Wo sind acht Weihnachtsbuden?

Von: Ernst Schneiders
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Lichterglanz und Budenzauber s
Lichterglanz und Budenzauber soll es in Bälde auch in Roetgen wieder geben, so die Roetgen-Touristik. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Wie so manches in dieser kleinen Eifelgemeinde ist auch das Thema Weihnachtsmarkt etwas verworren. Es steht kurz vor dem 1. Advent nicht einmal fest, ob auf vorweihnachtlichen Lichterglanz und Glühweinduft völlig verzichtet werden muss.

Es gibt eventuell am Mühlenhof an der Bundesstraße die Möglichkeit, einen kleinen und bescheidenen Neustart zu wagen. Ob das aber in diesem Jahr noch gelinge, stehe in den Sternen, so Dr. Georg Dittmer, Vorsitzender der Roetgen Touristik.

Fest steht indes, dass es vor dem Rathaus nach 2010 wegen leerer Kasse auch in diesem Jahr keinen Budenzauber geben wird. Den letzten Weihnachtsmarkt gab es dort 2009, „ein schrecklicher Winter”, wie sich Dittmer erinnert. Es mangelte an verschiedenen Ecken an Attraktivität, der Marktmeister hatte wegen seiner angegriffenen Gesundheit gepasst und „wir haben ein Riesendefizit eingefahren”, berichtet der 74-jährige Vorsitzende, der auch seit Jahrzehnten die FDP im Gemeinderat vertritt.

Ein gescheiter Marktmeister, sagt Dittmer, der sei das A und O. Der sei die ganze Zeit vor Ort und kümmere sich, wenn etwas kaputtgegangen sei. Da brauche man nicht immer für viel Geld eine Fachfirma zu ordern. Die Roetgen-Touristik könne das nicht leisten, und deshalb sei die Suche nach einem Marktmeister Kernstück der Bemühungen, in Bälde wieder einen heimeligen Weihnachtsmarkt mit einem attraktiven Angebot präsentieren zu können.

Die Rahmenbedingungen für ein solches Unterfangen haben sich allerdings unlängst, wie berichtet, dramatisch verändert: Die neun Holzbuden sind weg und inzwischen mit großer Sicherheit in einem Zustand, der sie für einen Weihnachtsmarkt unbrauchbar macht. Auf dem alten Bauhof der Gemeinde, dort, wo jetzt in rasanter Geschwindigkeit die neue AWO-Kindertagesstätte entsteht, waren die Holzbuden (acht einfache und eine Glühweinbude) „auf Vorschlag der Gemeinde” eingelagert.

Als nun die Städteregion als Bauherrin der Kita das Grundstück in Pacht nahm, beauftragte sie eine Firma, das Terrain zunächst zu entrümpeln, schildert Dr. Dittmer das Prozedere. Das tat diese Firma denn auch mit großem Engagement und stellte nicht die immer wieder gern gestellte Frage „Ist das Kunst, oder kann das weg?” Bis auf drei Rückwände von Buden, die die Arbeiter wohl „noch ganz in Ordnung” fanden, sei alles verschwunden, korrigiert Georg Dittmer Berichte, wonach eine Holzbunde die Entrümpelung überlebt habe. Gewesen ist es jetzt niemand wirklich, hat Dr. Dittmer inzwischen zur Kenntnis nehmen müssen. Die betreffende Firma habe nur im Auftrag gehandelt. Doch wer den Auftrag erteilt habe, die Holzbuden in den Altholzcontainer zu bugsieren, sei weder im Roetgener Rathaus noch im Haus der Städteregion in Aachen schlüssig zu klären.

„Wen soll ich denn bei dieser unklaren Lage verklagen?”, hakt Dr. Georg Dittmer die Frage nach dem Schadenersatz bereits ab. „Ziemlich sauer” ist Dittmer allerdings auf einen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, der bei der Entrümpelung anwesend war: „Der hätte das sehen müssen! Der hätte das verhindern können!”

Die Städteregion hält sich unterdessen für den falschen Ansprechpartner. Wie Pressesprecher Detlef Funken erklärte, habe die beauftragte Firma Holz für eine Bude gefunden. Dieses Holz sei auf dem Hof dieser Firma sichergestellt. Andere Informationen habe die Städteregion nicht.
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