Rohren - Wintersport in Rohren: Nichts ist spannender als der Wetterbericht

Wintersport in Rohren: Nichts ist spannender als der Wetterbericht

Von: Andreas Gabbert
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Zum Rodeln reichen nur wenige Zentimeter Schnee aus: Zwischen Weihnachten und Neujahr erlebte das Wintersportzentrum den ersten großen Ansturm in dieser Saison.
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Der Lift steht still: Manfred Stein muss sich jedes Jahr aufs Neue entscheiden, ob er den großen Lift der Sommerbobbahn auf den Winterbetrieb umstellt. Dafür ist einiger Aufwand nötig. Wann und ob der Lift zum Einsatz kommt, bleibt die große Frage. Foto: A. Gabbert

Rohren. Etwas Spannenderes als den Wetterbericht gibt es für Manfred Stein aus Rohren zurzeit nicht. Jeden Morgen und jeden Abend wirft der Betreiber des Wintersportzentrums in Rohren einen Blick auf die Internetseite www.eifelwetter.de und hofft auf gute Nachrichten.

Starke und lang anhaltende Schneefälle kämen ihm jetzt gerade recht – zum Skifahren reicht der Schnee in Rohren zurzeit nämlich nicht. Der große und auch der kleine Lift stehen still, die Rodler müssen ihre Schlitten selbst den Berg wieder hoch ziehen.

Während zum Schlittenfahren auf vereistem Boden wenige Zentimeter Schnee ausreichen, müssten es schon 15 Zentimeter sein, um den kleinen Skilift in Betrieb zu nehmen. Bevor der große Lift läuft, muss es noch etwas mehr sein. „30 Zentimeter sind nötig, sonst braucht man den gar nicht laufen lassen“, sagt Stein.

Entscheidung fällt im Herbst

Jedes Jahr steht er deshalb immer wieder aufs Neue vor der Frage, ob er den großen Lift der Sommerbobbahn auf den Winterbetrieb umstellt. „Zu zweit sind wir eine Woche lang damit beschäftigt“, erklärt Stein. Die Schlepphaken müssen angebracht und Teile der Sommerbobbahn abgebaut werden. Die Umrüstung des kleinen Liftes ist vergleichsweise schnell erledigt.

„Acht bis zehn Stunden, dann ist das erledigt.“ Hinzu kämen jährliche Investitionen von mehreren Tausend Euro, sagt Stein. Damit sich das wirtschaftlich auch lohnt, sind sieben bis zehn Tage nötig, an denen die Lifte laufen. „Das Problem ist, dass man sich schon im Herbst entscheiden muss. Erst umzurüsten, wenn der Schnee kommt, ist nicht möglich. Wenn dann nichts vorbereitet ist, stehen die Leute da und fragen, warum.“

In dieser Saison ist der kleine Lift bislang nur an drei Tagen gelaufen. „Nach Weihnachten war viel Schnee gemeldet, der sich aber leider nur rund um die Eifel verteilt hat. Für uns ist da nicht so viel übrig geblieben“, ärgert sich Stein. Trotzdem zog es an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester zahlreiche Menschen nach Rohren zum Wintersportzentrum.

„Optimal ist es, wenn es Weihnachten, Neujahr oder Karneval schneit, dann kommen die meisten Leute“, sagt Stein. Aber auch dann sei der Ansturm nicht mehr so groß, wie es vielleicht noch vor 15 Jahren der Fall war. Einen Grund dafür sieht Stein darin, dass die Menschen inzwischen öfter in Skiurlaub fahren würden und andere Bedingungen gewohnt seien.

Die meisten Gäste, die nach Rohren fahren, um dort Wintersport zu betreiben, kommen aus Aachen, Düsseldorf, Köln, Belgien und den Niederlanden. Allein die Gäste aus den Nachbarländern würden für 70 Prozent des Umsatzes beim Skiverleih sorgen, erklärt Stein und fügt hinzu: „Das sind die besten Kunden, die sind auch mit wenig Schnee zufrieden.“

Sommer sorgt für Ausgleich

In den meisten Jahren ist der Winter ein Verlustgeschäft für Manfred Stein, für einen Ausgleich sorgt dann das Geschäft im Sommer. Rein wirtschaftlich mache der Winter im Vergleich zum Sommer lediglich einen einstelligen Prozentbetrag aus, sagt er.

Wenn alle Lifte laufen, sorgen fünf Personen im Wintersportzentrum für einen reibungslosen Ablauf. Meist handelt es sich um Schüler und Rentner, die auch kurzfristig verfügbar sind. „Festangestellte brauchen wir hier nicht.“ Der Mindestlohn könnte auch in Rohren noch ein Thema werden. „Eventuell müssen wir dann die Preise erhöhen“, sagt Stein.

Am Dienstag nutzten nur wenige Menschen die Gelegenheit für eine Schlittenfahrt. Mit Blick auf die eher geringen Schneemengen überlegt Stein, den Schlittenfahrern entgegenzukommen und einen Rodellift einzurichten. Im nächsten Winter könnte es soweit sein.

Der Blick auf den Wetterbericht wird Manfred Stein auch in den kommenden Tagen keine Freude machen. Unser Wetterexperte Andy Holz rechnet mit einer klassischen Westwetterlage wie auch schon vor den Weihnachtstagen. Diese ist durch ein ständiges Auf und Ab gekennzeichnet, das kein beständiges Winterwetter wie zum Beispiel im Dezember 2010 ermöglicht.

Nach Einschätzung von Andy Holz ist erst zur Monatsmitte wieder ein kleiner Abwärtstrend bei den Temperaturen zu erkennen. „Dann könnte es in den Höhenlagen der Eifel eventuell noch einmal schneien.“ Manfred Stein würde sich bestimmt darüber freuen.

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