Zugverkehr in NRW eingestellt

Von: ych/dpa/ddp
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Orkantief „Xynthia” ist da: In Simmerath hat am Sonntagmittag ein umgekippter Baum die Ausfahrt des Katastrophenschutz- und Hilfeleistungszentrums blockiert. Er wurde von der Feuerwehr entfernt. Foto: psm

Aachen/Düren/Heinsberg. Orkantief „Xynthia” hat erheblichen Schaden verursacht: Starke Böen entwurzelten Bäume, Dachziegel fielen herab, und Baustellenteile wirbelten durch die Luft. Die Polizei in NRW rückte bis 17 Uhr zu 2127 Einsätzen aus.

Am Abend wurde der gesamte Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen vorläufig eingestellt. Es gehe sowohl um den Regional- als auch um den Fernverkehr, sagte ein Sprecher der Bahn am Sonntagabend in Düsseldorf. Nach 21 Uhr wurde der Fernverkehr teilweise wieder aufgenommen, der Nahverkehr wird voraussichtlich bis zum Morgen stillstehen.

Umgekippte Bäume beschäftigen auch weiterhin in der gesamten Region die Feuerwehren. „Wir eilen von einem Einsatz zum anderen”, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen. Auf der Autobahn 4 zwischen Kreuz Aachen und der Ausfahrt Aachen-Zentrum in Richtung Heerlen war am Nachmittag ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt. Eine Spur musste während der Bergungsarbeiten gesperrt werden. In Richtung Köln zwischen Eschweiler-Ost und Weisweiler wurde die Autobahn zeitweise ebenfalls gesperrt, nachdem Teile der Dachabdeckung einer Halle im benachbarten Gewerbegebiet „In der Krause” auf die Autobahn geweht worden waren. Bei Alsdorf musste zeitweise die B 57 gesperrt werden, weil ein Windrad drohte, umzukippen.

Die Euregio Wirtschaftsschau auf dem Aachener Bendplatz hatte am Nachmittag geschlossen, alle Besucher wurden aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt. In der Aachener Kantstraße ist ein Baum auf einen Kleinbus gestürzt.

Mit elektronisch gestoppten 137 km/h nachmittags um 16 Uhr in Kalterherberg ist Sturmtief „Xynthia” über die Nordeifel hinweggetobt. Diese Geschwindigkeit war die höchste, die in der gesamten Region zu diesem Zeitpunkt gemessen worden war. In Strauch wurde eine Oberleitung zerfetzt. Energieversorger RWE war rasch mit einem Hilfstrupp vor Ort. Ebenfalls in Strauch machte sich das Dach eines Schuppens selbstständig. Zeitweise gesperrt waren die Straßen zwischen Lammersdorf und Zweifall sowie zwischen Kesternich und Einruhr.

In Simmerath hat am Sonntagmittag ein umgekippter Baum die Ausfahrt des Katastrophenschutz- und Hilfeleistungszentrums blockiert. Er wurde von der Feuerwehr aus dem Weg geräumt. Die Eschweiler Feuerwehr zählte rund 50 Einsätze innerhalb weniger Stunden, die Leitstelle der Polizei im Kreis Heinsberg erfasste rund 150 Einsätze.

Im Raum Stolberg war die Ortschaft Bend nicht mehr über Straßen erreichbar, weil die Straßen nach Vicht und Schevenhütte mit umgestürzten Bäumen blockiert waren. Auch zwischen Büsbach und Aachen sowie auf der Eschweiler Straße blockierte ein Baum die Straße. Außerdem sind bei einem Firmengebäude von Vegla Teile des Dachs weggeflogen.

Der ADAC-Rettungshubschrauber auf Merzbrück hat den Flugbetrieb aufgrund des starken Windes eingestellt.

An der Jülicher Kreisbahn-Strecke in Höhe Kopernikusstraße blockierte ein umgeknickter Baum die Gleise. In der Gemeinde Aldenhoven gab es im Römerpark für die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Später musste die Landstraße 228 zeitweise gesperrt werden, weil viele Bäume und Äste auf der Fahrbahn lagen. Die Linnicher Wehr rückte nach Tetz und Glimbach aus - auch hier wurden Bäume entwurzelt und brachen große Äste ab.

In Pulheim bei Köln wurde eine Joggerin am Sonntagnachmittag von einem umstürzenden Baum erschlagen. Wie die Polizei mitteilte, war die Frau durch einen Wald gelaufen. Die Identität der Toten war am Sonntagnachmittag zunächst unklar. Die Polizei sperrte den Wald.

In Köln musste die Polizei am Sonntagmittag die Deutzer Brücke kurzzeitig für den Straßenbahn- und Autoverkehr sperren. Werbeschilder hatten sich dort aus ihrer Verankerung gelöst. Ein Auto wurde durch ein umherfliegendes Plakat beschädigt. Eine Spezialfirma musste die übrigen Werbeschilder sichern. Auch in Köln meldete die Polizei zahlreiche Einsätze. Menschen seien jedoch nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher.

Nach der Vorhersage der Meteorologen sollte das Sturmtief am Abend seinen Höhepunkt erreichen und in der Nacht abflauen. „Xynthia” sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat”, erläuterte der Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.
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