Zehn Jahre Wildniswerkstatt und Nationalpark-Gästehaus

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Bis zu vier Gruppen nehmen täglich an den Tagesprogrammen der Wildniswerkstatt teil. Die Naturerlebnisangebote richten sich an Kinder und Jugendliche – sie erleben im Nationalpark Eifel eine aufregende und lehrreiche Zeit. Foto: Mario Harzheim

Heimbach. Fast genau zehn Jahre ist es her, dass die Wildniswerkstatt in Heimbach-Düttling, eine Umweltbildungseinrichtung des Nationalparkforstamtes Eifel, gemeinsam mit dem Nationalpark-Gästehaus in Heimbach-Hergarten ihre Pforten geöffnet hat. Beiden Einrichtungen ist gemeinsam, dass sie barrierefrei gestaltet sind.

Nun feierten beide „Kinder“ des Nationalparks, die eine enge Kooperation verbindet, mit einem bunten Programm Geburtstag und zogen Bilanz. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Kinder und Jugendliche einen ganzen Tag in der Natur verbringen – so dass sie sich selbst, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler anders erleben können und hoffentlich Begeisterung für den einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens mit nach Hause nehmen“, resümiert Dr. Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel.

Insgesamt verzeichnete die Wildniswerkstatt in den ersten zehn Jahren etwa 70.000 Teilnehmende bei 3500 Veranstaltungen. „Das Zusammenspiel von Wildniswerkstatt und Gästehaus ermöglicht es uns, ganz neue Zielgruppen im Nationalpark zu empfangen – auch überregionale Schulklassen, die sonst nicht für einen Tag kämen, lernen so das Schutzgebiet kennen“, so die verantwortliche Fachgebietsleiterin Jutta D‘Orsaneo.

Neben den Tagesprogrammen gibt es während der Sommerferien drei einwöchige, barrierefrei-integrative Wildniscamps – diese sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht. Gemäß der Nationalpark-Verordnung ist das circa 50 Hektar große Gelände als Management-Zone ausgewiesen; Umweltbildung kann dort unabhängig von den sonst geltenden Ge- und Verboten des Nationalparks gestaltet werden kann.

Das ermöglicht es Gruppen, den Wald hier auch abseits der Wege zu erkunden und mittags am Lagerfeuer bei Stockbrot und Würstchen zusammen zu kommen.

Gründungsidee Bildung

Schon mit der Gründung des Nationalparks im Jahr 2004 entstand die Idee, in Düttling eine Umweltbildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche aufzubauen – gleichzeitig dachte die Stadt Heimbach an den Umbau der alten Schule in Hergarten zu einem Gästehaus. Seit 2007 liegt die Verantwortung für die Betreuung der Besucher beim Betreiber des Hauses, dem Rureifel-Tourismus e.V. mit Geschäftsführer Gotthard Kirch und Hausleiterin Daniela Simon.

Von 59 Schlafplätzen sind zehn rollstuhlgerecht eingerichtet. Jedes Zimmer ist mit einem eigenen Sanitärraum ausgestattet – Duschstühle, Pflegebetten, elektrische Türöffnungen sowie ein Blindenleitsystem machen die Einrichtung zu einem attraktiven Ziel für Menschen mit und ohne Handicap. In den vergangenen zehn Jahren übernachteten bei Klassenfahrten, Behindertenfreizeiten, Besinnungstagen und anderen Aufenthalten über 56 000 Personen im Nationalpark-Gästehaus.

Symbolhaft für die gute Verbindung beider Einrichtungen steht ein Pfad, der vom Gästehaus durch das benachbarte Wohngebiet direkt in die Wildniswerkstatt führt. Die geringe Steigung und die Wegbeschaffenheit erlaubt es auch Rollstuhlfahrern, problemlos von der Unterkunft in die Wildnis und zurück zu gelangen.

Zum Jubiläum herrschte reges Treiben auf dem Gelände des außerschulischen Lernortes im Nationalpark und im Gästehaus: Viele Besucher beteiligten sich am Mitmachprogramm an beiden Standorten. Mitarbeiter, vor allem aber auch die vielen Partner der Wildniswerkstatt, organisierten insgesamt 23 Stationen, an denen sich die Gäste informieren und spielen konnten.

Mit dabei war Nationalpark-Waldführerin Michaela Wüller, die ihre Besucher unter dem Motto „Natur mit allen Sinnen“ mit auf eine Erkundungstour nahm. Ranger informierten über ihren besonderen Beruf. Dass die Natur auch Lebensmittel bietet, die über das obligatorische Stockbrot am Lagerfeuer hinausgehen, zeigte das Team vom Natur-Erlebnis-Treff (NEsT) im Jugendwaldheim Urft beim Programmpunkt „Essen aus der Wildnis“.

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