Nordeifel - Zukunftsinitiative Eifel: „Das Wir-Gefühl der Eifel wurde gestärkt“

Zukunftsinitiative Eifel: „Das Wir-Gefühl der Eifel wurde gestärkt“

Von: P. St.
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Aus der Luft betrachtet stellt sich die Eifel durchaus als homogene Landschaft dar, am Boden aber muss noch viel Integrationsarbeit verrichtet werden. Foto: P. Stollenwerk
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Bei den gemeinsamen Auftritten im Rahmen der ITB in Berlin präsentiert sich Eifel stets als gemeinsame Einheit.

Nordeifel. Im Dreieck der Flüsse Mosel, Rhein, Rur und der Städte Aachen, Koblenz, Trier liegt die Eifel. Es hat schon viele Versuche gegeben, diesem Landstrich einen gemeinsame Note, ein gemeinsames Dach, eine gemeinsame Identifikation zu geben. Die topografischen Unterschiede hat inzwischen der Premium-Wanderweg Eifelsteig überwunden, aber mental sind noch längst nicht alle Hürden aus dem Weg geräumt.

Das hat auch die Zukunftsinitiative Eifel bisher noch nicht geschafft, die vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, den Blick über regionale Grenzen und kleinteilige Kommunal-Konstrukte hinaus zu lenken.

Die Zukunftsinitiative Eifel hat in diesen Tagen Grund zum Feiern: Zehn Jahre nach ihrer Gründung wollen die beteiligten Akteure am Dienstag, 16. Juni, von 9.30 bis 13 Uhr den runden Geburtstag begehen. Höhepunkt der Veranstaltung im Jugendstil-Kraftwerk Heimbach soll die Auszeichnung von drei Eifelbotschaftern werden.

Bis zum Schluss dürfte es spannend bleiben, wer die Eifel in Zukunft repräsentieren darf. Was bereits durchsickerte: Die drei bekannten Persönlichkeiten sollen aus den Bereichen Sport, Musik und Politik kommen und in ihrem Wirken oder auf ganz persönliche Weise mit der Eifel verbunden sein.

Nationalpark als Auslöser

Die ersten Ansätze zur Gründung der Zukunftsinitiative Eifel stammen aus dem Jahr 2002, als die zwei Jahre zuvor gegründete gebietsübergreifende Eifel-Touristik GmbH den politischen Auftrag erhielt, den Tourismus mit Blick auf die gesamte Eifel, also die nordrhein-westfälische und die rheinland-pfälzische, neu zu strukturieren und eine regionale Produktmarke zu entwickeln. Dieser Auftrag war eine unmittelbare Folge des ebenfalls in der Gründungsphase befindlichen Nationalparks Eifel, der dann 2004 offiziell ausgerufen wurde.

Der damalige Aachener Kreisdirektor und heutige Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der später auch Präsidiumsvorsitzender der Zukunftsinitiative war sowie Roger Graef, ehemaliger Landrat im Eifelkreis Bitburg-Prüm, waren die Ideengeber und Motoren der Zukunftsinitiative Eifel. Sie weiteten das Projekt auf die Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgiens aus, so dass am Ende zehn Eifelkreise, acht regionale Wirtschaftskammern und 53 Kommunen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Eifel neue strategische Perspektiven für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung auf den Weg brachten. Das war dann im Jahr 2005 die Geburtsstunde der Zukunftsinitiative Eifel.

Bei Klaus Schäfer, damals wie heute Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, laufen die Fäden der Zukunftsinitiative Eifel zusammen. Auch wenn sich vor einigen Jahren die beiden Kreise Cochem-Zell und Ahrweiler aus dem Bündnis verabschiedeten, ist der Zusammenschluss aus seiner Sicht nach wie vor zukunftsfähig: „Durch die Zukunftsinitiative ist das Wir-Gefühl der Eifel gestärkt worden.“ Es sei festzustellen, „dass die Menschen in der Eifel heute globaler denken“, auch wenn sich diese Tendenz noch nicht in allen Kommunen durchgesetzt habe.

