Wintermonat Dezember: Extrem nass und auch viel zu mild

Von: kjl
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Das massenhaften Regenmengen d
Das massenhaften Regenmengen des Monats Dezember sorgten dafür, dass sich der tief stehende Rursee schon bald wieder füllte. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Unterschied zum herrlichen Spätherbstwetter konnte nicht größer sein, Trockenheit und Sonnenschein im November dagegen trübes Regenwetter im Dezember. Aber nicht nur der Regen war so markant im ersten Wintermonat, auch die andauernden Sturmtiefs schlugen einem auf das Gemüt.

Im Gegensatz zu 2010 mit einem hochwinterlichen Dezember, lag das Temperaturmittel diesmal gut 2,0 bis 2,5 Grad über dem Mittel von 1981-2010. So erreichte Aachen einen Mittelwert von 5,0 Grad und das Forsthaus Wahlerscheid 2,0 Grad (Kalterherberg 2,5 Grad). Diese Dezemberwerte gehören zu den fünf wärmstem seit 1945.

Passend zum milden Winterauftakt auch die geringe Zahl an Sonnenstunden. Die Summen schwankten zwischen folgenden Werten: Mützenich 15 Stunden, Kalterherberg 18, Schöneseiffen Windpark 28, Aachen 28 und Alsdorf-Warden Deponie 38 Stunden. Im Vergleich zu den Langzeitwerten wurden nur 65 bis 75 Prozent des Solls erfüllt.

Wenige Frostnächte

Außergewöhnlich, aber gut für unsere Heizkosten, die geringe Zahl an Frostnächten: Aachen 3, Simmerath 6, Roetgen 8, Kalterherberg 10 und Mützenich 16. Seit 1988 war der Boden nicht mehr so selten gefroren und von gefrorenen Seen und vom Schlittschuhlaufen konnte man nur träumen. Es fehlten die beständigen Hochdruckwetterlagen.

Rund um Aachen wurde im Jahr 2011 die Minus-Zehn-Grad-Marke nicht einmal unterschritten. Der Dezember schaffte in den Niederungen nur -0,4 Grad in Aachen und auf den Bergen zwischen -1,9 Grad (Roetgen) und bis -4,2 Grad am Windpark Schöneseiffen.

Schneefälle traten diesmal im Flachland nur in kurzen Schauern auf (z.B. am 18.12.). Ein großer Kontrast zum Vorjahr mit 30 bis 70 Zentimetern Schneedecke. Erst am vierten Adventssonntag konnte man im Raum Höfen die Lifte aktivieren, allerdings nur für wenige Tage.

Schon an Heiligabend schmolzen alle Flocken und seither stehen die Lifte. Mit 38 cm in Mützenich, 26 cm in Monschau Lauscherbüchel, 21 cm in Simmerath-Strauch und 18 cm in Roetgen wurden in der Zeit vom 18. bis 21. Dezember die schneereichsten Tage registriert. Zum Teil war der Schnee so nass und schwer, dass viele Ziersträucher und Baumteile abbrachen.

Begleitet von zahlreichen Wintergewittern zogen bis Silvester zehn große Sturmtiefs über die Eifel. Auf den Bergen wurden 15 Tage mit Windstärke 8 und mehr gezählt, im Flachland immerhin noch acht. Die Windradbetreiber hatten endlich gut lachen. Am 13. und 16. Dezember tobten die schlimmsten Orkane mit 90 bis 95 km/h über unserer Region.

Pünktlich zum 1. Dezember war die große Herbsttrockenheit zu Ende und die Natur versucht seither, alle Defizite wieder auszugleichen, was ihr auch gut gelingt. Regen, Regen und das nicht nur die ganzen Weihnachtsferien.

Der Dezember 2011 zählt zu den drei nassesten seit mindestens 125 Jahren. In der Stadt Monschau wird seit 1897 der Niederschlag beobachtet. Herr Schillings, der langjährige Beobachter des Deutschen Wetterdienstes, hat im Dezember 334 l/qm notiert. Diese Summe wird seit 1897 nur vom Dezember 1966 übertroffen (369 l). Auf Platz drei liegt 1993 mit 329 l/qm. Nach dem trockensten November folgte also eine passende Antwort der Natur.

Hier eine kleine Liste der Regensummen für die Leser in l/qm: Höfen 288 l, Kalterherberg 255 l, Roetgen 253 l, Mützenich 232 l, Perlenbachtalsperre und Kalltalsperre 230 l, Schöneseiffen 208 l, Simmerath-Strauch 202 l und Aachen 135 l/qm.

Schleichender Frühling

Bis zum 20. Januar ist kein großer Wintereinbruch in den Wetterkarten zu entdecken, aber wenigsten steigt der Luftdruck in dieser Woche und das nasse Sturmwetter kommt etwas zur Ruhe. Der schleichende Frühling wird also weiter Fortschritte machen. Die Frühblüher wie Schneeglöckchen oder die ersten Pollen der Haselnuss zeigen ja bereits erste Aktivitäten.
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