Zusammenschluss von Stadt und Städteregion Aachen in Gefahr

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Roetgen. In der mit großem Optimismus geschlossenen Ehe zwischen der Stadt Aachen und dem Kreis Aachen (heute Städteregion) läuft es längst noch nicht rund.

Im Gegenteil: Es kriselt bereits, von Auflösung beziehungsweise Rücktrat war schon die Rede. Wird diese Ehe auf Dauer dennoch Bestand haben? „Gemeinsam haben wir den Zusammenschluss gewollt, gemeinsam werden wir ihn auch fortführen”, sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg auf einer Versammlung der CDU Roetgen im „Alten Jägerhaus” in Mulartshütte, wo er über die aktuellen Entwicklungen berichtete.

„Kein Reisebüro vor Ort”

Hätte man die Gemeindeordnung, dann wäre Roetgen heute ein Stadtteil von Aachen geworden. Etschenberg deutlich: „Es kann nicht sein, dass in jedem Gremium der Rat der Stadt Aachen vorgreift. Es reicht nicht mehr aus, dass Stadt und Kreis nebeneinander marschieren.” Den Roetgenern machte er deutlich: „Wir sind nicht Ihr Reisebüro vor Ort.”

In Aachen werde Vieles anders gesehen. In der Städteregion spreche man nicht groß über das Vorhaben Campus oder andere Aachener Vorhaben. „Wir befinden uns immer noch in der Findungslage, manches gilt es daher noch auszufechten.” Fest stehe, wenn man eigene Interessen wahrnehmen wolle, müsse auch gemeinsam marschiert werden.

Kreis Aachen wieder herstellen?

Es habe gar schon Überlegungen gegeben, den alten Kreis Aachen wieder herzustellen. Manches stimme ihn schon nachdenklich und auch traurig. Bekanntlich hatte die SPD Etschenbergs Rücktritt erst kürzlich gefordert. „Ich werde oft gefragt, ob wir überhaupt noch da sind.” Wenn auch die Resonanz bescheiden sei, müsse man dennoch gemeinsam Vorhaben entwickeln. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir uns konstruktiv weiterentwickeln werden”, schloss Etschenberg.

Städteregionsabgeordneter Ronald Borning stärkte seinem Chef den Rücken, er lege ein großes Engagement an den Tag. Manchmal habe Etschenberg die Nase voll gehabt, aber er kämpfe vehement für den Fortbestand der Städteregion, dabei sei er oftmals emotional vorgegangen, auch in der Öffentlichkeit. Borning dazu: „Ich kann nur wünschen, dass bei der Stadt Aachen Vernunft einkehrt.” Gut funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Stadtbezirk Walheim-Kornelimünster.

Die Roetgener Christdemokraten fragten Etschenberg nach dem Problem mit den Windrädern im Münsterwald. „Das ist ein abendfüllendes Thema”, gab er zur Antwort. Es seien Bestandsanalysen in Auftrag gegeben worden, aber die Stadt Aachen habe das Planungsrecht. Er könne die erhitzten Gemüter gut verstehen, doch nach dem Atomausstieg müsse über andere Möglichkeiten nachgedacht werden. „Hier muss halt jeder persönlich offener werden”, riet er.

Frage zwei war die Ravel-Route. Hier stoße man bei Bürgermeister Eis „an die Grenzen”, wurde bemängelt. Besonders beim Thema Sauberkeit und Zuständigkeit. Etschenberg glaubt, dass eine vernünftige Regelung gefunden werden könne, die belgische Seite unterstütze die Sache gut. Auch über die Verkehrsregelung auf besagtem Radweg müsse nachgedacht werden, damit durch Unachtsamkeit nichts passiere.

CDU-Vorsitzender Stephan Speitkamp hat bei Helmut Etschenberg engagierten Gestaltungswillen spüren können. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie ein Zusammenrücken schaffen werden”, sagte er. Etschenberg versprach seinerseits, er wolle gerne wieder nach Roetgen kommen.
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