Simmerath - Wolfgang Breuer als neuer König in Simmerath stürmisch gefeiert

Wolfgang Breuer als neuer König in Simmerath stürmisch gefeiert

Von: Günther Sander
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Brudermeister Bruno Wilden (rechts) präsentiert den neuen König Wolfgang Breuer mit Königin Anne (vorne) und Volkskönig Günter Radermacher (weißes Hemd). Für Udo Kogel (mit Schärpe) ist die Zeit vorbei. Freude auch bei Geschäftsführer Karl Haas (hinten links). Foto: Günther Sander

Simmerath. Die „Kaiserzeit“ ist vorbei, bei „Kaiserwetter“ schickte sich die St.-Johannes-Schützenbruderschaft von 1959 an Fronleichnam an, eine neue Majestät zu ermitteln. Die Stunden für den noch amtierenden Kaiser und Gemeindekönig Udo Kogel waren gezählt, ein neuer Würdenträger würde folgen.

Acht ernsthafte Bewerber traten am Nachmittag hinter dem Schützenheim an, um unter sich die Nachfolge zu regeln. Die Spannung stieg, es entwickelte sich rasch ein fairer Kampf, der von den Zuschauern begeistert verfolgt wurde. „Kaiser“ Udo schaute ebenfalls zu und wollte wissen, wer fürderhin seine Königskette tragen und die Bruderschaft repräsentieren würde. Gebannte Blicke in Richtung Vogel, als Wolfgang Breuer zum 59. Schuss ansetzt.

Das Ziel vor Augen, gewillt zu treffen, krümmte sich sein Zeigefinger: Rumms, Volltreffer! Jubel am Schießstand. „Wir haben einen neuen Schützenkönig“, freute sich Vorsitzender und Brudermeister Bruno Wilden. Freude auch bei Wolfgang Breuer, auf den nun alle Augen gerichtet waren. Händeschütteln, gute Wünsche, natürlich auch von seiner künftigen Königin Anne und dem scheidenden Gemeindekönig Udo Kogel. Für Breuer ist es der zweite Königstitel in seiner Schützenlaufbahn. Und just nach dem freudigen Ereignis setzte der Regen ein. Die Party ging im Schützenheim weiter.

Nach einem feierlichen Hochamt mit Gedenken der lebenden und Verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft und der Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, begann im Schützenheim ein gemütlicher Frühschoppen, bei dem die „Hans-Blasmusik“ frisch aufspielte und für musikalischen Schwung sorgte. „Toll, unsere Musik, ich hätte mir eine bessere Besucherresonanz gewünscht“, so Brudermeister Bruno Wilden ein wenig enttäuscht.

Als Ouvertüre vor dem mit Spannung erwarteten Königsvogelschuss erwies sich wieder einmal der Wettkampf um den begehrten Titel „Volkskönig.“ Großer Andrang, denn dem Sieger winkten am Ende immerhin 200 Euro Preisgeld. Siegesgewiss zu Werke ging der Roetgener Günter Radermacher, ein erfolgsverwöhnter Schütze am „Tor zur Eifel“, als er zu Schuss 45 anlegte, den Titel fest im Visier.

Da hatte der Vogel keine Chance mehr, Radermacher gab ihm den Rest und sicherte sich den „Volkskönig.“ Seine Roetgener Hubertusschützen, die gemeinsam mit den Schützen aus Dedenborn „Dienst“ verrichteten und für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich zeichneten, ließen Günter Radermacher hochleben.

Nachwuchssorgen bei der Bruderschaft

Die Simmerather Bruderschaft, in zwei Jahren 60 Jahre alt, plagen Nachwuchssorgen, wie Bruno Wilden (seit 1973 in Vorstandsämtern tätig) und Geschäftsführer Karl Haas deutlich machten. Obwohl 80 Mitglieder (66 Aktive) stark, wird „frisches Blut“ vermisst. Die Zeiten, in denen der Opa den Enkel mit zu den Schützen brachte, gehören längst der Vergangenheit an, bedauern Wilden und Haas.

Sie laden zum „Schnuppern“ ein, denn jeden Freitag, 20 Uhr, findet ein gemütliches Treffen im Schützenheim statt. „Schön wäre, wenn wir wieder eine Jugendgruppe hätten“, sagt Wilden, denn einen Prinzen gab es vor vier Jahren das letzte Mal. Aber beide freuen sich auf des kommende Jahr, dann findet in Simmerath das Bezirksbundesschützenfest am 2. September statt.

Bei der Inthronisierung am frühen Abend schritt Bruno Wilden zum offiziellen Teil, um Wolfgang Breuer zu ehren. Lobende Worte zuvor jedoch für den scheidenden Gemeindekönig und Kaiser Udo Kogel und Königin Christel Leisten, ehe die Königskette ihren Besitzer wechselte und nunmehr die Brust von Wolfgang Breuer ziert.

Königin Anne wurde mit Blumen bedacht. „Wo bleibt die Musik?“, fragte Wilden, denn was wäre eine Inthronisation ohne den obligatorischen Königswalzer. Spontan stimmte der „Schützenchor“ den „Schneewalzer“ bei Kaiserwetter an, Wolfgang und seine Anne drehten sich dazu, ließen sich feiern. Der neue König versprach, die Bruderschaft würdig zu vertreten. Natürlich ging auch Udo Kogel (er ist nun für immer Kaiser der Bruderschaft) bei der Runde des Königs nicht leer aus.

Für ihn hatte Bruno Wilden sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. „Lieber Udo, wir machen Dir zwei Obstbäume (Pfirsich und Aprikose) zum Geschenk“, erfreute Wilden. Die sollen in Kogels Garten wachsen und gedeihen und bald schon erste Früchte tragen. Die aber wünschen sich auch Wilden und Haas in Sachen Schützen-Nachwuchs. Vielleicht wird es dann im nächsten Jahr wieder einen Prinzen geben, hoffen die Verantwortlichen.

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