World Press Photo Contest 2013: Starke Fotografien im KuK

Von: avl
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Monschau. Mit einem Paukenschlag eröffnete das KuK (Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen) in Monschau seine diesjährige Ausstellungsreihe. Auf insgesamt drei Etagen zeigt das KuK eine große Auswahl der Gewinnerfotos des „World Press Photo Contests“ 2013.

Mit der Ausstellung dieser preisgekrönten Arbeiten reiht sich Monschau, wie selbstverständlich, in die Schlange vieler Weltmetropolen wie New York, Dublin, Barcelona, San Paulo, Montreal, Chicago, Tel Aviv und Berlin ein, die im vergangenen Jahr Gastgeber dieser beeindruckenden Fotografien waren.

World Press Photo, 1955 in Amsterdam gegründet, zeichnet jedes Jahr ein Bild aus, das „nicht nur die fotojournalistische Verkörperung des Jahres darstellt, sondern auch ein Thema, eine Situation oder ein Ereignis von hoher journalistischer Bedeutung zeigt und dies in einer Weise, die ein außergewöhnliches Maß an visuellem Wahrnehmungsvermögen und Kreativität beweist“. Unvorstellbare 103481 Bilder standen der Jury zur Auswahl, die besten davon hängen in der Auftaktveranstaltung zur Saison 2014 im KuK.

Eigentlich ist es nur ein Augenblick, den Fotografen festhalten können. Und doch gibt es Fotografien, die das geflügelte Wort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ nachhaltig darstellen. Sie erzählen Geschichten, ganz ohne Worte. „Das Bild, auf dem man Phan Thi Kim Phúc sieht, ist ein solches“, erinnert sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seinen Begrüßungsrede an das immer noch weltberühmte Foto, das am 8. Juli 1972 entstand und selbst 40 Jahre später im kollektiven Bewusstsein der Menschen verankert ist.

Das Bild zeigt ein neun Jahre altes Mädchen nach einem Napalm-Angriff in Vietnam, wie es aus ihrem Heimatdorf flieht. Im Jahre 1972 wurde es das Pressefoto des Jahres. Dass Phan Thi Kim Phúc ihre Geschichte heute als Unesco-Botschafterin erzählen kann, unterstreicht die Nachhaltigkeit, die aus der seit 56 Jahren stattfindenden Prämierung der „World Press Photo Foundation“ entstanden ist.

Das können Suhaib Hijazi (2 Jahre) und sein älterer Bruder Muhammad (4 Jahre) nicht. Am 19. November 2012 sind die beiden Jungen in Gaza Stadt nach einem israelischen Luftangriff gestorben. Einen Tag später hat der schwedische Bildjournalist Paul Hansen den Trauerzug der Hinterbliebenen fotografiert, mit dem die Kinder zu Grabe getragen wurde. Gleich zweimal hat dieses Bild Schlagzeilen geschrieben. Ein Mal, als es zum Pressefoto des Jahres 2013 gekürt wurde und ein zweites Mal, als bekannt wurde, dass es sich um ein minimal bearbeitetes Bild handelt.

Nach zahlreichen Expertisen, konnten aber alle Zweifel ausgeräumt werden. Die minimalen Bearbeitungen des Fotos fallen nicht aus dem Reglement der Foundation. „Die Ausstellung im KuK zeigt zum einen wunderschöne Meisterwerke, die aber andererseits auch verstörend und unsagbar schockierend sind“, so Etschenberg weiter.

„Unsere Sprache lebt immer mehr durch visualisierende Worte“, erklärte Karl Gormanns, stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland. Auch Bernd Mathieu, Chefredakteur der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, attestierte: „Es sind keine Bilder, die einfach nur Spaß machen. Aber womit kann man aufmerksam machen? Mit Emotionen. Was uns nicht berührt, kann uns auch nicht bewegen. Aber es soll auch eine Nachhaltigkeit erzeugt werden. Seitdem Menschen kommunizieren, tun sie das in Bildern. Manche Bilder sind Fragen. Andere sind Antworten. Dabei sollte immer gelten: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Im Anschluss eröffnete Ausstellungskuratorin Dr. Nina Mika-Helfmeier eine Diskussionsrunde, zusammen mit der Projekt Managerin der Foundation, Anna Lena Mehr, die einen profunden Einblick in die Modalitäten des Wettbewerbs, die Organisation der Foundation gab. „Alle Fotografien werden nach 18 Monaten vernichtet. Das ist oft ein beklemmendes Gefühl“, so Anna Lena Mehr weiter. „Das geschieht lediglich deshalb, damit die Bildrechte wieder an die einzelnen Fotografen zurückgehen.“

Alle Beteiligten möchten besonders Schulen darauf aufmerksam machen, dass es für Schüler eine speziell pädagogisch-didaktische Führung durch die Ausstellung angeboten wird.

Zur Vernissage der besten Pressefotos konnte die Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier viele Bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Kunst begrüßen. Unter ihnen auch weiterhin Lin Verbrugge, stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation des niederländischen Generalkonsulats, Prof. Dr. Christinae Vaeßen, Prorektorin der Fachhochschule in Aachen und Honorarkonsulin der Niederlande, Christiane Karl, stellvertretende Städteregionsrätin und Erich Timmermanns, Direktor der Sparkasse Aachen.

Die Ausstellung „World Press Photos“ in den Räumen des KuK, Austraße 9 in Monschau ist noch bis Sonntag, 16. März zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.kuk-monschau.de.

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