Nordeifel - Wo einst ein Engel auf den Teufel traf

Wo einst ein Engel auf den Teufel traf

Von: Peter Squentz: „Die Eifel - im und um den Nationalpark.” 25 Tippeltouren mit 7 Routen auf dem Eifelsteig, 240 Seiten, zahlreiche Fotos, Bachem-Verlag, ISBN 978-3-7616-2374-9, der Preis: 14,95 Euro.
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Die Perdsley nahe am Naturlehrpfad in Rohren gehört zu den schönen „Eifel-Blicken”. Peter Squentz erzählt in seinem neuen Buch kurz die Geschichte der Perdsley. Foto: R. Palm

Nordeifel. Beinahe wäre es hoch oben über dem Perlenbach zu einem heftigen Streit gekommen, der vielleicht sogar die Welt verändert hätte. Und das kam so: Als die frommen Monschauer im Tal der Rur mit dem Bau von Kloster Reichenstein begannen, da sorgte der Teufel sich um das Böse in der Welt und wollte einen Felsen auf die heilige Stätte werfen und sie vernichten.

Doch stellte sich ihm just dort oben ein Engel in den Weg, ebenfalls mit einem Stein bewehrt, aber einem größeren. Der Teufel gab klein bei, ließ seinen Brocken fallen und auch der Engel warf den Felsen hin, wo er gerade stand. Sie liegen noch heute am „Jahrhundertweg” des Eifelvereins Monschau zwischen Perlenau und dem Burgau, schön und unterschiedlich groß. Der eine ist die „Teufelsley”, der andere trägt den Namen „Engelsley”.

Peter Squentz erzählt diese alte Legende neu in seinem neuen Buch „Die Eifel - im und um den Nationalpark”. Dieses Buch ist vollgepackt mit Geschichten der Monschauer Tuchmacher und Geschichten wie die von der „Perdsley” nahe am Rohrener Waldlehrpfad. Peter Squentz, der richtig Michael Bengel heißt, hat auf seinen „Tippeltouren” die Eifel im und am Nationalpark erwandert, erkundet und nun in seinem neuen Buch beschrieben.

Das Ergebnis: Der preisgekrönte Autor, der als Publizist und Lehrer in Köln arbeitet, erweckt in seinen schönen und intensiven Beschreibungen die große Vielfalt der Eifellandschaft mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten zum Leben. Wer mit Peter Squentz (Jahrgang 1946) auf „Tippeltour” geht, der sieht und erfährt viele (alte) Neuigkeiten über Nordeifel und Rureifel, über das Hohe Venn und das Monschauer Heckenland. Die Wanderer durchqueren die Drover Heide, das Hohe Venn (von Mützenich durch das Brackvenn, durch das Steinleyvenn bei Konzen), die Fels-Passagen an der Rur, sie tippeln durch Vossenack und Simonskall, sie erwandern zahlreiche Stücke des Eifelsteigs, passieren den Kermeter und erkunden Vogelsang und die Wüstung Wollseifen. Wunderschöne Schauplätze der Natur, wie im Frühling die Felder wilder Narzissen im Oleftal und im Sommer die lichten Buchenwälder des Kermeters, breiten sich vor den Augen der Wanderer aus.

Die Reihe „Tippeltouren” im Kölner Bachem-Verlag ist längst ein Klassiker der Wanderliteratur. Der aktuelle Band „Die Eifel” stellt die 25 schönsten „Tippeltouren” vor, die Wanderungen darin stützen sich auf mehr als 30 Jahre an erwanderter Erfahrungen. In dieser Zeit hat sich die Eifel an Rur, Olef und Urft gewandelt - und das Wandern auch. Nationalpark und „Eifelsteig” haben neues Interesse an der Eifel geweckt. Ausnahmslos sind alle Wege in diesem Buch in den beiden letzten Jahren neu erkundet worden. Die Nordeifel hat viel zu bieten, was neu oder auch nur wiederentdeckt werden will.

Peter Squentz ist dabei ein sachkundiger und beredter Wegbegleiter (Rundwege, Kartenskizzen, sichere Streckenführung), er vermittelt Einblicke in die Geschichte, in die Kultur, in das Leben der Menschen von einst und heute, er berichtet über Fauna und Flora, er führt an geschichtsträchtige Orte und Orte mit schöner Natur wie den „Struffeltkopf” zwischen Roetgen und Rott und an die „Bielei” mit dem Galgenberg im Perlenbachtal.

Peter Squentz erinnert an und begegnet Menschen, die die Eifel beschrieben und sie mit geprägt haben wie die Literaten Ludwig Mathar und Clara Viebig, der „Vennapostel” Stefan Horrichem und Pfarrer Gerhard Joseph Arnoldy.

Das alte Natur- und Kulturland Eifel hält viele Überraschungen bereit und ist daher zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel für Wanderer, für Genießer, für Menschen, die Erholung in der Stille suchen, für Leute, die Neues in der Vergangenheit suchen (und auch finden können). So sind denn „Die Aachener Kaffeefront”, die Vennbahn und der Römerkanal Themen in diesem Buch, das zudem über „Das Geheimnis der gelben Narzissen” erzählt und über den Bunker im Berg.

Mehr als ein Wanderführer

Die Eifel besticht mit großartigen Panoramen - Peter Squentz stellt auf seinen Touren die „Eifel-Blicke” vor. Das neue Buch über die Eifel ist ein gutes und wichtiges Buch unter den vielen Eifel-Büchern, die es derzeit auf dem Büchermarkt gibt. Es ist weit mehr als nur ein Wanderführer, es ist ein Lesebuch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, um darin zu lesen, zu schmökern, um darin auf „Entdeckertour” zu gehen.

Peter Squentz macht neugierig auf die Nordeifel, er lädt ein, fordert gleichsam dazu auf, sich auf den Weg zu machen, die Eifel im und um den Nationalpark, seine Städtchen und Dörfer, die Kultur und die Geschichte, die Landschaften zu erkunden, zu erfahren und zu genießen.

Ein empfehlenswertes Buch für die Eifeler selbst, für die Freunde der Eifel und für alle, die beides werden wollen.
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