Zentrenkonzept für Imgenbroich verabschiedet

Von: P. St.
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Hier soll sich das Gewerbe in Imgenbroich entwickeln: An der Bundesstraße 258 in Richtung Konzen gesehen linksseitig hat die Stadt Monschau bis in Höhe des Himo (li.) ihr Einzelhandels- und Zentrenkonzept ausgewiesen. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Völlig unbeeindruckt von der scharfen Kritik der Gebau Fonds GmbH, die als Grundstückseigentümerin die Interessen des Vollsortimenters Real im Imgenbroicher Gewerbegebiet vertritt, verabschiedete der Monschauer Planungsausschuss am Dienstagabend einstimmig das Einzelhandel- und Zentrenkonzept für die Stadt Monschau.

Konkret geht es dabei um die Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereiches für Imgenbroich. Dieser Bereich geht inzwischen weit über das ursprüngliche Dorfzentrum hinaus. Das ansiedlungsfreudige Gewerbe kann sich nun in Richtung Westen entwickeln. Der Erweiterungsbereich im Dreieck Trierer Straße/Hengstbrüchelchen/Himo links entlang der B 258 Richtung Konzen schließt sich an das vorhandene Fachmarktzentrum Auf Beuel an.

Das Zentrenkonzept weist den Geschäftsbereich Imgenbroich als Hauptzentrum der Stadt Monschau aus und setzt auf dessen Attraktivität für die zukünftigen Entwicklungsperspektiven der Stadt.

Mit dieser Entscheidung, sagte CDU-Fraktionssprecher Micha Kreitz, trage man „der Realität und dem Bedarf“ Rechnung und schaffe die Voraussetzung dafür, dass sich neue Unternehmen in Imgenbroich ansiedeln könnten.

In Zusammenhang mit der Aufstellung des Zentrenkonzeptes ist auch die Änderung des Bebauungsplans Imgenbroich Nr. 4 zu sehen. Hierbei geht es um ein Sondergebiet im alten Gewerbegebiet, das vor mehr als 30 Jahren ausgewiesen wurde, um dem damaligen „Allkauf“ die Möglichkeit einer Ansiedlung zu verschaffen. Inzwischen hat sich hier der Vollsortimenter „Real“ auf einer erweiterten Verkaufsfläche von 4500 Quadratmetern etabliert.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die Stadt Monschau den isoliert liegenden Real-Markt im neuen Imgenbroicher Versorgungsbereich besser untergebracht sähe, weshalb die Änderung des Bebauungsplan empfohlen wurde. Diese Änderung berührt zwar nicht den Bestandsschutz des Marktes, allerdings lässt er auch keine weitere Entwicklung oder Neuansiedlung in diesem Bereich zu. Ziel der Planänderung soll es sein, den neu ausgewiesenen zentralen Versorgungsbereich zu schützen.

Einstimmig wurde diese Änderung von Planungsausschuss beschlossen, wobei die oben erwähnte Gebau Fonds GmbH im Vorfeld bereits angekündigt hatte, dass man die Pläne der Stadt Monschau „nötigenfalls auch vor Gericht“ zu Fall bringen wolle. Die GmbH bezeichnet es als „nicht hinnehmbar“, dass ein seit Jahren gewachsener Einkaufsstandort „überzogenen und nicht am Bedarf orientierten Plänen“ zum Opfer falle.

Diese deutlichen Worte aber lieben beim Ausschuss ohne Wirkung. SPD-Sprecher Gregor Mathar forderte die Investoren auf, sich „der Dynamik des Marktes“ zu unterziehen und in die Zukunft zu schauen, „so wie des Stadt Monschau auch tut.“ In der Bebauungsplanänderung erkenne er keine Nachteile für den Betroffenen.

Auch Micha Kreitz wollte sich von einer „Drohkulisse“ nicht verunsichern lassen: „Was ist das für ein Demokratieverständnis?“, fragte er an die Adresse des Investors, und betrachtete es außerdem als rechtlich fragwürdig, ob überhaupt eine Klage gegen einen Aufstellungbeschluss möglich sei, zumal der Bestandsschutz durch die Bebauungsplanänderung nicht angetastet werde. Investoren seien in Monschau herzlich willkommen, aber diese sollten auch der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen. Kreitz: „Hier wird in die falsche Richtung investiert - nämlich in Anwälte und Projektentwickler.“

Auch Werner Krickel (Grüne) forderte die Kritiker auf, mit der Zeit zu gehen. Das Gelände sei vor 30 Jahren als Sondergebiet ausgewiesen worden, „aber seitdem hat sich einiges in der Welt getan.“ Wenn alle sich wie die Gebau Fonds GmbH verhielten, „dann stünde auch heute die Mauer noch.“ Daher sei auch eine „Drohgebärde“ zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht. Die angekündigten rechtlichen Schritte seien im übrigen im Rahmen der Offenlage angezeigt.

Krickel hielt dem Investor vor, „ein Eigentor geschossen zu haben“ und interpretierte den Hintergrund des Angriffs. Im alten Gewerbegebiet befinde sich eine Immobilie, die längst abgeschrieben sei und nun richtig Geld abwerfe.

Nachdem der Ausschuss nun den Aufstellungsbeschluss gefasst hat, wird die Verwaltung einen Vorentwurf des Bebauungsplan mit ausführlicher Begründung aufstellen, der dann erneut beraten und anschließend in die Offenlage kommt.

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