ZDF-Reportage: „Leichtsinn auf zwei Rädern“ in der Eifel

Von: Heiner Schepp
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Für Biker der Himmel auf Erden – aber verboten: eine gemütliche Tour zum Rursee auf der Landstraße 128 von Steckenborn nach Woffelsbach. Viele Biker nehmen das Knöllchen von 20 Euro in Kauf. Foto: Stollenwerk/psm

Nordeifel. „Wir wollen nicht einseitig hetzen“, sagt Jessica Martin, Journalistin der Kölner Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft „film & fiction“ über eine Reportage, die am Pfingstsonntag im ZDF zu sehen sein wird. Das Thema: Motorradfahrer, der – durchaus provokante – Titel: „Leichtsinn auf zwei Rädern. Die Biker sind wieder da!“

Weite Teile der 30-minütigen ZDF-Reportage entstanden rund um den Rursee, bei den Interviews kommen insbesondere lärmgeprüfte Anwohner aus Kesternich zu Wort.

„Die kurvigen Landstraßen in der Eifel und Sauerland – für Biker der Himmel auf Erden, für Anwohner die Lärmhölle am Wochenende. Während sich die meisten Motorradfahrer rücksichtsvoll verhalten, gefährdet eine Handvoll Raser den Dorffrieden.“ So lautet die Kurzbeschreibung des Beitrags, der an einem der beliebtesten Motorradwochenenden überhaupt, zu Pfingsten, vom Zweiten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Man habe, berichtet Jessica Martin, das Thema bereits im vergangenen Jahr in einer ZDF-Reportage behandelt, unter dem Titel „Von Bikerlust und Bürgerfrust“ hatten Oliver Koytek und sein Team 2012 allerdings vorwiegend im Bergischen Land und rund um Altenberg gedreht und Bürger befragt. Der Beitrag, der in der ZDF-Mediathek und bei Youtube noch zu finden ist und rege Diskussionen nach sich zog, findet nun gleichsam eine Fortsetzung in der Nord- und Rureifel.

Die ersten, nur teilweise sonnigen Wochenenden hat das Kamerateam von „film & fiction“ genutzt, um rund um den Rursee zu drehen und das Thema von allen Seiten zu beleuchten. Da kommen Anwohner wie Biker zu Wort und spielt natürlich auch die Polizei eine wichtige Rolle, wie im Vorbericht zur Fernsehreportage nachzulesen ist: „Die so genannte Applaus-Kurve zwischen Kesternich und Rurberg ist auch bei der zuständigen Polizei Aachen bestens bekannt. Angeheizt durch die Zuschauer am Straßenrand, fliegen die Biker tief durch die Kurven – nicht selten überschätzen sie sich. 96 Motorradfahrer verunglückten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2011 tödlich. Deshalb plant die Zweirad-Staffel der Polizei Aachen für das Jahr 2013 wieder verstärkt Geschwindigkeitskontrollen sowie Prüfungen der Maschinen und Ausrüstung.“

Zu Wort kommt daher auch Hauptkommissar Volker Heinen, „der schon am Klang der Motoren erkennt, welche Biker zu schnell unterwegs sind“. Seit mehreren Jahren ist er nahezu jedes Wochenende in der Eifel unterwegs und misst die Geschwindigkeit von Rasern. Sein eigenes Motorrad ist dafür mit ausgefeilter Kamera- und Tempomesstechnik ausgestattet.

Bei allem Verständnis für die Lust am Motorradfahren – dem Hauptkommissar geht es um die Sicherheit von allen Verkehrsteilnehmern. Denn während die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen seit Jahren zurückgeht, steigt die Rate der verunglückten Motorradfahrer kontinuierlich an: 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 Prozent, in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen Motorradfahrer sogar um 50 Prozent.

„Es geht um den Ruf der Bikerfahrer, den einige wenige ‚schwarze Schafe‘ schwärzen, um Sicherheitsaspekte und Kontrollen und vor allem um das Leid der Anwohner an einer vielbefahrenen Strecke“, haben Jessica Martin und ihre Kollegen in Kesternich mit Herbert Steffen und Dieter Palm gesprochen, vor deren Häusern jeden Sonntag Motorradlärm herrscht.

Ausgestrahlt wird der Beitrag am Pfingstsonntag, 19. Mai, um 18 Uhr im ZDF.

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