Simmerath - „Zielführende Gespräche” für die Gemeinschaftsschule fortsetzen

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„Zielführende Gespräche” für die Gemeinschaftsschule fortsetzen

Von: P. St.
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Die Hauptschule Simmerath ist
Die Hauptschule Simmerath ist ein Auslaufmodell. Schon zum nächsten Schuljahr gibt es keine neue Eingangsklasse mehr. Stattdessen soll hier die Gemeinschaftsschule einziehen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Wenn es in der Gemeinde Simmerath demnächst für Eltern um die Entscheidung für die Schullaufbahn ihrer Kinder geht, dann wird die Schulstadt Monschau eine ernstzunehmende Konkurrenz erhalten.

Mit einem einstimmigen Beschluss brachte der Simmerather Schulausschuss am Donnerstagabend ein Kooperationsmodell zur Bildung einer Gemeinschaftsschule mit der Gemeinde Hürtgenwald auf den Weg. Vorausgesetzt, dass das Vorhaben klappt, soll ab dem Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten in den Hauptschulgebäuden Simmerath und Kleinhau angeboten werden.

Die ersten Vorgespräche zwischen Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch haben bereits stattgefunden. Man sieht sich als „vetrauensvolle Partner” - eine Verhandlungsposition, die in den zuvor stattgefundenen Gesprächen mit Monschau vermisst wurde, wie bei der rund 90-minütigen Diskussion im Ausschuss deutlich wurde.

Der Ausschuss beauftragte den Bürgermeister die Gespräche und Überlegungen „zielführend fortzusetzen”. Gleichzeitig wurden die bestehenden Ratsbeschlüsse zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel durch die Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen aufgehoben.

„Es ist eine Menge passiert”, bilanzierte Ausschussvorsitzender Franz-Josef Hammelstein. Der Versuch der Monschauer Bürgermeisterin, Fördermittel von Simmerath nach Monschau umzuwidmen, habe „Turbulenzen” ausgelöst und in Simmerath die Zweifel verstärkt, ob Monschau überhaupt noch an einer Kooperation interessiert sei.

„Monschau hat die Tür zugemacht”, lautete für Günter Scheidt (CDU) das Fazit des zurückliegenden halben Jahres, indem die Stadt den Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule alleine gestellt habe. Die Gespräche mit der Nachbarkommune Hürtgenwald dagegen seien „gut angelaufen”. Das Hauptschulgebäude in Simmerath biete die besten Voraussetzungen für ein weiterführendes Schulangebot. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die mit Hürtgenwald bereits hervorragend funktionierende Zusammenarbeit im Bereich der Förderschule.

Auch Bernd Goffart (CDU) sah einen gelungenen Start in der Kooperation mit Hürtgenwald. Dies sei keine Notlösung. Vielmehr habe er das Gefühl, „dass wir auf Augenhöhe verhandeln.” Die durch das Franziskus-Gymnasium zugesagte Kooperation mit einer Gemeinschaftsschule Simmerath/Hürtgenwald sei zudem ein unschätzbarer Vorteil, das auch das Gymnasium als dann zentral liegenden Einrichtung stärke.

„Wichtig ist ein gutes Konzept für die Schülerbeförderung, das die Eltern überzeugt”, lenkte Siegfried Peters (SPD) den Blick auf die praktische Seite einer Kooperation, während Klaus Stockschlaeder (Grüne) die Hoffnung äußerte, „dass wir die Eltern mitnehmen können und die mentale Offenheit vorhanden ist.”

Ein wesentlicher Punkt, der alle zukünftigen Gemeinschaftsschulen betrifft ist derzeit noch die unklare Gesetzeslage im Land,weshalb Stephan Weber (UWG) auch Bedenken äußerte, sich auf den Begriff Gemeinschaftsschule festzulegen; man möge sich auch daher andere Optionen offenhalten.

Zur aktuellen Situation teilte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit, dass der Gesetzesentwurf der rot-grünen Landesregierung eine Dreizügigkeit der Gemeinschaftsschule vorsehe (25 Schüler pro Klasse). Im Entwurf ist auch die Rede davon, dass bei neuen Schulmodellen auch eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen erfolgen sollte.

Hermanns sicherte zu, dass man selbstverständlich auch die Stadt Monschau einbeziehen werde. Es sei nicht das Ziel, „bestehende Schulen in Monschau zu gefährden, aber wir wollen für Simmerath ein attraktives Angebot in der Sekundarstufe I schaffen.” So gehe man davon aus, dass auch weiterhin ein bestimmter Anteil Simmerather Schüler die Realschule in Monschau besuche.

Von allen Seiten wurde bei der Diskussion nachhaltig darauf hingewiesen, dass das Beförderungsangebot für die Schulkinder stimmen muss. Angedacht ist schon einmal der Einsatz von Kleinbussen möglichst ohne Umsteigen am Bushof Simmerath.

Roetgen wartet ab beim Thema Schulentwicklung

In das Kooperationsmodell einer Gemeinschaftsschule Nordeifel ist auch die Gemeinde Roetgen einbezogen, die durch die polarisierende Diskussionen zwischen Monschau und Simmerath allerdings ein wenig aus dem Blickfeld geriet.

Auf Anfrage der Lokalredaktion sagte Bürgermeister Manfred Eis, dass für Roetgen, der Beschluss, sich am Schulversuch zu beteiligen, weiterhin Bestand habe. Die Entwicklung bei der Gemeinschaftshauptschule Monschau/Roetgen gelte es abzuwarten. Im übrigen müsse man berücksichtigen, dass es Sache der Eltern sei, welche Schulform sie wählten.

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