer Stadtrat formulierte.

Die fieberhafte Suche nach einem Ersatzhabitat für den nachgewiesenen Schwarzstorch begann, die Nationalparkverwaltung machte Bedenken gegen die Windparkplanung geltend, und auch von belgischer Seite gab es plötzlich Widerstand.

Belgier teilen Bedenken

Vergangenen Mittwoch dann kam es zum „Windgipfel“ mit Investoren, Fachgutachtern sowie allen Aufsichts- und Fachbehörden. Die Initiative der Einladung war von der Gemeinde Hellenthal ausgegangen, deren Windparkplanungen Anfang November bei der angrenzend zuständigen belgischen Forst-und Naturschutzbehörde Malmedy zu neuen Bedenken geführt hatten. „Anlass für die Einladung an die Stadt Monschau war, dass auch unsere Windparkplanungen in Grenznähe stattfinden und von der Nationalparkverwaltung eine Summationswirkung aller Anrainerwindparks reklamiert wird, die auch auf belgischer Seite auf naturschutzfachliches Verständnis trifft“, berichtete die Monschauer Bürgermeisterin.

„Freier Flugkorridor“

Die 35-köpfige Runde befasste sich vorrangig mit drei Fragen: Sind bei der Abwägung der Wirkung mehrerer Windparks an der Grenze von Naturschutzgebieten im Artenschutz und im naturschutzfachlichen Sinne alle Interessen berücksichtigt? Löst die neue Erkenntnis, dass ein weiterer besetzter Schwarzstorchhorst auf belgischer Seite festgestellt wurde, neue Konsequenzen aus? Und: Kann der „freie Flugkorridor“ für den Storch und andere Lufttiere zwischen den geplanten Windparkgrenzen vergrößert werden, indem man einzelne Anlagen verschiebt oder ganz auf diese verzichtet wird, um einen Konsens mit den Belangen der angrenzenden Schutzgebiete (Nationalpark und belgisches FFH-Gebiet) zu erlangen?

Die Beantwortung dieser Fragen gehört zu den ersten Hausaufgaben der Stadt Monschau im neuen Jahr. „Wir prüfen jetzt, was dies für unsere Windparkplanung bedeuten kann“, sagte Margareta Ritter am Freitag. Und ergänzte: „Ob dies einen Schritt zurück bedeutet oder nach vorne, kann erst danach bewertet werden.“

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