Nordeifel - Wo Äpfel mit Birnen verglichen werden

Wo Äpfel mit Birnen verglichen werden

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Alles über Streuobstwiesen können Schulkinder bei verschiedenen Projekten erfahren, die vom Freilichtmuseum Kommern angeboten werden. Foto: LVR-Freichtlichtmuseum Kommern

Nordeifel. „Ich habe gedacht, dass über einem Museum ein Dach sein muss“, meint Finn verwundert, nachdem klargeworden ist, dass der Weg durch das Museum nicht in einem Gebäude endet. Im LVR-Freilichtmuseum Kommern befindet Finn sich mit seiner Klasse nun an einer ganz besonderen Stelle.

Nach einem ordentlichen Fußmarsch haben die beiden ersten Schuljahre einer Grundschule mit ihren Lehrerinnen die Streuobstwiese in der Baugruppe „Bergisches Land“ erreicht. Denn heute steht die Erkundung der Streuobstwiese auf dem Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler werden „Äpfel mit Birnen vergleichen“ und die Frage „Was krabbelt auf der Streuobstwiese?“ beantworten.

Die Streuobstwiese als die traditionelle Form des Obstanbaus gehörte früher zur bäuerlichen Selbstversorgung. Dies schon Kindern zu vermitteln, ist uns wichtig“, sagt Katharina Kesternich, Lehrerin am „außerschulischen Lernort“ Freilichtmuseum und ausgebildete Streuobstpädagogin.

In allen Baugruppen des Freilichtmuseums gibt es Streuobstwiesen. Auf der Größten im „Bergischen Land“ finden die neuen museumspädagogischen Projekte zum Thema Streuobstwiese statt. Die Streuobstpädagogik, ein Bereich der Naturpädagogik, befasst sich speziell mit der Streuobstwiese. Die drei neuen Angebote werden von Streuobstpädagoginnen und erfahrenen Projektleiterinnen durchgeführt.

Auch Tiere gehören zur Wiese

Eine Gruppe untersucht die Bäume auf der Wiese. Die Kinder erkennen die Unterschiede und bringen Vorerfahrungen ein: „Das ist ein Kirschbaum. So einen haben wir auch“, berichtet Mika. Im Zweierteam geht es um das „Begreifen“: Mit verbunden Augen werden die Kinder von ihren Partnern über die Wiese geführt. Sie ertasten einen Baumstamm, prägen sich seine Besonderheiten ein und erkennen den Obstbaum anschließend auf der Wiese wieder.

Zur Erinnerung stellen die Kinder eine Rindenfrottage an „ihrem Baum“ her. Um auch eine Streuobstwiese im Klassenzimmer aufbauen zu können, bastelt jedes Kind aus Wollbommeln und selbst geschnittenen Obstzweigen einen kleinen Obstbaum. Dieser ist erntereif – Kirschen, Birnen und Zwetschgen leuchten je nach Lieblingsobst als bunte Wolltupfer aus dem Grün.

Dass eine Streuobstwiese nur mit vielen Tieren funktioniert, erfährt die andere Gruppe. Schafe und Pferde fressen das Gras auf der Weide. Kleingetier wie Mäuse, Würmer und Spinnen findet hier reichlich Lebensraum. Insekten sind notwendig zur Bestäubung der Blüten, damit sich das Obst entwickeln kann. Und diese Insekten sind wieder Nahrung für andere Tiere.

So bildet die Streuobstwiese die Lebensgrundlage für viele Arten. Wie es ist, andere Tiere zu jagen oder selbst gejagt zu werden, erfahren die Schülerinnen und Schüler beim „Fuchs-und-Maus-Spiel“. Anschließend ist es für die Kinder nicht schwierig, Krabbeltiere vorsichtig in einer Dose zu sammeln und mit der Lupe zu untersuchen.

Mit Bestimmungskarten wird die Tierart bestimmt. „Wir haben Spinnen, Ameisen, Käfer und Schnecken gefunden“, zählt Pia stolz auf. Um Insekten auf der Streuobstwiese oder im heimischen Garten zu unterstützen, bauen die Kinder Nisthilfen aus Stecken und Strauchschnitt, die fest gebündelt oder in eine Dose gesteckt werden.

Mit neuen Erfahrungen, Erkenntnissen und ihren selbst gebauten Obstbäumchen und Insektennisthilfen verlässt die Gruppe nach drei Stunden die Wiese. „Das war ja noch viel schöner als ich mir das vorgestellt habe“, fasst Sophie die Eindrücke zusammen.

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