Monschau - „Zukunft mit Geschichte“: Den Werteverfall in der Altstadt stoppen

„Zukunft mit Geschichte“: Den Werteverfall in der Altstadt stoppen

Von: P. St.
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Buntes Monschau: Mit einen üppigem Blumenschmuck in der Altstadt hat der Verschönerungsverein bereits Taten sprechen lassen und für attraktive Farbtupfer in der malerischen Kulisse gesorgt. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Durch die Altstadtgassen schlendernde Touristen, gastronomische Billigangebote und immer mehr Altstadtwohnungen, die zu Ferienhäusern umgewandelt werden, dominieren das Bild in Monschau. „Es gibt einen wahnwitzigen Werteverfall. Die Immobilienpreise in der Altstadt sind abgestürzt“, stellt Hans-Benno Kaulard als in der Altstadt etablierter Geschäftsmann fest.

Das nicht wegzudiskutierende Attribut des touristischen Tagesgeschäftes soll in Monschau aber nicht die Oberhand gewinnen. Darin ist sich eine Gruppe von Monschauer Unternehmern einig, die am morgigen Freitag mit einer neuer Marketingkampagne in die Öffentlichkeit gehen will.

„Monschau – Zukunft mit Geschichte“: Mit diesem Titel gibt das Altstadt-Forum im Bürgersaal des Auklosters die gewünschte Richtung vor. Ein Arbeitskreis, der aus dem Verschönerungsverein Monschau hervorgegangen ist, hat eine Werbeagentur aus Aachen mit einer Konzeption beauftragt, wie man der Altstadt neuen Schwung verleihen kann. Man wolle endlich weg von der Tendenz, „alles schlecht zu reden“, sind sich die Initiatoren, wozu auch Werner Maaßen und Wolfgang Kaever gehören, einig.

Outlet-Center kein Thema

Eine Broschüre wurde bereits erstellt, die in erster Linie mögliche Investoren ansprechen und aktivieren soll, sich mit der Nutzung Monschauer Immobilien auseinanderzusetzen. Den Interessenten soll auch eine „Folgebetreuung“ angeboten werden. „Wir wollen das Heft das Handelns in der Hand behalten“, betont Werner Maaßen. Damit widerspricht er auch gleichzeitig vehement Vermutungen, dass in der Monschauer Altstadt, dem jüngsten Beispiel von Bad Münstereifel folgend, ein Outlet-Center entstehen soll. Der Radiosender „Deutschlandfunk“ hatte in der vorigen Woche vermeldet, dass sich in Monschau, Remscheid und Königswinter so genannte Outlet-Center ansiedeln würden.

Eine solche Entwicklung schließt auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter unter Hinweis auf eine im Jahr 2007 vorgenommene Untersuchung eines niederländischen Projektentwicklers aus. Dieser hatte im Auftrag der Euregionale die Altstadt auf die Möglichkeit einer Outlet-Ansiedlung hin untersucht. Das Ergebnis war eindeutig. Die fehlende Autobahnnähe, zu wenig Parkraum und die Gefährdung der denkmalgeschützten Bausubstanz waren so unüberwindbare Hindernisse, dass die Überlegungen gleich wieder in der Schublade verschwanden.

„In Monschau gibt es mehr touristische Betten als Einwohner. Das zeigt klar, wo das Potenzial liegt“, sieht die Bürgermeisterin die Richtung vorgegeben. Die Initiative der Geschäftswelt betrachtet sie als „eine Notwendigkeit“. Es sei positiv zu sehen, dass „Unternehmer Verantwortung übernehmen“. In der Folge werde sich zeigen, „ob die Chancen genutzt werden“. Ziel des Altstadt-Forums „Zukunft mit Geschichte“ müsse es sein, dem drohenden Leerstand zu begegnen „und ein gemeinsames Ziel zu formulieren“.

Die Podiumsdiskussion soll dazu dienen, das Interesse der Bevölkerung zu erkunden, verspricht sich Werner Maaßen eine Initialzündung. „Wir wollen aufzeigen, was in Monschau möglich ist.“ Die malerische Kulisse allein sei keine verlässliche Säule für die Zukunft. „Es gilt, neue Magnete für Touristen zu schaffen.“ Auch die Vorgaben des Denkmalschutzes seien heute nicht mehr unüberwindbar. Die Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft sei heute ausgeprägter als noch vor 20 Jahren.

Für Wolfgang Kaever ist es wichtig darzustellen, dass die historische Altstadt mit ihrem lebendigen Ambiente eine hohe Wohnqualität besitze. „Es muss uns gelingen, wieder bewusst zu machen, was Monschau für eine fantastische Stadt ist.“

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