Zehn Fahrräder als Zeichen für Integration und Mobilität

Von: hes
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Fahrräder für Flüchtlinge: Polizeipräsident Dirk Weinspach (Bildmitte, mit Kelle) war ins Simmerather BGZ gekommen, um gemeinsam mit Vertretern der Kommunen und der Handwerkskammer die gut aufbereiteten Räder aus dem Polizeifundus persönlich an die hier untergebrachten Menschen zu übergeben.

Simmerath. Es sind äußerlich zehn blitzeblanke Zweiräder, aber es ist doch mehr als „nur“ eine Spende: Höchstpersönlich übergab Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach jetzt im Simmerather BGZ zehn verkehrssichere Fahrräder in verschiedenen Größen an die jüngste der mittlerweile vier Nordeifeler Notunterkünfte für Flüchtlinge.

„Diese Fahrräder sind ein erster Schritt und ein Zeichen der Integration, weil sie für die Menschen hier ein wenig mehr Mobilität und damit Freiheit, aber auch Sicherheit bedeuten“, sagte der „PP“ bei der Übergabe.

Die Fahrräder stammen aus Beständen der Polizei und wurden entweder gefunden oder von Polizeimitarbeitern gespendet, ebenso wie Fahrradhelme und jede Menge Spielzeug. In Zusammenarbeit mit der Fahrradwerkstatt des Sozialprojekts „Wabe“ wurden die Drahtesel auf Vordermann gebracht und stehen den aktuell 91 Flüchtlingen im BGZ-Internat nun absolut verkehrssicher zur Verfügung.

Einher gehen müsse mit der Spende aber eine Verkehrserziehung – auch der erwachsenen Menschen, „die aus ihren Herkunftsländern teilweise die Gefahren auf den Straßen hier so nicht kennen“, so Weinspach.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erinnerte daran, dass die Idee zur Spende ebenfalls beim Besuch des Polizeipräsidenten in der Flüchtlingsunterkunft Einruhr geboren worden sei. „Da wurde uns allen bewusst, dass die hier untergebrachten Menschen mit einem Fahrrad ganz andere Bewegungsmöglichkeiten in ihrem Umfeld haben“, so Hermanns.

Der Simmerather Bürgermeister dankte den Vertretern des BGZ bzw. der Handwerkskammer, dass diese es möglich gemacht hätten, Flüchtlinge hier unterzubringen. „Dies hat uns und die Städteregion letztlich davor bewahrt, auch die Sporthalle des Berufskollegs in Simmerath für die Unterbringung heranzuziehen und für den Vereins- und Schulsport zu schließen“, sagte Hermanns.

Dies bestätigte Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Wir sind froh und dankbar, dass die Handwerkskammer diese hervorragend geeigneten Kapazitäten zur Verfügung gestellt hat.“ Und Bürgermeister Hermanns zeigte sich überzeugt, „dass man in NRW kaum eine Einrichtung finden wird, wo Flüchtlinge optimaler untergebracht sind“.

Helmut Etschenberg bekräftigte, dass man „sehr stolz auf die positiven Reaktionen der Bevölkerung“ sei und die anderenorts in Deutschland gezeigten negativen Begleiterscheinungen „absolut nicht vorhanden“ seien. „Gerade hier in der Eifel gibt es auch fast sechs Monate nach dem Zuspitzen der Situation immer noch die positive Bereitschaft, auf diese Menschen, die bei uns Schutz suchen, zuzugehen. Und das ist ein sehr hohes Gut, das wir bewahren sollten.“

Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, stellte fest, dass das Handwerk auch deshalb den nach Deutschland gekommenen Menschen sehr offen und positiv gegenübertrete, weil aus diesem Personenkreis vielleicht der Fachkräftemangel zumindest gelindert werden könnte. „Da ist zwar nach der ersten Euphorie ein wenig Ernüchterung eingekehrt, wir bleiben aber am Ball und sammeln unsere Erfahrungen“, sagte Deckers.

Die Rolle der Polizei darstellen

Der Chef der Aachener Polizei gewann dem Besuch in der Eifel und der persönlichen Begegnung mit den Flüchtlingen noch eine andere positive Note ab: „Das ist auch eine Gelegenheit, um bei diesen Menschen Hemmschwellen gegenüber der Polizei abzubauen, die sie in ihrer Heimat vielleicht nicht immer als Einrichtung erlebt haben, die hilft und unterstützt“, sagte Weinspach. „Die Polizei ist für die Bürger da und damit auch für Flüchtlinge. Und eine Spende wie diese hilft auch der Polizei, uns und unsere Rolle in der Gesellschaft darzustellen.“

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