Zwei Monschauer Händler bieten vor TV-Kameras

Von: Max Stollenwerk
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Bares
Sie teilen neben der Leidenschaft für Antiquitäten auch die Begeisterung für Musik: Steff alias „Steve“ Mandel (l.) und Hans-Peter „Pittus“ Ernst im Monschauer Antiquitätenladen. Foto: Max Stollenwerk

Monschau. Schlendert man durch die Gassen der Monschauer Altstadt, vorbei am Roten Haus und der evangelischen Kirche, steht man direkt vor dem Antiquitätengeschäft von Steff Mandel in der Laufenstraße, den nach eigener Aussage in Monschau und Umgebung die allermeisten wohl besser unter seinem Künstlernamen „Steve“ Mandel kennen.

Aus dem urigen Laden direkt neben der Rur dringt melodische Gitarrenmusik nach draußen. Beim Betreten des Pavillons, der vor seiner Nutzung als Antiquitätenladen ein Blumengeschäft war, ist man anschließend nicht nur von handgemachter Musik, sondern auch von unzähligen alten Schätzchen aus früherer Zeit umgeben. Mandel, der einige Jahre seines Lebens in Irland verbracht hat und dort auch mit irischer Musik auf der Bühne gestanden hat, ist bereits seit vielen Jahrzehnten im Antiquitätengeschäft zu Hause.

Er und sein Freund sowie Kollege Hans-Peter „Pittus“ Ernst sitzen gemeinsam im Laden und improvisieren ein wenig auf ihren Instrumenten. „Wir haben schon in etlichen Bands gespielt“ erzählt Ernst, der hauptsächlich Schlagzeug und andere kleinere Schlaginstrumente spielt. Mandel, der Gitarre spielt und Frontmann der „Steve Mandel Band“ ist, hat das Antiquitätengeschäft in der Altstadt Anfang des Jahres von Ernst übernommen.

Sowohl der 62-jährige Mandel als auch der 64-jährige Ernst sind bereits seit über 40 Jahren im Antiquitäten-Geschäft beheimatet. Kennen gelernt haben die beiden sich jedoch über die Musik. Zurzeit spielen sie auch gemeinsam in der fünfköpfigen „Steve Mandel Band“, die sich auf Rock und alte Klassiker spezialisiert hat.

Steve Mandel betreibt neben dem Geschäft in Monschau ein weiteres in Roetgen, während Ernst, dessen Spezialgebiet der „Jugendstil-Art Deko“ ist, den man als angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnen kann, erklärt, „auf fast allen größeren Antiquitätenmessen in Deutschland“ vertreten zu sein.

In Kürze steht für die Beiden nun ein großer gemeinsamer Auftritt an: Über eine Antiquitätenmesse ist vor circa eineinhalb Jahren auch der erstmalige Kontakt zu der Fernsehsendung „Bares für Rares“ entstanden. „Auf der Messe ist das Team von Bares für Rares an mich herangetreten und fragte, ob ich kein Interesse an einer Teilnahme an der Sendung hätte“, erinnert sich „Pittus“ Ernst.

Im Mai dieses Jahres sei es dann konkret geworden. „Im Mai bin ich erneut vom Team der Sendung kontaktiert worden, ob ich als Händler mitwirken könnte. Sie haben mich nach einem Casting gefragt, das sie gerne veranstalten würden.“ Er habe sein Interesse bekundet und vorschlagen, die ersten Dreharbeiten in Mandels Geschäft in Monschau zu produzieren.

Anschließend nahmen die Dinge recht schnell ihren Lauf, so dass bereits im Juli erstmals in Monschau gedreht wurde. „Bei den Dreharbeiten haben sie dann auch Steve kennengelernt. Da sie uns beide als originelle Typen empfunden haben und dachten, dass Steve auch gut zu dem Konzept der Sendung passen würde, ist er dann kurzerhand mit eingestiegen.“

Gemeinsam haben die beiden in der Folgezeit an mehreren Tagen mit dem Fernsehteam, sowie dem Expertenteam, das die Preise für die angebotenen Waren schätzt, und dem Händlerteam, das letztendlich für diese bietet, zusammengearbeitet. Die beiden erzählen gut gelaunt, dass Steve bereits in vier Sendungen mitgewirkt hat, Pittus wird voraussichtlich in sechs Ausgaben zu sehen sein, die allesamt zwischen Mitte November und Ende Dezember ausgestrahlt werden sollen.

