Wissenschaftler wollen Zugvögel genauer untersuchen

Letzte Aktualisierung:
12678008.jpg
Seit einiger Zeit ist er auch im Nationalpark Eifel heimisch: Der Orpheusspötter brütet immer am gleichen Platz. Foto: Oliver Käseberg

Nordeifel. Der Orpheusspötter (Hippo lais polyglotta) ist eigentlich eine mediterran verbreitete Vogelart. Dennoch fühlt er sich seit einigen Jahren auch im Nationalpark Eifel in Höhenlagen über 500 Metern heimisch. Benannt ist der Vogel nach dem sagenhaften antiken Sänger, der so schön gesungen haben soll, dass er sogar die Felsen zum Weinen brachte.

Größte Bestände im Saarland

Im Nationalpark Eifel konnten in diesem Jahr sechs Reviere dieser Art auf der Dreiborner-Hochfläche festgestellt werden. Einige Orpheusspötter sind dort inzwischen schon mit ihren Jungvögeln unterwegs. Der Orpheusspötter gehört zu den wenigen Vogelarten, die in den letzten Jahrzehnten ihr Areal erfolgreich nach Mitteleuropa erweitert haben.

Von Südwesten her kommend, etablierte er sich Mitte der 1980er Jahre in Südwestdeutschland. Im Saarland gelang der erste Brutnachweis 1984, wo auch heute noch die größten Bestände zu verzeichnen sind. Seine derzeitige nordöstliche Verbreitungsgrenze verläuft vor allem durch Rheinland-Pfalz, einige Vorposten bestehen aber auch in Nordrhein-Westfalen.

Wissenschaftler aus dem Nationalpark Eifel wollen nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen vom Museum Kopenhagen und der Universität Trier die Zugwege dieses Einwanderers und einer nah verwandten Art, dem Gelbspötter, untersuchen. Da diese Vögel, die nur etwas mehr als zehn Gramm wiegen, noch keine Sattelitensender tragen können, bekommen sie einen nur 0,3 Gramm schweren Rucksack, einen sogenannten Geolokator.

Geolokatoren speichern die Lichtintensität sowie die Uhrzeit. Aus der Zeit des Sonnenaufganges und des Sonnenunterganges, bzw. der Tageslänge lässt sich der Längen- und Breitengrad des jeweiligen Aufenthaltsortes des Vogels errechnen – eine Methode, die schon die alten Seefahrer nutzen. Spannend wird es also im nächsten Jahr wenn die Orpheusspötter aus ihren über 4000 Kilometer entfernten westafrikanischen Überwinterungsgebieten zurückkehren. Dann sind sie meistens im gleichen Busch anzutreffen, in dem sie schon im Vorjahr gebrütet haben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert