Zwei Generationen Einruhrer Kinder geprägt

Von: sas
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Während des Verabschiedungsprogramms war Katja Müller stets von eine großen Schar Kinder umringt.

Einruhr. Eine lockere Verabschiedungsparty hatte sich die Einruhrer Kindergärtnerin Katja Müller am Ende ihres letzten Arbeitstages gewünscht. Mit dem zweistündigen Unterhaltungsprogramm jedoch, das Kollegen, Eltern und natürlich die Kinder zusammengestellt hatten, wurden ihre Erwartungen bei weitem übertroffen.

In geheimer Mission hatten ihre Weggefährten seit Mai diesen Jahres die Auftritte vorbereitet. Katja Müller, die sich nach 38 Jahren aus dem Kindergarten „Zur kleinen Hexe” verabschiedet, war überwältigt. Sie hatte zu einem lockeren „Hexenumtrunk” eingeladen. Der entwickelte sich jedoch zu einem amüsanten, aber auch sehr sentimentalen und für alle unvergesslichem Abschiedsfest. Während den Aufführungen und persönlichen Worte sah man nicht nur bei Katja Müller eine Träne im Auge. Auch die 100 Gäste, darunter viele Kollegen aus dem Kreis Aachen und alle diejenigen, die das Kindergartenleben aktiv mitgestalteten, spürten die emotionale Stimmung im Heilsteinhaus.

Besonders schwer fiel Kindergartenleiterin Ursula Lenz der Abschied, die 23 Jahre lang mit Katja Müller zusammenarbeitete. Inzwischen seien sie weitaus mehr als „nur Kolleginnen”; betonte Lenz in ihrer feinfühligen Rede. In all den Jahren habe sich eine freundschaftliche Beziehung entwickelt, die auch in Zukunft aufrecht erhalten bliebe. Schon jetzt stehe fest, dass sie sich regelmäßig zum Sport treffen wollen. Lange Worte wollte auch Katja Müller vermeiden und sang stattdessen „Ein schöner Tag, die Rente ist da”. Die Gäste waren begeistert.

Anschließend wurde Katja Müller auf einen Stuhl mit riesigem Herzkissen gesetzt und das liebevoll gestaltete Programm startete. Leo Leuchtenberg, der Müller bei ihrem Gesang auf dem Keyboard begleitet hatte, sang nun allein für Katja Müller „Das ist dein Tag”: Mit bunten Clownkostümen, die Müller selbst für den diesjährigen Karnevalsauftritt geschneidert hatte, marschierten die Kindergartenkinder ein und zeigten gleich zwei Tänze. Dabei hielt es Katja Müller nicht lange auf ihrem Stuhl. Sie sprang auf und tanzte mit „ihren Kleinen” mit. Ein liebevolles Gedicht für ihre „Frau Müller” trugen die Kindergartenkinder Niklas Mischlok, Janna Wollgarten und Anna-Maria Dolfen vor. Die Eltern aller derzeitigen Kindergartenkinder überraschten Katja Müller mit einer Patchworkdecke in ihren Lieblingsfarben. Das Besondere: Auf der Decke sind alle Familien mit einem Foto verewigt. „Für den Fall, dass du Sehnsucht nach uns hast”; scherzte Lydia Hüpgen. Nach all den Darbietungen verstand Katja Müller endlich, warum sie in den letzten Wochen so oft Kindergartenverbot erteilt bekam.

Bleibende Erinnerungen

Wer 38 Jahre lang mit allen kleinen Einruhrer bastelte, kochte und schmuste, der ist im Dorf nicht nur bekannt, sondern hat viele bleibende Erinnerungen geschaffen. Welche Spuren Katja Müller hinterlässt, zeigten ihre Kolleginnen mit einer Bilderpräsentation. Schnell wurde deutlich, dass der Kindergarten Dank ihrem kreativen Engagement im Karneval immer mit dabei war. Seit der Eröffnung des Kindergartens im Jahre 1971 betreute Müller die kleinen Einruhrer. „Ich war damals eins der ersten Kindergartenkinder”, erklärte Felizitas Breuer, die jetzt die Nachfolge ihrer einstigen Erzieherin antritt. Bekannt ist Katja Müller vor allem für ihre Kreativität: Passend zur Jahreszeit entwickelte sie aus den unterschiedlichsten Materialien phantastische Kunststücke. „Ob Kochen, Basteln oder im Kindergarten eigenen Garten Ernten, unserer Katja macht alles Spaß”, lobte Ursula Lenz.

Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass der Elferat und das Prinzenpaar den Kindergarten besuchen. Darum wollte der Elferrat auch nicht am letzten Arbeitstag der Kindergärtnerin fehlen. ACapella gaben sie „Niemals geht man so ganz” zum Besten.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Karnevalsmusiker „Ruscher Jonge”, die extra für Katja Müller zwei Lieder ihrer Lieblingsband „Pur” einstudiert hatten.

Die richtigen Worte fand Ortsvorsteher Christoph Poschen. Er lobte nicht nur als Ortsvorsteher, sondern auch als erster Vorsitzender des Karnevalsvereins sowie als Vater ehemaliger Kindergartenkinder die pädagogische Arbeit von Katja Müller. Auch Angelika Kranz von der Kreisverwaltung Aachen würdigte Müllers jahrelanges Engagement für den Einruhrer Kindergarten. Nach zwei Stunden puren Emotionen ging für Katja Müller, bestimmt viel zu schnell, ein unvergesslicher letzter Arbeitstag dem Ende entgegen.
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