Zukunftsinitiative Eifel: Hochschulen und Unternehmen verbinden

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100 Teilnehmer, so viele wie bei einem einzelnen Netzwerktreffen im Handlungsfeld Maschinenbau & Mechatronics noch nie, kamen jetzt zu Weiss-Druck nach Monschau, um sich mit anderen Unternehmern, Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern der Region über Robotik, vor allem aber über Vernetzungsmöglichkeiten zu verständigen. Foto: M. Lang/pp/Agentur ProfiPress

Imgenbroich. Mit hundert Teilnehmern, überwiegend Unternehmern aus dem Bereich der Zukunftsinitiative Eifel, kamen beim jüngsten Netzwerktreffen Maschinenbau & Mechatronik bei der Firma Weiss-Druck in Imgenbroich so viele Interessenten zusammen wie noch nie. Ihr Thema war der Robotereinsatz in der hiesigen Industrie.

Ermöglicht hatte das Treffen von Wirtschaftsleuten, Wissenschaftlern, Politikern und Funktionären der Eifelregion die Zukunftsinitiative Eifel, die Städteregion Aachen und das Interreg-Projekt TeTRRA (www.tetrra.eu), das sich mit der wirtschaftlichen Förderung des ländlichen Raumes der Euregio Maas-Rhein beschäftigt.

Nach Podiumsgesprächen mit Wissenschaftlern und Politikern, die Prof. Dr. Axel Thomas, der Wirtschaftsförderer der Städteregion Aachen, witzig und intelligent moderierte, wurden die Teilnehmer durch die hochmoderne Druckerei geführt. Ihr besonderes Augenmerk galt nicht nur den Robotern, die es dem 1875 gegründeten Unternehmen in den vergangenen Jahren unter anderem ermöglicht haben, trotz weltweiter Krise im Printgeschäft und gleichbleibender Mitarbeiterzahl seine Produktivität zu verdoppeln.

Von Kooperation profitieren

Bevor mit Professor Dr.-Ing. Stephan Kallweit und Prof. Dr. Alexander Ferrein von der Fachhochschule Aachen zwei Wissenschaftler die Robotik und ihre Zukunft beleuchteten, stellte der Geschäftsführer Karl-Heinz Carell die enge Kooperation zwischen der Weiss-Gruppe, die aus nahezu 40 Einzelunternehmen besteht, und der Technischen Universität und Fachhochschule Aachen heraus. Eine Zusammenarbeit, von der auch andere und kleinere Betriebe der Eifelregion ohne weiteres profitieren könnten, unterstrichen die Professoren Kallweit und Ferrein mehrfach. Die Masterarbeit eines angehenden Ingenieurs im Betrieb habe schon manches Unternehmen bei offenen Fragestellungen weitergebracht – und koste häufig nicht mehr als ein Kantinenessen.

Der Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg eröffnete das hochkarätige Treffen in seiner Eigenschaft als Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, der acht Eifelkreise in NRW und Rheinland-Pfalz angehören sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens und acht Handwerks-, Landwirtschafts- sowie Industrie- und Handelskammern.

Etschenberg wünschte sich, dass sich die Unternehmer, Wissenschaftler und Entscheidungsträger der rund eine Million Einwohner zählenden internationalen Eifelregion noch enger zusammenschließen als bisher. Der Aufschwung im von Klaus Schäfer betreuten Handlungsfeld Tourismus habe gezeigt, dass sich die Eifel und die Eifeler im bundesweiten Vergleich in Spitzenpositionen manövrieren, so Etschenberg. Starken Rückhalt für seine Bemühungen gaben Helmut Etschenberg nicht nur die so zahlreich wie noch nie erschienen Unternehmer, sondern auch seine Mitstreiter auf der politischen Bühne, allen voran Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, Vulkaneifelkreis-Landrat Heinz-Peter Thiel und Etschenbergs Vorgänger als Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, der Eupener Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Zu Wort kamen an dem Abend bei Weiss auch Dr. Markus Berkenheide und Andreas Pless von der Firma Rima-System, die die Roboter seit 1998 ins Imgenbroicher Druckerei-Imperium liefert und betreut. „Industrieroboter sind dumm“, konstatierte Andreas Pless, aber unheimlich effizient und störungsunanfällig. Bei Weiss packe jeder der drei Palletier-Roboter 14 Tonnen Papier pro Stunde auf Paletten, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Und wie geht es weiter? Karl-Heinz Carell wünschte sich etwas intelligentere Roboter, die beispielsweise auch Lkw mit den fertig gestapelten Paletten beladen. Heinz-Peter Thiel wünschte sich eine vernetzte Eifel für Wirtschaftsbemühungen, aber auch für Bildung, Karl-Heinz Lambertz grenzüberschreitende Kooperationen zwischen kleinen mittelständischen Unternehmen und den Universitäten. Helmut Etschenberg schließlich wünschte sich noch mehr engagierte Eifel-Koordinatoren wie unter anderem Ruth Roelen, Dr. Ute Gartzen und Nathalie Malekzadeh, die das Monschauer-Treffen arrangiert hatten.

Plattform für den Austausch

Letztere sagte der mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Zukunftsinitiative Eifel betrauten Agentur ProfiPress: „Die Netzwerktreffen erfreuen sich einer großen Beliebtheit, da sie mehrere Angebote zusammenbringen. Zum einen wird den Unternehmen eine Plattform zum Austausch und zum Knüpfen von Kontakten geboten. Darüber hinaus soll der Technologietransfer besonders im ländlichen Raum angestoßen werden, in dem aktuelle Ergebnisse aus der Forschungslandschaft vorgestellt werden. Zum anderen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ein interessantes Unternehmen besichtigen zu können.“

Das Projekt TeTRRA verfolge vor allem zwei Themenfelder bei den insgesamt zwölf euregionalen Partnern: Zum einen die aktive Initiierung und Stärkung des Technologietransfers zwischen ländlichen Unternehmen der Euregio Maas-Rhein und den regionalen Hochschulen. Zum anderen stehe die Rekrutierung von akademischen Fachkräften für kleine und mittelständische Unternehmen des euregionalen Raumes im Fokus.

Dazu würden regelmäßig Jobexpeditionen zu Unternehmen der Euregio Maas-Rhein durchgeführt. Professor Kallweit sagte während der Podiumsdiskussion: „Wir sitzen in der FH oder an der TH nicht in einem Elfenbeinturm. 80 Prozent unserer Bachelor- und Masterarbeiten werden in der Industrie absolviert, die meisten in kleinen mittelständischen Unternehmen. Kallweit motivierte die Unternehmer: „Kommen Sie auf die Hochschule zu, sonst kommen wir auf Sie zu.“

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