Simmerath - Zu Löwenstein: Städteregion wollte Firmengründungen

Zu Löwenstein: Städteregion wollte Firmengründungen

Von: Ernst Schneiders
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Geld für die Eifelklinik St. Brigida wird es von Städteregion und Kommunen nicht mehr geben. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Dass der Adelige selbst zu Feudel und Schöpfkelle greift, hat sicher niemand angenommen. Aber Karl Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, so der vollständige Name, ist Geschäftsführer der RS Reinigung Simmerath GmbH und der CS Catering Simmerath GmbH, beide noch mit Sitz im Seniorenstift Seliger Gerhard an der Kammerbruchstraße 8 in Simmerath.

Das ist auch nach dem Trägerwechsel des Krankenhauses am 1. September bei der Malteser-Trägergesellschaft Köln verblieben. Diese Tatsache hat bei manchem Politiker dann doch für erstaunte Blicke und süffisante Kommentare gereicht. Dabei ist Prinz zu Löwenstein allein auf weiter Flur, denn außer ihm gibt es keine Mitarbeiter. Zu Löwenstein: „Diese beiden Gesellschaften sind leere Hüllen, die nicht benutzt werden.”

Die Wirtschaftlichen Nachrichten der Industrie- und Handelskammer zu Aachen, Ausgabe 9/2010, erwähnen die beiden Firmen in ihrem Handelsregisterauszug unter „Neueintragungen”. Firmenzweck der CS Catering Simmerath GmbH sind „... Dienstleistungen im Bereich des Caterings, schwerpunktmäßig die Übernahme und Durchführung der gesamten Speiseversorgung von Krankenhäusern, Heimen und sonstigen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens - insbesondere für die Einrichtung Krankenhaus St. Brigida in Simmerath ...”

Firmenzweck der RS Reinigung Simmerath GmbH ist „... die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des Facility Managements gegenüber Krankenhäusern, Heimen und sonstigen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, insbesondere für die Einrichtung Krankenhaus St. Brigida in Simmerath ...”

Eingetragen worden ist die Cateringfirma am 24. Juni 2010, die Reinigungsfirma am 30. Juni 2010, einen Tag bevor, wie seinerzeit geplant, das Malteser-Krankenhaus St. Brigida an die Städteregion Aachen respektive eine Trägergesellschaft übergehen sollte.

Die Städteregion erklärte die Verhandlungen für gescheitert und ließ den Termin 1. Juli platzen, weil aus ihrer Sicht noch etliche wichtige Punkte nicht geklärt waren. Die Malteser verhandelten zwar weiter mit der Städteregion, holten allerdings die Artemed-Gruppe ins Boot, die nach einem Überraschung-Coup zum 1. September den Zuschlag erhielt.

Die Gruppe hat alle Dienstleistungsverträge von den Maltesern übernommen, so Leonie Böhringer von der Pressestelle am Stammsitz der Artemed in Tutzing auf Anfrage dieser Zeitung. Verträge mit der RS Reinigung Simmerath GmbH und der CS Catering Simmerath GmbH gibt es allerdings nicht. Das Catering wird nach wie vor von der Primus Service GmbH übernommen, die Reinigung vom Malta-Clean-Service, beides Tochtergesellschaften der Malteser, die im gesamten Malteser-Verbund tätig sind, wie Prinz zu Löwenstein betonte.

Als Irrtum betrachtet

Beide Dienstleistungsfirmen habe die Städteregion jedoch so nicht übernehmen wollen. Sie habe die Absicht gehabt, den Service an das Medizinische Zentrum der Städteregion in Würselen anzugliedern, was allerdings wegen tariflicher Auseinandersetzungen und einem anhängigen Gerichtsverfahren auf direktem Wege nicht möglich gewesen sei, erinnert sich Prinz zu Löwenstein: „Aus diesem Grund hat die Städteregion uns gebeten, diese beiden Firmen zu gründen. Wir haben das mit einem Riesenaufwand gemacht, um wenige Tage später zu erfahren, dass das nicht nötig war.” Zur Zeit werde überlegt, die beiden Gesellschaften in Köln anzusiedeln.

Als Irrtum wird in den Rathäusern der Nordeifel ein Schreiben des Malteser-Zentraleinkaufs in Bonn betrachtet, in welchen die Verwaltungschefs gebeten werden, schriftlich ihr Einverständnis zu erklären, dass sämtliche Rechte und Pflichten gegenüber den Maltesern auch auf die neue St. Brigida GmbH & Co. KG der Artemed übergehen. „Ich denke nicht daran, das zu unterschreiben”, hatte Simmerath Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns in der jüngsten Ratssitzung keinen Zweifel an seiner Haltung gelassen.

Wie ihre Kollegen in Simmerath und Roetgen hat auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter den Brief der Malteser ohne Unterschrift zum Abheften in die Registratur gegeben, zumal die Artemed-Geschäftsführung in einer Gesprächsrunde klar gesagt habe, dass sie von den Eifelkommunen keinerlei Zahlungen erwarte. Seinerzeit waren von der Städteregion und den fünf Eifelkommunen (neben Monschau, Simmerath und Roetgen auch noch Nideggen und Hürtgenwald) jährlich 200.000 Euro zur Stützung der Geburtshilfestation gezahlt worden.

Eine weitere Unterstützung wird es nicht geben, betont Roetgens Verwaltungschef Manfred Eis. Es gebe eine klare Ansage, wonach die Eifelkommunen bei einem Trägerwechsel keinen Zuschuss mehr für die Geburtshilfestation des Krankenhauses zahlen. Eis: „Das ist Sachstand!”
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