Wo es auch jetzt nur acht Grad kalt ist

Von: P. St./ag
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Naturerlebnisbad Einruhr
Hier lässt es sich aushalten: Ins Naturerlebnisbad Einruhr strömen an heißen Tagen bis zu 600 Besucher. Hier genießen sie nicht nur Badefreuden direkt am Obersee sondern auch ein großartiges Panorama. Foto: P. Stollenwerk
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Kühle acht Grad: Für Nathalie Fischer ist der Weg vom Monschauer Brauhaus-Biergarten in den Felsenkeller nicht weit. Foto: P. Stollenwerk
Macht auch bei Hitze eine gute Figur: Straßenbauer Bryan Spangenberg an der Baustelle Burgring.
Macht auch bei Hitze eine gute Figur: Straßenbauer Bryan Spangenberg an der Baustelle Burgring. Foto: Andreas Gabbert
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Auch diese Kühe im Rurtal wissen, dass in diesen Tagen Schatten besser als Sonne ist. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Plattform des Badesees in Rurberg gehört im Moment zu den heiß begehrten Plätzen in der Region. Hier kann man unter blauem Eifelhimmel die Sonne in vollen Zügen genießen und sich bei Kühlungsbedarf dann mal kurz ins Wasser des Eiserbachsees abrollen lassen. Diesen Luxus haben natürlich nicht alle Menschen, aber allen, die jetzt Ferien haben, sei es gegönnt.

Am Mittwoch war das Anrollen der Hitzewelle auch in der Eifel schon gut spürbar. Das Thermometer kennt derzeit nur eine Richtung. Monschau blieb (noch) unter den 30 Grad, im Rurtal ging es auf die 33 Grad zu. Wie man den steigenden Temperaturen begegnet, ist überall das große Thema:

Wer jetzt draußen harte körperliche Arbeit leisten muss, ist nicht zu beneiden. Der 17-jährige Bryan Spangenberg gehört zu den Straßenbauern, die zurzeit auf dem Monschauer Burgring arbeiten. „Das ist schon ziemlich anstrengend. Aber in den Pausen kann man etwas abkühlen und mit genügend Wasser zum Trinken und auf die Haut schütten geht das schon. Zum Glück müssen wir gerade nicht asphaltieren, dann wäre das Ganze deutlich unangenehmer. Aber auch da muss man dann durch“, sagt der Auszubildende.

Wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen, steigen nicht unbedingt auch die Einsätze des Rettungsdienstes. Anders als bei Erkältungswellen sei das schwer vorherzusehen, sagt Dr. Joachim Habers, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in der Städteregion. „Das hängt sehr vom Verhalten ab.“ Mit Kreislaufproblemen hätten meist sehr junge und alte Menschen zu kämpfen, erklärt Habers. Am besten bleibe man Zuhause, vollbringe keine Höchstleistungen, meide die Mittagshitze und trinke viel Wasser, rät der Mediziner.

Gelöste Stimmung herrscht derweil im Naturerlebnisbad Einruhr. Das Fahrgastschiff „Seensucht“ gleitet über den Obersee, und die Tretbootfahrer legen sich ins Zeug. Eingebettet in blaues Wasser, die Fachwerkhäuser des Dorfes am See und die grünen Hänge des Nationalparks Eifel, kann das Panorama nicht traumhafter sein. Das findet auch Bademeister Wilfried Geschwind, der sich gerade um ein kleines Kind kümmert, das einen kleinen Splitter im Fuß hat. Das Naturerlebnisbad bringt es inzwischen auf 23 Grad Wassertemperatur, im für Schwimmer abgetrennten Teil des Obersees, der wegen der Trockenheit derzeit täglich um etwa zehn Zentimeter fällt, sind es 22 Grad.

Bademeister ein gefragter Mann

Obwohl in NRW wie auch im Nachbarland Holland die Sommerferien bereits begonnen haben, findet man im hübsch hergerichteten Bad in Einruhr immer noch ein Plätzchen. Bis zu 600 Besucher kommen an heißen Tagen ins Freibad, das nach einer Grundsanierung im Jahr 2007 wieder öffnete. Besonders Eltern mit Kleinkindern schätzen die Flachwasserzone und die Wasserspielgeräte.

Wilfried Geschwind weiß, dass es den Eltern ein Gefühl der Sicherheit gibt, einen Bademeister in der Nähe zu wissen, der sich über Arbeit nicht zu beklagen braucht. Mal gerät ein Schwimmer in Schwierigkeiten oder es gibt kleine Verletzungen. Das wird in diesem Sommer auch so weitergehen: „Ab August kommen dann noch die Wespenstiche hinzu.“

Einen richtig kühlen Ausweichplatz hat Nathalie Fischer in ihrer Nähe. Ihre Eltern haben das ehemalige Brauereigelände in Monschau mit Biergarten und Museum gepachtet. Nur wenige Schritte sind es vom Restaurant bis in den Felsenkeller, wo einst das berühmte Monschauer Bier lagerte. Ob Hitze- oder Kältewelle: In den unterirdischen Gängen herrscht konstant eine Temperatur von acht Grad.

So dient der in Schiefer gehauene Keller auch heute noch als Lager und bildet den Höhepunkt bei Führungen durch die ehemalige Brauerei. Das vor zwei Jahren neu aus der Taufe gehobene Felsquell-Pils ist derzeit nicht erhältlich, da eine gleichbleibende Qualität nicht gewährleistet werden konnte. Die Gäste fragen noch immer nach dem Bier aus Monschau, das die Familie Fischer auch gerne wieder anbieten möchte.

Die Hausbrauerei befindet sich aber noch im Aufbau, so dass die Felsquell-Fans sich noch etwas gedulden müssen. Bei den derzeitigen Temperaturen nimmt man aber auch gerne ein Monschauer Zwickelbier in die Hand, selbst wenn es nicht in Monschau hergestellt wird.

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