Lammersdorf - Zeitreise durch Lammersdorf in alten Bildern

Zeitreise durch Lammersdorf in alten Bildern

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Karneval in Lammersdorf im Jahr 1936: Eine Vielzahl von seltenen Aufnahmen erhält der zweite Bildband „Das war Lammersdorf”, der den Blick auf die 1930er und 1940er Jahre richtet.

Lammersdorf. Was die Geschichte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anbelangt, gehört Lammersdorf zu den am besten erforschten Orten des Monschauer Landes. Daran hat auch die jüngste Veröffentlichung der beiden Lammersdorfer Heimatforscher H. Jürgen Siebertz und Dr. Bernd Läufer einen entscheidenden Anteil.

Mit ihrem Bildband „Das war Lammersdorf”, Teil 2, nehmen sie ihre Leser mit auf eine Zeitreise durch das Lammersdorf der 1930er und 1940er Jahre. Auf 220 weitgehend unveröffentlichten Fotografien lassen sie das vielfältige Leben in ihrem Heimatort an dem Betrachter vorüberziehen. Gründlich recherchierte und unterhaltsam geschriebene Begleittexte bieten die dazu gehörenden Erläuterungen. So erfährt man gleich zu Beginn, was sich hinter Sippennamen wie „Nahtsmattesse” oder „Schele” verbirgt.

Die ersten Kapitel nehmen den Betrachter mit auf einen Spaziergang durch „Alt-Lammersdorf”, als die noch nicht asphaltierten Straßen von Fachwerkhöfen gesäumt wurden. Viele Häuser sind inzwischen verschwunden, andere haben ihr Aussehen stark verändert. In den Fluren Stüttgen und Paggenbend entstand das erste Neubaugebiet: die Junkersiedlung.

Mit den landwirtschaftlichen Großbetrieben der Domäne hielt eine neue Form der Landwirtschaft Einzug. Die katholische Pfarrkirche hatte den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden. Mit dem Bau der evangelischen Kapelle bekamen auch die evangelischen Christen ihr lange ersehntes Gotteshaus. Die Kalltalsperre bescherte Lammersdorf eine neue Sehenswürdigkeit.

Wie im ersten Bildband, der vor Jahresfrist erschien, stehen auch diesmal die Einwohner Lammersdorfs im Mittelpunkt. Man begegnet sowohl Persönlichkeiten wie Pfarrer Peter Schall und Dr. E.h. Otto Junker, die den Ort prägten, als auch jenen „einfachen” Menschen, die ihm auf vielfältige Weise seinen typischen Charakter verliehen haben.

Man sieht sie in froher und geselliger Runde bei Familienfesten oder im Kreis ihrer Familien, zusammen mit Freunden und Arbeitskollegen, beim Ackern auf dem Feld oder beim Waldbeerenpflücken. Sie posieren auf ihrem neuen Traktor oder warm eingepackt auf ihrem Pferdeschlitten. Auch auf den Bildern der Kommunionkinder, Konfirmanden und Schulfotos wird mancher sich selbst oder einen lieben Verwandten wiederfinden.

Zahlreiche Ortsvereine bestimmten das gesellschaftliche Leben. Jungfrauenkongregation, Jünglingsverein, der Verein christlicher Mütter und Frauen oder der Kriegerverein förderten den Zusammenhalt der Menschen untereinander. Heute erinnert sich kaum noch jemand an das vielfältige kulturelle Leben dieser Zeit.

Zahlreiche Bilder machen deutlich, dass Lammersdorf schon immer eine karnevalistische Hochburg war. Auch der Theaterverein und die Blasmusik sorgten für eine willkommene Abwechslung im Alltagstrott. Natürlich dürfen auch die anderen Traditionsvereine wie Kirchenchor, Schützenverein und TuS Lammersdorf nicht fehlen.

Ein umfangreiches Kapitel ist der Otto Junker GmbH gewidmet, die den Autoren Einblick im ihr Archiv gewährte. Das Unternehmen erlebte einen rasanten Aufschwung. Ständig kamen neue Hallen hinzu. An der Jägerhausstraße entstand die unverwechselbare Bruchsteinfassade. Der Bildband zeigt die Arbeiter in den verschiedenen Werkstätten und Büros, beim Betriebsausflug oder bei Werksveranstaltungen. Man schaut den Lehrlingen beim Feilen an den Schraubstöcken zu oder sieht sie singend vor dem Mikrofon des Reichssenders Köln.

Der Bildband macht aber auch deutlich, dass Lammersdorf keine idyllische Insel im Strom der Zeiten war. Die Höckerlinie mit ihren Bunkern schlug eine mächtige Betonschneise um den Ort. Die Kinder und Jugendlichen, die im HJ-Heim viele frohe Stunden mit Spielen und gemeinsamen Aktivitäten verlebten, ahnten nichts von der ideologisch ausgerichteten Betreuung. Mancher Soldat, der dem Betrachter im Bild gegenüber steht, hat seine Heimat nicht wiedergesehen.
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