Das neu ausgerufene Wir-Gefühl der Eifeler wurde allerdings bereits im Jahr 2007 bei der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin auf eine harte Probe gestellt. Am Messestand der Eifel ließ sich die damalige NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben nicht dazu bewegen, eine Deklaration zur Bedeutung der Zukunftsinitiative unterzeichnen. Sie begründete ihre Weigerung damit, dass sie sich nicht vereinnahmen lassen wolle und die Eifel zunächst einmal ihr Profil schärfen möge.

Der irritierende Auftritt aber konnte die Zukunftsinitiative nicht aus der Bahn werfen, im Gegenteil: „Das hat uns damals noch einmal einen neuen Schub gegeben“, erinnert sich Klaus Schäfer. Man müsse aber auch feststellen, „dass die Sache vielleicht nicht optimal vorbereitet war.“ Unter dem Strich müsse man festhalten, „dass die Zusammenarbeit mit der Landesregierung immer gut war.“

Klaus Schäfer sieht auch, dass die Einwirkungsmöglichkeiten der Zukunftsinitiative Eifel begrenzt sind. Es sei zu hoch gegriffen, wenn man sich das Ziel setze, „alle Initiativen eifelweit aufzustellen.“ Das koste zuviel Aufwand und zuviel Kraft, abgesehen davon, dass man es stets mit zwei Landesregierungen zu tun habe.

Die Aufgabe der Zukunftsinitiative sei es, die regionale Wettbewerbsfähigkeit der Eifel zu steigern, an der ganzheitlichen Wahrnehmung der Region zu arbeiten und den Aufbau einer Regionalmarke voranzureiben. Das Ziel, Netzwerke zwischen den Unternehmen in der Eifel zu knüpfen, sei noch nicht erreicht, „aber es gibt erste Kontakte.“

Im regionalen Wettbewerb sieht Schäfer die Eifel „gut aufgestellt“. Die Aufgaben für die nächsten Jahren hätten sich gegenüber dem Gründungsjahr bereits stark verändert. Den demografischen Wandel, die Themen Mobilität und Versorgung, aber auch die Erhaltung der landwirtschaftlichen Strukturen als unverwechselbares Merkmal der Eifel bezeichnet Klaus Schäfer als die neuen Herausforderungen.

Verschiedene Blickwinkel

Insgesamt soll das Fest am kommenden Dienstag in Heimbach im Zeichen der verschiedenen Blickwinkel auf die Eifel und ihre Bewohner stehen. Filmsequenzen aus der Luft können darüber hinaus ganz neue Ansichten und Einblicke in die charakteristischen Landstriche der Eifel bieten.

Rückschau auf Höhepunkte aus dem vergangenen Jahrzehnt möchte Heinz-Peter Thiel als Vorsitzender des Präsidiums der Zukunftsinitiative Eifel halten. Als Gesprächspartner stehen dafür Helmut Etschenberg, Städteregionsrat der Städteregion Aachen, ehemaliger Präsident der Zukunftsinitiative Eifel und Mitglied der Eifel-Touristik Agentur sowie Roger Graef, der ehemaliger Landrat im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Präsidiumsmitglied der Zukunftsinitiative Eifel, bereit.

Im Anschluss an den Rückblick wird es eine Talkrunde geben.

Für die Talkrunde haben sich als Gäste angekündigt: Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Dr. Tim Becker, Mitbegründer des Instituts „Denkunterneh-mung“, Dr. Hans-Joachim Güttler, Vorsitzender des Kunstfördervereins Kreis Düren, Franz Müller, ehemaliger Werksleiter der Firma Carl August Picard in Imgenbroich und Dr. Carsten Schnieder, Landarzt im Kreis Vulkaneifel.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier dürfen alle Unterstützer der Zukunftsinitiative Eifel ihren Teil zum sogenannten „Zukunftsmanifest“ beitragen. Auch das Manifest soll auf besondere Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich vereinen und damit „die Blicke auf sich ziehen“.

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