Wohin mit den Wassermassen in Imgenbroich?

Von: hes
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Der Bruchzaun bildet derzeit die äußere Erschließungsgrenze in Imgenbroich. Sein Kanalnetz muss nicht nur die Abwässer der innenliegenden Wohnbereiche, sondern teils auch noch der Betriebe im Ortszentrum (oben links) aufnehmen. Unten rechts das wasserreiche Katharinenwäldchen, wo in Kürze der Weg in das Neubaugebiet Knag/Lindenweg führen wird und das später ebenfalls in den Bruchzaun-Kanal entwässern soll. Foto: H. Schepp

Imgenbroich. An vielen Stellen des recht betagten Kanalnetzes in Imgenbroich dringt Wasser ein, das da nichts verloren hat und nur unnötig die Reinigung des Abwassers verteuert.

Die Stadt Monschau hat deshalb ein sogenanntes Fremdwassersanierungskonzept aufgestellt und das Aachener Büro Berg & Partner beauftragt, das Kanalnetz in den Orten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Ergebnis der Untersuchung für die Ortslage Imgenbroich wurde Ende 2014 im Planungsausschuss der Stadt vorgestellt und sollte nun im Rahmen eines Infoabends auch einer breiteren Öffentlichkeit, sprich den Bürgern präsentiert werden.

Das Interesse in Imgenbroich war dabei so groß, dass im Bürger Casino kaum ein Platz frei blieb, als Ortsvorsteher Bernd Neuß dort am Mittwochabend die Vertreter des Fachbüros, der Verwaltung und die zahlreichen Gäste begrüßte. Der Grund für das rege Bürgerinteresse aber war wohl weniger das Thema Fremdwasser an sich, sondern die Tatsache, dass das Kanalnetz im Ort und speziell im Bereich Bruchzaun bei Stark- und Dauerregen regelmäßig überlastet ist.

Mehr als den Grundstücks- und Hausbesitzern entlang der Wohnstraße am westlichen Ortsrand lieb ist, ergossen sich in den vergangenen Jahren bei Starkregenereignissen Wassermassen in Hofeinfahrten und Keller. Aus Reihen der betroffenen Anwohner wurden und werden immer wieder Stimmen laut, der Kanal sei zu gering dimensioniert beziehungsweise sei vor 50 Jahren nicht auf ein wachsendes Imgenbroich ausgelegt worden.

Fast sechsfache Menge

Dem widersprach bei der Infoveranstaltung Bürgermeisterin Margareta Ritter mit Verweis auf die Fremdwasseruntersuchung: „Aufgrund des Trinkwasserverbrauchs müssten an den Kläranlagen der Stadt 540.000 Kubikmeter Wasser ankommen – tatsächlich sind es drei Millionen Kubikmeter, also fast die sechsfache Menge“, sagte Ritter, und auch Gerhard Katz, ehemals Leiter des Perlbachwerks, hält die Dimension des Imgenbroicher Kanalnetzes bei 170 Kubikmeter Tagesverbrauch im gesamten Ort für „absolut groß genug“.

Im Bruchzaun aber hat sich unter Führung des ehemaligen Ortsvorstehers Heinz Stollenwerk nun sogar eine Bürgerinitiative gebildet, die eine weitere Verschärfung des Wasserproblems befürchtet: „Wenn das Neubaugebiet Auf der Knag/Lindenweg, das wir durchaus begrüßen, auch noch mit 50 bis 60 Häusern an den jetzt schon überlasteten Kanal im Bruchzaun angeschlossen wird, kann man sich ausmalen, was passiert“, orakelte Stollenwerk. Der Anschluss gewerblicher Immobilien wie der neuen C&A-Filiale, die ebenfalls zum Bruchzaun entwässere, werde sein Übriges leisten.

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass das Neubaugebiet in der ersten Phase lediglich 24 Grundstücke umfasse und im Trennsystem das Oberflächenwasser talwärts zum Laufenbach ableite, also nicht den Bruchzaun-Kanal belaste. Darüber hinaus werde die für 2015 bis 2020 konzipierte Fremdwassersanierung (weiterer Bericht folgt) spürbare Entlastung bringen, zumal der Bereich Katharinenwäldchen, wo das Quellwasser förmlich in den Kanal sprudelt, ganz oben in der Sanierungsliste rangiert.

Margareta Ritter sagte auf Nachfrage von Heinz Stollenwerk nicht zu, die Bürger könnten gegenüber der Stadt Regressansprüche geltend machen, wenn sie doch wieder „nasse Füße“ bekommen sollten. Sie versprach aber: „Bevor das erste Haus gebaut ist, haben wir das Problem im Griff.“

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