Fringshaus - „Zerbombtes” Auto steht am Straßenrand

„Zerbombtes” Auto steht am Straßenrand

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Die Fragen, was wann mit diesem Ford Scorpio geschah, der mindestens seit dem 23. Juli auf der B258 auf belgischem Staatsgebiet am Straßenrand steht, sind nicht alle schlüssig beantwortet. Foto: S.M. Berners

Fringshaus. Die Sache klingt nach einer Räuberpistole: Mindestens seit dem 23. Juli steht auf der B258 zwischen Konzen und Fringshaus in Fahrtrichtung Roetgen ein roter Ford Scorpio.

Auf diesem Teilstück der Bundesstraße, die über belgisches Staatsgebiet führt, gibt es keinen Standstreifen. Das Auto mit deutschen Kennzeichen steht, an der Fahrerseite sichtbar eingebeult, halb in der Böschung.

Michael Houba, Pressesprecher der Aachener Polizei, findet in seinen Unterlagen eine „erste Info” an die belgischen Kollegen an diesem 23. Juli, dass es auf dem belgischen Stück der B258 einen Verkehrsunfall mit Sachschaden gegeben habe. Wer die Fahrerseite des Ford Scorpio verbeult und ob es Verletzte gegeben hat, vermag Houba nicht zu sagen.

Allerdings habe die Polizei in der Folgezeit noch viermal in dieser Angelegenheit mit den belgischen Gendarmen Kontakt gehabt: am 25. Juli, zweimal am 28. Juli und am 31. Juli. Dabei, so Houba, habe es sich nicht um Einsätze gehandelt. Vielmehr sei die B258 für einige Kollegen der Weg vom Wohnort zur Dienststelle, und diese Kollegen hätten sich jeweils an die zuständigen Stellen im Hause gewandt mit der Hinweis: „Der Wagen steht immer noch da.” Diese Info sei dann stets über die Grenze hinweg weitergegeben worden.

Das für diesen Bereich zuständige Kommissariat der belgischen Polizei in Raeren war unterdessen nicht untätig, wie Karl-Heinz Steinbeck versicherte. Weil man den Halter nicht telefonisch habe erreichen können, habe man ihn schriftlich aufgefordert, das Fahrzeug dort wegholen zu lassen. Doch statt des Fahrzeugs waren plötzlich nur die Kennzeichen weg.

Dann war Sonntag, 1. August, und es kam Bewegung in die Sache. Passanten sprachen davon, dass das Auto plötzlich völlig demoliert war, die Scheiben zertrümmert, das Interieur verwüstet, wie nach einem Bombeneinschlag.

Von einem „zerbombten Pkw im Wald, niemand drin” ist in einem Einsatzprotokoll des Rettungsdienstes vom Sonntag, 14.55 Uhr die Rede. Und weiter: „Polizei informiert. Belgier wissen Bescheid.” Obwohl nach Auskunft der Leitstelle Simmerath angeblich gar kein Rettungswagen im Einsatz war, der habe auf dem Parkplatz an Fringshaus wie üblich in Bereitschaft gestanden. Das habe wohl jemand verwechselt.

Für die belgischen und die deutschen Polizeibehörden war der angebliche Vorfall am Sonntagnachmittag eine Neuigkeit, denn weder im Aachener Präsidium noch in der Leitstelle in Eupen ist zur fraglichen Uhrzeit ein Einsatz verzeichnet. Passanten wollen unterdessen Streifenwagen aus beiden Ländern zur fraglichen Stunde am Ford Scorpio gesehen haben. Ob ein Beamter erst am Sonntag oder bereits zuvor das rot-weiße Absperrband um das Schrottauto gewickelt hat, vermag auch niemand zu sagen. Feuer gefangen hat der Wagen jedenfalls nicht. Er sieht nicht so aus, er riecht nicht so und weder die Monschauer noch die Roetgener Feuerwehr sind am Sonntag zu einem Pkw-Brand an der B258 ausgerückt.

In der Gegend schießen Gerüchte ins Kraut. Nachgeholfen, weil Spuren auf einen Autodiebstahl oder ein anderes Vergehen beseitigt werden sollten? Aachens Polizeisprecher Michael Houba schließt das nicht aus, warnt jedoch vor Spekulationen oder Verschwörungstheorien. „Außerdem”, so Houba, „gibt es keinen Vermisstenfall, der dem Wagen auf der B258 zugeordnet werden könnte.”

Nur wenige hundert Meter entfernt ereignete sich am Freitagabend ein Unfall, als bei einem Gespann der Hänger laut Polizeibericht ins Schleudern geriet, sich vom Zugfahrzeug löste und links gegen einen Baum prallte. Das Zugfahrzeug geriet nach rechts von der Fahrbahn ab und blieb auf dem Dach im Straßengraben liegen.

Im deutschen Polizeibericht ist von „Personenschaden” die Rede. Der Unfall wurde zuständigkeitshalber an die Leitstelle der belgischen Polizei in Lüttich weitergeleitet.
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