Eicherscheid - „Wir zählen jetzt nicht mehr zu den Gejagten“

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„Wir zählen jetzt nicht mehr zu den Gejagten“

Von: ALFRED MERTENS
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Jetzt wird gesammelt: Neu-Bezirksligist SV Germania Eicherscheid (Bild) visiert zum Saisonstart in den ersten drei Begegnungen sieben Punkte an. Foto: Alfred Mertens

Eicherscheid. Satte 14 Punkte betrug der Vorsprung von Eintracht Verlautenheide im Verlauf der zurückliegenden Spielzeit 2013/2014 der Aachener Kreisliga A gegenüber dem ärgsten Widersacher: Germania Eicherscheid.

Für die Eintracht schien das Erringen der Meisterschaft bloß noch Formsache zu sein – bis durch eine nicht mehr für möglich gehaltene Schwächeperiode des Clubs aus dem Aachener Norden die Eicherscheider Germania überraschenderweise wieder in das Meisterschaftsrennen eingreifen konnte.

„Wenn der Ball einmal rollt, dann rollt er“, zeigte sich Eicherscheids Coach Wilfried Schmitz (53), der schon nach vier Spieltagen Interimstrainer und Mannschaftskapitän Marco Krass auf der Eicherscheider Kommandobrücke abgelöst hatte, von den Erfolgen der Mannschaft überrascht. Diese brachte letztlich den Meistertitel mit einer Bilanz von 111:31 Toren und 85 Punkten unter Dach und Fach – und feierte somit den Aufstieg in die Bezirksliga Aachen.

Tore am Fließband

Schmitz: „Die Truppe hat in der zweiten Hälfte der Hinserie einfach riesig gespielt. Die gesamte Rückrunde verlief grandios. Es war eine helle Freude für mich, wie unser Mittelstürmer Stefan Kwasnitza in der Rückrunde Tore am Fließband erzielte. Unser großer Vorteil bestand auch darin, dass wir längere Verletzungen von Steven Mensger, Marco und Lukas Krass sowie Jens und Jan Breuer kompensieren konnten.“ Letztlich wurden beide Kontrahenten im Kampf um den Meistertitel belohnt, denn neben der Germania stieg auch der Zweitplatzierte Verlautenheide aufgrund der hohen Anzahl an errungenen Punkten in die Bezirksliga auf.

Germania Eicherscheid geht allerdings mit einem Handicap in die am 17. August mit einem Heimspiel gegen die Sportfreunde Uevekoven beginnende neue Spielzeit: Keeper Dominik Rollesbroich, einer der Garanten für den Aufstieg der Germania, fällt derzeit verletzungsbedingt aus. Mit dem 22-jährigen Schlussmann Tim Hutmacher vom TuS Mützenich verpflichtete die Germania einen neuen Keeper, „der bei uns gut eingeschlagen ist und seine Feuertaufe bestehen wird“, sagt Trainer Wilfried Schmitz.

Zwei Akteure wechselten vom Konzener Sportpark an die Eicherscheider Bachstraße. Jens Lutterbach gilt als Kreativspieler, der für das offensive Mittelfeld oder für den Angriff in Frage kommen wird. Allrounder Freddy Jansen gilt als guter Konterspieler. Der schnelle Akteur ist auf den beiden Außenverteidigerpositionen sowie im Angriff einsetzbar. Mario Mensger, der Bruder von Steven Mensger, hatte nach seinem Engagement beim TuS Schmidt zunächst für ein halbes Jahr pausiert und soll nun bei der Germania erst einmal in den Trainings- und Spielbetrieb hineinschnuppern. Peter Hilger beendet seine aktive Laufbahn bei der Germania. Das Gleiche gilt für Timo Renner, den berufliche und private Gründe zu diesem Entschluss zwingen. „Bei Timo hoffe ich, dass er, falls ein personeller Engpass während der Saison entstehen sollte, für die Germania nochmals die Fußballschuhe schnüren wird“, wünscht sich Wilfried Schmitz.

Der Coach fühlt sich bei der Germania, die er schon einmal trainiert hat, sehr wohl. Zuvor war er bei Falke Bergrath, der Eschweiler SG, Germania Dürwiß und Rhenania Eschweiler aktiv. Ausschließlich für die Eschweiler SG, zu deren Glanzzeiten, schnürte er selbst seine Fußballschuhe. Zusammen mit Co-Trainer Wolfgang Zimmer versucht er nun, mit der Germania in der neuen Saison einen niedrigen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. „Wir möchten den Eicherscheider Zuschauern guten Fußball bieten. Wir müssen uns vor keinem der 14 Gegner in der Bezirksliga Aachen zu verstecken.“ Selbstbewusst, aber mit dem gehörigen Respekt, gehe man an die bevorstehenden Aufgabe. „Die Truppe hat in der zurückliegenden Spielzeit immerhin über 100 Treffer erzielt“.

Für die Spieler hat die Vorbereitung auf die neue Saison am 8. Juli mit drei wöchentlichen Trainingseinheiten begonnen. „Ich bin mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung sehr zufrieden. Das Team ist sehr willig und setzt die Inhalte gut um.“ Zu Ehren des früheren Eicherscheider Akteurs Robert Löhrer richtete die Germania zum dritten Mal den Gedächtnis-Pokal aus. In der Qualifizierungsrunde besiegte sie den TuS Mützenich mit 3:1. Im Anschluss unterlag die Eicherscheider Mannschaft gegen den SV Rott mit 1:3, konnte aber durch den Verzicht des SC Kall weiterhin am Turnier teilnehmen. Im Halbfinale besiegte die Germania den FC Roetgen mit 14:13 im Elfmeterschießen; im Finale musste man sich dem Landesligisten SV Rott 0:3 geschlagen geben.

Weitere Vorbereitungsspiele gegen den TuS Lammersdorf (5. August, 19 Uhr), beim RSV Hertha Strauch (8. August, 19.30 Uhr) und gegen den FC Rocherath (14. August, 19.30 Uhr) stehen auf dem Programm. In der ersten Runde des Bitburger-Kreispokals reist die Germania am 10. August zum Eisenbahner SV Aachen. Bei erfolgreichem Verlauf tritt die Eicherscheider Mannschaft in der 2. Runde am 21. August entweder bei Grün-weiß Mausbach oder beim VfL Vichttal an. Zum Auftakt der neuen Saison bestreitet die Germania Heimspiele gegen Uevekoven, Walheim II und Wenau; auswärts tritt das Team bei Arminia Eilendorf und Haaren an. „Für die ersten drei Partien gebe ich als realistisches Ziel sieben Punkte aus. Ein guter Start ist wichtig für die Moral. Wir zählen nicht mehr zu den Gejagten, sondern sind selbst der Jäger. Wir versuchen, in der Defensive kompakt zu stehen und warten ab, was der Gegner so anstellt“, gibt Schmitz die Marschroute für den Saisonstart aus.

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