Die von ihnen ersteigerten Antiquitäten werden anschließend in Steves Laden in der Monschauer Altstadt zum Verkauf angeboten. Der 62-jährige, der fließend Französisch, Spanisch und Englisch spricht, hat sich in seinem Geschäft vor allem auf Möbel, Gemälde, Bücher sowie englisches Silber spezialisiert.

Die Sendung wird seit August 2013 im ZDF ausgestrahlt und von Fernsehkoch und Entertainer Horst Lichter moderiert. Das Konzept der Sendung sieht vor, dass eingeladene Gäste verschiedenste Antiquitäten und seltene Gegenstände vorstellen. Dabei schätzen Experten die Gegenstände zunächst auf ihren Wert, bevor sie dann den Händlern, zu denen auch Ernst und Mandel gehören, zum Kauf angeboten werden – sofern die Preisvorstellungen von Verkäufer und Experten nicht zu weit auseinandergehen.

Die Verkäufer treten mit ihren Verkaufsgegenständen vor die Händler und die Versteigerung kann beginnen. Wenn die beiden Parteien sich einigen können, erhält der Händler mit dem höchsten Gebot den Artikel, wird kein Kompromiss gefunden, kann der Verkäufer seine Ware auch wieder nach Hause mitnehmen. „In der Sendung werden jedoch 90 bis 95 Prozent der angebotenen Waren letztendlich auch verkauft, da dies ja auch der Sinn einer solchen Sendung ist“, sagt Mandel.

Bei den angebotenen Waren handelt es sich in den meisten Fällen um Antiquitäten, wobei häufig auch Schmuck angeboten wird. Regelmäßig werden auch Gemälde, Möbelstücke oder besonderes Porzellan angeboten. Auch Prominente wie Jürgen Drews oder Hella von Sinnen waren bereits Gäste in dem aufstrebenden TV-Format, wobei der 54-jährige Horst Lichter stets für die Unterhaltung und amüsante Anekdoten sorgt.

Während Steve neue Kunden im Laden begrüßt und sich fließend mit ihnen auf Französisch unterhält, sagt Pittus, dass sie an diesem Wochenende in Krekel bei Kall sein werden, da dort im Rahmen einer Kunstausstellung auch für Bares für Rares gedreht wird.

„Das Expertenteam sowie das Händlerteam, zu dem wir dann auch gehören, werden dort vertreten sein und einige angebotene Dinge auf ihren Preis schätzen und beurteilen“, erklärt der 64-Jährige, der durchschnittlich über die Hälfte des Jahres an der portugiesischen Algarve verbringt, wo er auch auf Märkten im Antiquitätenbereich aktiv ist.

Die siebte Staffel der Sendung, die montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, besteht aus 200 Folgen, was der Höchstwert aller bisherigen Staffeln ist.

Steve, der außerhalb des Geschäftes mit Antiquitäten und der Musik gelegentlich auch Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen anzutreffen ist und 30 Jahre lang als Entertainment-Manager für große deutsche und schweizerische Tourismusunternehmen auf der ganzen Welt unterwegs war, verrät, dass die genauen Sendetermine „auch noch in den sozialen Medien mitgeteilt werden“.

Sonderlich nervös werden die beiden dann vermutlich nicht sein, da sie ja bereits über langjährige Bühnenerfahrung verfügen und sie sich sicherlich schnell auf die Auftritte im Fernsehen einstellen konnten. Steve Mandel und Pittus Ernst müssen sich nun noch bis Mitte November gedulden, ehe sie hinter dem Verhandlungstisch im TV zu sehen sein werden und es heißt: „Bares für Rares“.

Dann werden unter den durchschnittlich über zwei Millionen Fernsehzuschauern sicherlich einige Eifeler mehr als sonst vor der Flimmerkiste sitzen und genau hinschauen, welche Schmuckstücke die beiden ersteigern werden.

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