Zu Fuß ins Gewerbegebiet?

Von: P. St.
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Rollesbroich. Marc Topp, der Rollesbroicher Ortsvorsteher, ist vom Sinn einer fußläufigen Verbindung in das Rollesbroicher Gewerbegebiet fest überzeugt, und vehement warb er für seinen entsprechenden Antrag in der Sitzung des Simmerather Tiefbauausschusses.

Seine Überzeugung aber teilen sonst nur noch die Parteifreunde der SPD, bei den anderen Fraktionen stieß das Vorhaben, allein schon wegen der hohen Kosten, nach langer Diskussion auf Ablehnung und wird nun nicht weiter verfolgt.

Die Verwaltung hatte eine intensive Befragung der Anlieger im Gewerbegebiet und der Ortsvereine vorangeschoben. Die meisten Betriebe antworteten erst gar nicht, die Mehrheit der anderen Betriebe sah keinen Bedarf. Bei den Ortsvereinen wurde nicht nur der allgemeine Bedarf abgefragt, sondern auch der konkrete Bedarf zur Nutzung der im Gewerbegebiet befindlichen Veranstaltungshalle, die der Tanzwerkstatt Simmerath gehört.

Als Fazit hielt die Verwaltung fest, dass der Bedarf für konkrete Veranstaltungen nur von zwei der acht angeschriebenen Ortsvereine angemeldet wurde.

Zur Kostenseite führte die Verwaltung aus, dass die Anlegung des rund 100 Meter langen Fußweges in Asphaltbauweise inklusive drei Straßenlampen rund 31.000 Euro kosten würde. Da der Weg von der K 32 in Höhe der Fahrbahnverschwenkungen am Ortseingang ins Gewerbegebiet führen sollte, hielt die Verwaltung in diesem Bereich die Anlegung von zwei Haltebuchten für zwingend erforderlich, wenn Eltern ihre Kinder, die zur Tanzwerkstatt oder ins benachbarte Fitnessstudio wollten, hier ausstiegen ließen.

Dafür seien noch einmal 150.000 Euro bereitzustellen, wobei fraglich sei, ob der Straßenbaulastträger an diesem ohnehin kritischen Punkt einer solchen Planung überhaupt zustimmen würde.

Ein Trampelpfad als Alternative?

Während Heribert Linscheidt (CDU) keinen Bedarf für einen Fußweg resümierte, interpretierte Marc Topp das Ergebnis der Befragung völlig anders. Ein Großteil der Rollesbroicher Vereine würde die Fußweg-Lösung als sinnvoll betrachten. Außerdem zweifele er Kostenberechnung in dieser Höhe an.

Martina Schreiber-Röhl (CDU) bezweifelte hingegen, dass Fußgänger sich ins Gewerbegebiet aufmachten. Die Erfahrung zeige, dass die Mehrzahl der Besucher mit dem Auto zum Saal fahre, der bekanntlich im Ortszentrum liege, und Maren Franz (CDU) fand, dass ein solcher Weg vollkommen überschätzt werde.

Auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns fragte sich: „Wer geht denn zu Fuß ins Gewerbegebiet? Das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer solchen Maßnahme sei einfach nicht zu rechtfertigen.

Einen Vorschlag mit ganz praktischer Note brachte Michael Schreiber (Grüne) ein. Wenn an der genannten Stelle wirklich Bedarf für einen Fußweg vorhanden sei, dann entstehe hier in kürzester Zeit ein Trampelpfad. Wenn dieser dann erkennbar sei, könnte man erneut diskutieren, ob die Maßnahme erforderlich sei.

Marc Topp zeigte sich am Ende der Diskussion schwer enttäuscht: „Rollesbroich weiß jetzt Bescheid“, sagte er.

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