Winterlinde ist Baum des Jahres

Von: Günther Krings
Letzte Aktualisierung:
winterlinde
Oft zu sehen sind Linden in Parks oder an markanten Orten. Nun wurde die Winterlinde von einer Stiftung zum Baum des Jahres 2016 gekürt.

Nordeifel. Die Stiftung „Baum des Jahres“ hat für 2016 die Winterlinde zum Baum des Jahres erkoren. Der Name Linde stammt vom nordgermanischen Wort „linda“, was auf die frühere Verwendung des Lindenbastes zu Bindearbeiten hindeutet, der von Lindenästen und jungen Lindenbäumen abgeschält wurde.

Die beiden heimischen Lindenarten, Sommer- und Winterlinde, waren schon vor den Eiszeiten in Europa heimisch. In der letzten Eiszeit wurden beide Arten von den riesigen Gletschern nach Südeuropa abgedrängt, konnten sich aber, als das Eis geschmolzen war, wieder nach Norden ausbreiten. In der Zeit zwischen 5500 bis 2500 vor Christus waren die Linden im damaligen Laubmischwald weit verbreitet.

Park- anstatt Waldbäume

Danach wurde das Klima kälter und feuchter, und die später wieder eingewanderte Buche verdrängte die bisher vorherrschenden Baumarten. Auch die Linden verschwanden nach und nach und in der Region sind Linden als Waldbäume nicht mehr vorhanden. Beliebt sind sie als Parkbäume oder an markanten Orten.

Die ältesten Linden in unserer Region dürften an der Kirche in Dedenborn und Eicherscheid stehen mit einem geschätzten Alter von mehr als 400 Jahren.

Es ist nicht ganz einfach eine Winterlinde von der Sommerlinde zu unterscheiden. Wenn die Bäume Laub tragen, kann man sie grundsätzlich daran unterscheiden, dass die Blätter der Winterlinde höchstens sechs Zentimeter lang werden, die der Sommerlinde bis zu zwölf Zentimeter. Demnach müssten die Linden am alten Pfarrhaus von Rohren Sommerlinden sein, die Linde in Dedenborn eine Winterlinde. Weitere Linden sind am Weg entlang der Rur zu sehen, wenn man von Grünental nach Monschau wandert.

Beide Lindenarten können aufgrund ihrer Ansprüche gut mit dem Klimawandel auskommen. Im Allgemeinen ist die Winterlinde etwas robuster als die Sommerlinde. Linden sollen 1000 Jahre alt werden können, aber die meisten dieser Exemplare dürften nicht älter als 800 Jahre alt sein.

In geschlossenen Wäldern können Linden 25 bis 35 Meter hoch werden, aber einzeln stehende Bäume werden selten höher als 20 Meter, dafür wird die Krone jedoch breiter.

Neue Wurzeln im Inneren

Eine große Besonderheit beider Linden ist die Art der Selbsthilfe, die sie ergreifen, wenn sie verletzt sind oder alt werden. Sie entwickeln im Inneren neue Wurzeln, die sie von den Ästen her wie Luftwurzeln im hohlen Stamm nach unten schieben. Bei Linden bildet sich kein fester Kern im Stamm aus, der innere Teil zerfällt im fortschreitenden Alter rasch.

Im Alter von 20 Jahren blühen Linden zum ersten Mal und danach fast jedes Jahr. Diese Blüten sind von Bienen sehr geschätzt, weil sie viel Nektar absondern. Deshalb war die Linde im Mittelalter ein wichtiger Baum in der Bienenhaltung, denn als Süßstoff war damals nur Honig bekannt.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden Linden auch als Schnitzholz bevorzugt. Herrliche Schnitzaltäre aus Lindenholz sind beispielsweise in Rothenburg und in dessen Nähe, aber auch in Pfarrkirche von Kalkar am Niederrhein zu bewundern.

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